ganz nett.... (Allgemeines Forum)

Henrik, Montag, 04.10.2010, 16:10 (vor 5663 Tagen) @ safe go

das Problem bei der ganzen Diskussion ist eben die Ungleichheit:

z.B. die Polemik der radikalen Vertreter von S21 und Anti-S21 (z. B. Du und Zugreisender).

hm, ob Holger2 so sehr radikal ist? Polemik sehe ich bei ihm eher weniger.

In einigen S21-Threads ging es zwischen den beiden o.g. aber ganz schön heiß her. Ich hatte nicht das Gefühl, dass da einer zurückgezogen hat. Also als scharfen Meinungsstreit, der auch nicht unbedingt auf einen Konsens zulief und persönliche Angriffe enthielt, war es schon. (Zugegeben: Ich habe jetzt fix in wikipedia nach einer Definition gesucht und unser Wörterbuch ist nicht vom Duden-Verlag ;-))

Naja, dass Zugreisender konsensfähig wäre, würde ich jetzt auch nicht gerade unterschreiben.
Wüsste auch nicht, dass schon Postings von Holger2 wegen zu harter Polemik oder persönlichen Angriffen gelöscht werden mussten.
Ich sehe bei ihm eher selten Polemik, bei Zugreisender jedoch fast nahezu bei jedem Posting (das mag sich in letzten Wochen leicht gebessert haben).

Von K21 - Fans wird einfach mal irgendetwas in den Raum gestellt. Seien es die angeblich gefährdeten Mineralwasserquellen, die angeblich 300 alten Bäume im Schlosspark, das angebliche Fällverbot etc. etc. Es bedarf meist erst einmal Zeit zu prüfen, was mit diesen Behauptungen gemeint ist und was Tatsache ist, bevor ihnen widersprochen werden kann. Bis dahin interessiert das Thema aber häufignicht mehr, das Gschmäckle bleibt hängen.

Also, wenn mir jemand sagt, dass er gegen Baumfällungen oder für Mineralquellen ist, dann muss ich höchstens die Berechtigung der Strategie länger hinterfragen, nicht jedoch was er meint.

Gewiss, aber darum gings hier ja nicht.

Hervorgehobenen Teil hatte ich so verstanden.

Warst aber nicht auf die Behauptungen eingegangen.

Die K21 - Fans machen sich das Leben nicht so schwer, ob Behauptungen der Wahrheit ganz oder nur teilweise entsprechen, ist erst mal nebensächlich, Hauptsache es dient der Sache. Damit meine auch Dich, mit Deinen Behauptungen oder Vermutungen, 25 alte Bäume seien gefällt worden, ein Demonstrant sei definitiv halbseitig erblindet, ein paar bewohnte Häuser müssten abgerissen werden oder Fabians Behauptung, das EBA hätte die Fällaktion untersagt.

Da fällt doch ganz spontan unser allerliebster Bahnchef ein, der ein Recht auf Widerstand (gegen einen Bahnhofsbau) verneint hat. Gibt's da eine rechtliche Grundlage für den Inhalt der Aussage?

Dann zeige doch mal die Gesetzesstelle eines Deutschen Gesetzes, wo ein Recht auf Widerstand drin steht.
Ich kenne nur eine einzige und die ist Art 20 GG, (4)
und dieser Fall ist hier definitiv nicht gegeben.
Insofern hat Grube da schon vollkommen Recht.

Die Frage war als echte Frage und nicht als Provokation gedacht. ;-)
Wenn das gemeint so sein sollte, ok. Man kann den Widerstand natürlich auch schriftlich fixieren oder verbal kundtun (nur interessiert es das vermutlich nicht ernsthaft jemanden der Gegenseite), im Einklang mit Versammlungsgesetzen auf der Straße agieren oder juristisch dagegen vorgehen, falls gegen irgendwelche Vorschriften verstoßen wurde. Daran dachte ich zumindest, nicht an den wortwörtlichen Widerstand im GG.

Ich wollte halt erläutern, wie die Äußerung von Grube zu lesen ist und wie die rechtlichen Grundlagen sind.
Dass der Spiegel Grubes Aussagen gleich umschreibt und behauptet, er würde das "Demorecht" absprechen, ist mehr als nur Polemik, das ist dreist und so mussten sie inzwischen den Artikel auch korrigieren, ein kleingedruckter Hinweis am Ende weist nur noch auf den einstigen Fehler hin.

Außerdem glaube ich genausowenig jedes Dementi der Befürworter wie die Behauptungen der Gegner.

Also glaubst Du gar nichts? ;-)

Wenn wir das ein wenig umschreiben und sagen,
dass man Aussagen beider Seiten kritisch lesen sollte, dann trifft es das ganz gut, denke ich.

Und wohl gemerkt, die Gegner-Seite darf alles möglich behaupten.
Die Vorhabenträger & Co können sehr schnell rechtlich haftbar gemacht werden.
Und wenn Gegner einfach Sachen behaupten, die sich leicht durch die Planfeststellungsunterlagen etc. widerlegen lassen, dann ist das auch nich so recht glaubwürdig und erst recht so richtig schlechter Journalismus (stern).

Nochmal zu Holgers Beitrag: Er wurde damals auch (m.M.n. zurecht) für ständig geänderte Zahlen der S21-Kosten kritisiert,

Na, so oft haben sich die Zahlen ja auch nicht geändert und da lag Holger2 immer noch so im Rahmen.

Doch von Zugreisender haben wir heute noch keine Antwort darauf, wie er das vor 14 Tagen mit den 5 Mrd Euro gemeint hat, ok, da gings um die NBS, aber dennoch.

also sind selbstverständlich beide Seiten von obigem Vorwurf bzgl. des Wahrheitsgehaltes von Behauptungen betroffen.

Na, wer ist schon völlig frei von Unwahrheiten & Polemiken...

Schüler haben bei so einer Aktion definitiv nichts verloren.

Schüler besitzen nicht die gleichen Grundrechte (Meinungs- und Versammlungsfreiheit) und sollen nach der Meinung einiger schon ab 16 wählen dürfen?
Wo leben wir denn, wenn "gewaltfreier Widerstand" nicht mehr toleriert wird?

Widerstand ist von keinem Gesetz gedeckt (außer Art 20 GG, (4)), Blockade ebenso wenig.
Demonstrieren darf man, das ist ein gutes Recht.
Fraglich ist aber auch, wieso eine Schülerdemo überhaupt vormittags stattfinden soll?
Und dann auch noch an einem solchen Tag genau an dem Ort.

Oh, die war Schülerdemo war vormittags? (Ich hatte aus Zeitgründen nur grob recherchiert.) Dann frag ich mich das natürlich auch. Mit gewaltfreiem Widerstand meinte ich natürlich nicht die Blockade. Thema Tag und Ort: Entweder sie hatten das gleiche Ziel wie andere beteiligte Demonstranten oder sie wurden instrumentalisiert (damit meine ich u.a. nur überredet worden zu sein oder die Verlockung ausfallenden Unterrichts). Letzteres möchte ich doch nicht hoffen!

Der Punkt mit dem ausfallenden Unterricht ist sicher ein gewichtiger, ansonsten würde wohl kaum einer zu so einer Demo gehen.
Dann kommt noch die soziale Komponente hinzu.
Der Mainstream in der Schule ist gegen Stuttgart21, es ist In, ist Hip, dagegen zu sein, man hat mit zu gehen mit der Demo, noch aufgestachelt von den Lehrern
und wenn da ein Schüler von dieser Linie abweicht, nicht auf der Demo sich befindet, der ist fortan Außenseiter.

Was mich sehr interessiert ist, wie es denn weitergehen soll. Das Projekt ist seit 1993 in Diskussion,mit reger Bürgerbeteiligung (siehe Rahmenplan Seite 13), ein gänzlicher Stopp ist von den Projektpartnern nicht gewünscht und würde bedeuten, dass in den nächsten 20 - 30 Jahren mit keiner Veränderung des Status - Quo zu rechnen ist. Gibt es denn irgendwelche Kompromisangebote der Gegner? Oder geht es einfach nur darum, die nächste Wahl zu gewinnen?

Manche Menschen sind einfach dagegen (wollen den Kopfbahnhof behalten oder sind einfach gegen alles Neue, egal ob es sie betrifft oder nicht) ohne tieferen Grund und Alternativkonzept. Dann gibt es die K21-Alternativkonzeptler (ein Konzept gibt es ja und das steckt im Namen, ob es ausgereift ist, steht auf einem anderen Blatt) und die Politiker, denen es vorrangig um die nächste Wahl geht. Wenn es einen Machtwechsel gibt, wird es allerdings wirklich interessant, wie es weitergeht. Die Grünen stellen das Projekt ein und paar Jahre später buddeln die Schwarzen weiter oder was?

Ob sie es überhaupt einstellen können? Darüber sind sie sich ja scheinbar heute schon nich mehr sicher.

Oh, davon hab ich noch gar nichts mitbekommen (zuviel Hochwassernachrichten geschaut ^^).

letztens (kann auch schon paar Wochen her sein) wurde bei einer Gesprächsrunde auf SWR der Grünen-Fraktionschef gefragt, ob das Projekt gestoppt wird, wenn die Grünen in der Regierung sind. Er stotterte, hakte darauf sehr und meinte ganz leise, das könne er nicht versprechen.^^

So, ich glaube mein Beitrag kommt (stellenweise) so rüber, als ob ich K21-Befürworter wäre. Das liegt wohl daran, dass der Originalposter S21-Freund ist, sonst wäre es wohl genau umgekehrt. Im Prinzip ist es mir letztendlich egal, was ihr dort unten im Ländle macht, Hauptsache die elende Polemik (die sich ja ständig auch hier gegenseitig vorgeworfen wurde) und die tägliche Verursachung eines Verkehrschaos (Haltung s. oben) hört auf!

Auch wenn hier nicht alles Polemikfrei ist, im Vergleich zu DSO ist das hier das absolute Vorzeigemodell in Niveau, Sachlichkeit und gegenseitigem Respekt! ;)

Gelegentliche Abweichungen von deiner Feststellung sind menschlich. ;-)

....und vorhin wurde fabs auf DSO als "neuer Troll" und "Fascho" bezeichnet...


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