Leider ist es im Bahnverkehr auch nicht viel besser (Allgemeines Forum)

Destear @, Berlin, Mittwoch, 09. Januar 2019, 00:11 (vor 8 Tagen) @ brun

Ja, so sehe ich das auch. Egal ob Bahn, Flugzeug, Auto: die Zeit, dass eine Reise etwas aufregendes war, ist irgendwie vorbei. Es ist IMMER etwas los, es stresst immer.

Fliegen ist generell eine Tortur. Man wird permanent angelogen und vertröstet, als ob man ein kleines Kind ist ("Das Boarding fängt in wenigen Minuten an", "Wir fertigen nur noch zwei, drei Minuten den Papierkram ab, dann starten wir", "Vor uns stehen noch ein Paar andere Flugzeuge, dann geht's aber gleich los"), die innereuropäischen Flugpläne haben fast immer 30 extra Verspätungsminuten einkalkuliert, damit man ja "pünktlich" ankommt, man zahlt extra so bald man sich auch nur die Variante Art von Komfort wünscht ("extra Beinraum"), die Flughäfen sind permanent überlastet. Und stelle euch einfach mal vor, der Berliner Hauptbahnhof hätte bis zur Inbetriebname so lange gebraucht wie der BER.

Das sehe ich ganz genauso! Flugreisen sind wegen des Vor- und Nachlaufs sehr unangenehm, mir schaudert es vor den Massen am TXL genau so wie am SXF. In TXL bin ich die letzten Male mit zwei Stunden Ankunft vor Abflug knapp hingekommen. Als Beispiel: Der an sich anderthalbstündige Flug nach Budapest hat mit Vor- und Nachlauf sechseinhalb Stunden gedauert. Ich habe lange gezögert, nicht doch die etwas mehr als zehn Stunden im Zug in Kauf zu nehmen, weil es dann einfach entspannter ist - bis mir der Gedanke kam, dass meine letzten Fahrten im Fernverkehr ähnlich unangenehm waren; zu voll, stark verspätungsanfällig und letztlich auch stressig.

2008 war Berlin-Tegel abends menschenleer. Der schönste Flughafen, den ich kannte. Zehn Jahre später kann man sich auch Abends im alten Terminal kaum noch bewegen, überall stehen Fluggäste schlange.

Und wenn es Zeit für die wenigen Fernflüge wird, beginnt die Schlange auch mal vor der Tür...

Autofahren? Wenn ich auf den Berliner Ring fahre, weiß ich, dass die rechte Spur bis Amsterdam permanent von LKWs blockiert ist. Ankunftszeiten sind völlig unkalkulierbar, ich habe die Strecke schon mal in 6 Std geschafft, habe auch schon mal 14 Std gebraucht.

Und stimmt, an den Feiertagen ist mir wieder aufgefallen: alle wollen reisen, reisen, reisen, reisen, reisen. Nicht nur wie früher nur am Tag vor Weihnachten und am zweiten Feiertag. Nein. Mehrere Tage lang waren die Bahnsteige voller Menschen die mit unfassbar großen Koffern in vollen ICEs stiegen.

Genau das meine ich.


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