ganz nett.... (Allgemeines Forum)

safe go, Chemnitz, Montag, 04.10.2010, 09:25 (vor 5663 Tagen) @ Holger2

Hallo Steffen,

das Problem bei der ganzen Diskussion ist eben die Ungleichheit:

z.B. die Polemik der radikalen Vertreter von S21 und Anti-S21 (z. B. Du und Zugreisender).

Von K21 - Fans wird einfach mal irgendetwas in den Raum gestellt. Seien es die angeblich gefährdeten Mineralwasserquellen, die angeblich 300 alten Bäume im Schlosspark, das angebliche Fällverbot etc. etc. Es bedarf meist erst einmal Zeit zu prüfen, was mit diesen Behauptungen gemeint ist und was Tatsache ist, bevor ihnen widersprochen werden kann. Bis dahin interessiert das Thema aber häufignicht mehr, das Gschmäckle bleibt hängen.

Also, wenn mir jemand sagt, dass er gegen Baumfällungen oder für Mineralquellen ist, dann muss ich höchstens die Berechtigung der Strategie länger hinterfragen, nicht jedoch was er meint.
Im Übrigen bin ich gegen diese Demonstrationen, nicht aus S21-Freundlichkeit oder friedlichem K21-Willen, sondern aus ÖPNV-Fetischismus. ;-)

Die K21 - Fans machen sich das Leben nicht so schwer, ob Behauptungen der Wahrheit ganz oder nur teilweise entsprechen, ist erst mal nebensächlich, Hauptsache es dient der Sache. Damit meine auch Dich, mit Deinen Behauptungen oder Vermutungen, 25 alte Bäume seien gefällt worden, ein Demonstrant sei definitiv halbseitig erblindet, ein paar bewohnte Häuser müssten abgerissen werden oder Fabians Behauptung, das EBA hätte die Fällaktion untersagt.

Da fällt doch ganz spontan unser allerliebster Bahnchef ein, der ein Recht auf Widerstand (gegen einen Bahnhofsbau) verneint hat. Gibt's da eine rechtliche Grundlage für den Inhalt der Aussage?

[...]
Zynisch finde ich, dass keiner der Verantwortlichen der K21 - Fraktion bei der Schülerdemo letzten Donnerstag versucht hat, zu deeskalieren. Wölfle und Stocker waren nach eigenen Aussagen vor Ort. Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass diese "Verantwortlichen" bewusst die Gewalt gegen Schüler in Kauf genommen haben, um eben die bekannten schrecklichen aber medienwirksamen Bilder zu erhalten.

Interessanter Vorwurf, glaube ich aber ehrlich gesagt nicht. Das werden doch wohl nicht solche Unmenschen sein.

Man kann sich trefflich darüber streiten, ob bei diesem Projekt gewaltfreier Widerstand überhaupt toleriert werden kann, geht es doch definitiv nicht einmal indirekt um die Verteidigung von Menschenrechten, sondern nur um ein großes Investprojekt. Schüler haben bei so einer Aktion definitiv nichts verloren.

Schüler besitzen nicht die gleichen Grundrechte (Meinungs- und Versammlungsfreiheit) und sollen nach der Meinung einiger schon ab 16 wählen dürfen?
Wo leben wir denn, wenn "gewaltfreier Widerstand" nicht mehr toleriert wird?
Warum muss ein Umweltaktivist seine Menschenrechte verteidigen, wenn er die Natur schützen will?

Ich gebe zu, dass der Polizeieinsatz vom Donnerstag auch in meinen Augen nicht richtig gewesen ist. Ein paar Tage Zeitverzug hätten dem Projekt nicht geschadet. Hätte man erst den Zaun gesetzt und die Bäume im Anschluss irgendwann früh morgens gefällt, wäre es wahrscheinlich zu deutlich weniger scharfen Konfrontationen gekommen.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, würde man einigen Beteiligten beider Seiten auch mal wünschen ...

Was mich sehr interessiert ist, wie es denn weitergehen soll. Das Projekt ist seit 1993 in Diskussion,mit reger Bürgerbeteiligung (siehe Rahmenplan Seite 13), ein gänzlicher Stopp ist von den Projektpartnern nicht gewünscht und würde bedeuten, dass in den nächsten 20 - 30 Jahren mit keiner Veränderung des Status - Quo zu rechnen ist. Gibt es denn irgendwelche Kompromisangebote der Gegner? Oder geht es einfach nur darum, die nächste Wahl zu gewinnen?

Manche Menschen sind einfach dagegen (wollen den Kopfbahnhof behalten oder sind einfach gegen alles Neue, egal ob es sie betrifft oder nicht) ohne tieferen Grund und Alternativkonzept. Dann gibt es die K21-Alternativkonzeptler (ein Konzept gibt es ja und das steckt im Namen, ob es ausgereift ist, steht auf einem anderen Blatt) und die Politiker, denen es vorrangig um die nächste Wahl geht. Wenn es einen Machtwechsel gibt, wird es allerdings wirklich interessant, wie es weitergeht. Die Grünen stellen das Projekt ein und paar Jahre später buddeln die Schwarzen weiter oder was?

So, ich glaube mein Beitrag kommt (stellenweise) so rüber, als ob ich K21-Befürworter wäre. Das liegt wohl daran, dass der Originalposter S21-Freund ist, sonst wäre es wohl genau umgekehrt. Im Prinzip ist es mir letztendlich egal, was ihr dort unten im Ländle macht, Hauptsache die elende Polemik (die sich ja ständig auch hier gegenseitig vorgeworfen wurde) und die tägliche Verursachung eines Verkehrschaos (Haltung s. oben) hört auf!


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