Warum man die 2. Lötschberg-Röhre leer lässt (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Mittwoch, 13.10.2010, 00:31 (vor 5698 Tagen) @ JW

Zumindest in dem Abschnitt, indem die 2. Röhre im Rohbau fertig ist, sollte man doch mal Gleise verlegen. Der LBT ist ja heute schon komplett ausgelastet.

Wurde natürlich in Erwägung gezogen, aber es bringt erstaunlich wenig. Weil der meist leichtere Güterverkehr nach Norden über die Bergstrecke geschickt wird, fährt soviel ich weiss pro Stunde meist nur ein Zug nordwärts durch den Tunnel (der IC Brig-Bern) und blockiert die Einspurstrecke damit für 3 Minuten Blockzeit plus 6 Minuten Fahrzeit bei Tempo 200, also 9 Minuten. Mit Ausrüstung der 2. Röhre könnte man das auf 3 + 2, also 5 Minuten reduzieren. Man gewinnt also nur eine einzige Gütertrasse pro Stunde, und dafür ist der Preis von meiner Erinnerung nach 600 Mio CHF (450 Mio EUR) zu hoch. Also wartet man lieber, bis man das Geld hat, um die 2. Röhre komplett auszubrechen und in Betrieb zu nehmen.

Die Gefällestrecken befinden sich doch nur auf italienischen Gebiet, oder? Würde eine Strecke von Domodossola an Mailand vorbei nicht zwei Probleme auf einmal erledigen: Die durchgängige Flachbahn über die Lötschberg-Simplon-Route herstellen und den Knoten Mailand entlasten?

Das ist korrekt, für den Güterverkehr wäre diese Lösung beinahe optimal (nicht aber für den Personenverkehr). Es gibt jedoch von der italienischen Seite keine Pläne, diese Strecke auszubauen; die investieren all ihr Geld in HGV. Verstehe ich teilweise; die Geographie von Italien eignet sich gut dafür.


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