[Video] "Warum die Deutsche Bahn so schlecht ist" (Allgemeines Forum)

Münchner, Mittwoch, 09. Januar 2019, 16:22 (vor 13 Tagen) @ JanZ
bearbeitet von Münchner, Mittwoch, 09. Januar 2019, 16:25

Niemand hat gesagt, die DB soll in eine Behörde zurückgesetzt werden. Wenn wir außerhalb Deutschlands schauen, finden wir mehr als eine Staats-/Bundesbahn, die als AG organisiert ist, sich aber eben sehr wohl auf ihr Kerngeschäft fokussiert.


Nun, beispielsweise SNCF (über Keolis), NS (über Abellio) und FS (über Netinera) beteiligen sich munter auch am ÖPNV im Ausland. Ohnehin finde ich das Bild der „Konzentration aufs Kerngeschäft“ putzig. Muss ich mir da einen DB-Manager vorstellen, der auf seinem Monitor so fasziniert auf die Güterzüge in China schaut, dass er ganz vergisst, die Personalplanung für das Stellwerk in Mainz zu machen?

Und das funktioniert dann auch. Der Staat schießt vielleicht auch mehr Geld dann zu als in Deutschland - aber dafür ist die Betriebsqualität dann auch besser.


Ich habe mal das Entscheidende markiert ;-).

Es würde ja niemand etwas sagen, wenn in Deutschland alles 1a wäre. Ist es aber nicht. Das System TGV funktioniert. Die Freccia Rossa auch. Das System ICE hakt leider vorne und hinten. Technische Probleme an den Zügen, an den Strecken. Probleme mit der rechtzeitigen Bereitstellung, gerade in München. Letzte Woche durfte ich mit einem ICE-4 fahren, bei dem es schon wieder zig technische Probleme gab. Wir reden hier von einem neuen Zug und keinem, der schon seit Jahren auf den Schienen ist. Freunde haben von ihren Fahrten ähnliche Dinge berichtet. Gerade sitzt ein Kollege im ICE4 auf den Weg nach Berlin. Der Zug ist in München wegen technischer Probleme schon mit 15 Minuten Verspätung abgefahren. Jetzt hat er 35. Weitere Erhöhungen werden im Fünfminutentakt per Internet kommuniziert.

In der Vergangenheit hat die DB durchaus ganz ordentliche Gewinne gemacht. Nur hat man diese Gewinne dann in unzählige Investitionen im Ausland gesteckt, die sich teilweise rechnen, aber teilweise eine große Pleite waren. Um hier mal das Beispiel Busbetrieb auf Malta zu bringen, wo man einen dreistelligen Millionenbetrag versenkt hat.

Auch darf man durchaus hinterfragen, ob ein Unternehmen Deutsche Bahn Geld in Containerterminals in Fernost investieren muss, wenn im eigenen Land, dessen Namen sie sogar im Unternehmensnamen trägt, sehr viel zu tun wäre.

Und in D wird hochgehalten, was sich durch den Wettbewerb mit dem Fernbus tat. Unter anderem eben Preissenkungen (ob in dem Maße sinnvoll, sei dahingestellt) und das WLAN im Zug.

Durch die Fernbusse ist man nicht mehr umhin gekommen, zugeben zu müssen, dass es vorne und hinten klemmt. Und zwar massiv. Man denke nur mal an die Serviceoffensive im Jahr 2014, die das Ziel hat(te), dass bis 2025 die Toiletten im Zug im Regelfall alle funktionieren.

Wenn ich mir nun heute die Artikel über die DB anschaue, dann will ich nicht wissen, wie es im Unternehmen wirklich aussieht. Man gibt Dinge zu, die man gerade eben noch bestritten hat. Mit anderen Worten: Man findet keinen Teppich mehr, der groß genug wäre, um da alles drunterzukehren. Also gibt man da zu, was schon seit langem offensichtlich ist. Nur sollte man dann auch erwähnen, dass sich alle diese Dinge über viele Jahre aufgebaut haben und sicher auch schon da zu sehen waren.


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