Mein Eindruck: Massenverkehr im Augenblick generell schlecht (Allgemeines Forum)

Münchner, Mittwoch, 09. Januar 2019, 08:35 (vor 161 Tagen) @ brun

Ja, so sehe ich das auch. Egal ob Bahn, Flugzeug, Auto: die Zeit, dass eine Reise etwas aufregendes war, ist irgendwie vorbei. Es ist IMMER etwas los, es stresst immer.

Fliegen ist generell eine Tortur. Man wird permanent angelogen und vertröstet, als ob man ein kleines Kind ist ("Das Boarding fängt in wenigen Minuten an", "Wir fertigen nur noch zwei, drei Minuten den Papierkram ab, dann starten wir", "Vor uns stehen noch ein Paar andere Flugzeuge, dann geht's aber gleich los"), die innereuropäischen Flugpläne haben fast immer 30 extra Verspätungsminuten einkalkuliert, damit man ja "pünktlich" ankommt, man zahlt extra so bald man sich auch nur die Variante Art von Komfort wünscht ("extra Beinraum"), die Flughäfen sind permanent überlastet. Und stelle euch einfach mal vor, der Berliner Hauptbahnhof hätte bis zur Inbetriebname so lange gebraucht wie der BER.


Man wird beim Fliegen nicht mehr angelogen als bei der Deutschen Bahn. Wie viele Flugzeuge vor einem an der Startbahn sehen, kann man auch sehen und im Gegensatz zu den unzähligen Ausreden der DB stimmt die Aussage dann auch.

Zudem ist Fliegen keine wirkliche Konkurrenz zur Bahn, denn auf den Strecken, wo sich Fliegen lohnt, gibt es keine Bahnverbindungen oder diese sind wesentlich länger. Oder wie lange dauert eine Bahnfahrt von München nach London oder Madrid? Und wie lange ein Flug. Über die Pufferzeiten in den Flugplänen kann man streiten. Die Alternative wären Flugpläne, die schon unter optimalen Bedingungen an den Rand des möglichen ausgereizt sind.

2008 war Berlin-Tegel abends menschenleer. Der schönste Flughafen, den ich kannte. Zehn Jahre später kann man sich auch Abends im alten Terminal kaum noch bewegen, überall stehen Fluggäste schlange.

Kann es sein, dass 2008 Tempelhof noch in Betrieb war?

Autofahren? Wenn ich auf den Berliner Ring fahre, weiß ich, dass die rechte Spur bis Amsterdam permanent von LKWs blockiert ist. Ankunftszeiten sind völlig unkalkulierbar, ich habe die Strecke schon mal in 6 Std geschafft, habe auch schon mal 14 Std gebraucht.

Und stimmt, an den Feiertagen ist mir wieder aufgefallen: alle wollen reisen, reisen, reisen, reisen, reisen. Nicht nur wie früher nur am Tag vor Weihnachten und am zweiten Feiertag. Nein. Mehrere Tage lang waren die Bahnsteige voller Menschen die mit unfassbar großen Koffern in vollen ICEs stiegen.


Ich habe meine Weihnachtsreisen diesmal nach vielen Jahren mit der Bahn wieder mit dem Auto gemacht. Seitdem habe ich keine Lust mehr auf's Bahnfahren. Zwar muss ich im Auto ausgeschlafen sein, dafür kommt man eine Tür-zu-Tür-Fahrt, muss nicht erst mit Gepäck zum Zug, Umsteigen mit verpassten Anschlüssen, und dann wieder vom Bahnhof weg. Und diese ganzen Dinge, wie dass man während der Fahrt essen kann: Funktioniert zum einen nur, wenn das Bordrestaurant in Betrieb ist, was regelmäßig wegen irgendwelcher Probleme nicht der Fall ist. Und während der Autofahrt kann man anhalten und das sogar noch an einer Stelle, wo man will. Kostet Zeit, dafür entfallen die Vor- und Nachläufe und meistens ist man trotzdem sogar schneller da.


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