die Rolle des ICE International (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.04.2011, 13:38 (vor 5478 Tagen) @ fjk
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 08.04.2011, 13:39

... und daneben steht "Shuttleparty: Mit dem Bus durch die Partyzone". Vom James-Last-Konzert, das die AN-Abonenten in Köln - wahrscheinlich ebenfalls per Bus - besuchten, ganz zu schweigen.

Und zurecht, denn der Bus bringt die Gäste direkt zur Konzerthalle, der "ICE International" bestenfalls zum Bahnhof der Stadt wo sich die Konzerthalle befindet.
Und das zudem für einen Preis, wovon die Bahn nur träumen kann.

Natürlich könnte man das genau im Sinne der Provinzfürsten interpretieren: wir Aarmen müssen Bus fahren, weil der ICE hier nicht hält. Tja. Was wohl die Kollegen in Bentheim sagen, sollte dereinst ein multisystematischer Triebwagen aus Berlin in Richtung Schiphol einfach durchhuschen?

Wieso nicht? In Emmerich ist das doch auch Gang und Gebe?
(das heißt nicht, dass ich damit einverstanden bin, Emmerich könnte meinetwegen IC-Halt werden)

Die Forderung nach durchgehenden Fernzügen zur Einbindung in das nationale und internationale Netz ist berechtigt. Leider artet das immer in plakatives, unsachliches ICE-Gequengel aus. Und bremst in diesem Falle im wahrsten Sinne des Wortes ein interessantes Projekt "gegen den Luftverkehrswahnsinn" aus.

Blickpunkt ICE-Fan:

ICE International soll der beschleunigte zweiklassige TEE des 21. Jahrhunderts werden = eine europaweite Premiummarke.
So wie Frankfurt-Paris: dieser Zug hält doch auch nicht in Reims oder in Neustadt an der Weinstraße? Man soll sogar froh sein, dass der Zug in Kaiserslautern hält.
So wie man Frankfurt-London betreiben möchte. So wie Frankfurt-Marseille wohl betrieben wird.
Wenn irgendwann Amsterdam-Frankfurt wieder nach München verlängert wird, dann bitte nur mit einem Halt in Nürnberg, mit Anschluß an einem ICE International nach Wien, oder sogar Budapest.
Nach Aschaffenburg, Würzburg und Ingolstadt gibt es noch viele weiteren Fernzüge. Dort braucht der ICE International nicht notwendig zu halten.

Blickpunkt pragmatischer Niederländer:

1. der IC Den Haag-Köln (mit Halt in Kaldenkirchen) wurde nicht umsonst eingestellt. Dagegen ist der grenzüberschreitende Regionalverkehr recht "booming".
Kann es sein, dass man, international gesehen, mit einem gut ausgebauten grenzüberschreitende Regionalverkehr mehr Kunden gewinnen kann als mit Premiumzügen wie ICE International?

2. in Deutschland fehlt die für einen Möchtegern-Ultra-HGV-Zug (wie ICE International) benötigte Infra.
In Frankreich geht das; dort knallt man von Brüssel nach Marseille mit 300 Sachen an Lyon vorbei; nach Lyon fahren ja andere Züge.
Wenn man aber, wie in Deutschland, ohnehin in der Stadt runterbremsen muss, kann man genauso gut halten. Vorteil ist dann, dass auch Reisende im Zusatzhalt vom Angebot profitieren.

Meiner Ansicht nach ist das auch mit dem TGV-Halt in Saarbrücken nicht zu vergleichen (eher schon mit KL), da das Frankreich(=Paris)potential im Saarland deutlich höher sein dürfte als die Londonlust in Aachen.

In Emmerich und weiter Umgebung dürfte auch Potential für Amsterdam vorhanden sein. Dennoch hält der ICE International dort nicht, der ehemalige EC schon.
Na gut, als Alternative kann man ja auch mit dem Auto nach Nijmegen oder Arnhem fahren; ab dort kann man in 15-Minutentakt mit dem IC nach Amsterdam reisen.

Und nach Brüssel, nun, dafür braucht's eben keinen europäischen Starzug.

Das hängt von der Rolle des Starzuges ab.

Der IC Berlin-Schiphol brauchte sozusagen auch nicht in Almelo, Apeldoorn oder Hilversum zu halten. Bis Dezember 2007 hielt der Zug dort auch nicht, und statt nach Schiphol fuhr der Zug nach Amsterdam. Genannte Städte waren mit einem Umstieg in bzw. Hengelo, Deventer und Amersfoort halbstündlich zu erreichen.
Dann kam aber NS mit dem neuen Fahrplan und integrierte den Berlin-IC in den NL-Takt. Zwar hat sich die Fahrzeit mit den Extrahalten verlängert, dafür gibt es dann doppelt soviele Verbindungen, profitierten mehr Leute vom Angebot und wurden die Fahrzeitunterschiede zwischen den ICs weggenommen (vorher hatte der Berlin-IC recht oft gebummelt, das hatte sich danach erheblich verbessert). Insgesamt durfte die Maßnahme eine positive Auswirkung gehabt haben.

Und wieder fehlt das B-Netz...

Mal sehen, was NS machen kann. Das Unternehmen möchte Aachen, Köln und Düsseldorf ans Kernnetz verknüpfen, Zieldatum sei 2015 wenn der neue Kernnetzauftrag gilt. Wie das dann konkret aussehen würde (Fahrplan, Fahrzeuge, Tarife), weiß ich nicht.


gruß,

Oscar (NL, wo das A-"Netz" eine Strecke umfaßt, die auch noch B-Netzmäßig betrieben wird).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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