Was ist daran sachlich falsch? (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Freitag, 29.03.2024, 16:55 (vor 24 Tagen) @ Waldbahn

Guten Tag.

CW verunglimpft Menschen, die bei der DB arbeiten und keine GdL-Mitglieder sind als unsolidarische Trittbrettfahrer, die nur von der Erfolgen der Gewerkschaft profitieren wollen und dafür keine Gewerkschaftsbeiträge zahlen.

Was ist daran sachlich falsch? Es ist ja soweit richtig.

Und deckt sich mit meinen Erfahrungen als Betriebsrat. Zur Betriebsversammlung kam man lieber gar nicht erst. Um dann am nächsten Tag anzurufen, was wir denn wohl erreicht hätten. Oder man erschien zwar auf der BV - lauschte da andächtig den Ausführungen des Arbeitgebers und war ansonsten still oder kam mit belanglosen Kinkerlitzchen daher.

Und natürlich ist es eine Art Fehler im System, dass von Gewerkschaften erkämpfte Tarifverträge von den Arbeitgebern i.d.R. bei allen Mitarbeitern umgesetzt werden. Man kann ja aber keinen Arbeitgeber verbieten, freiwillig was zu bezahlen.

Ich würde daher das ganze System ändern. Keine Flächentarifverträge mehr - und kein Verbot für Betriebsräte, Tarife zu regeln. Im Gegenteil. Ich würde die Verantwortung zu den Betriebsräten schieben! Gewerkschaften sind dann eine Art überbetriebliche Informations- und Unterstützungsunternehmen, die z.B. Tarifverträge der Unternehmen vergleichen und auch veröffentlichen - inwieweit anonymisiert und z.B. nur Betriebsräten ggü. kann man diskutieren. Ebenso, wie sich Gewerkschaften dann finanzieren.

Denn dann muss die Belegschaft Farbe bekennen. Da der Betriebsrat nur gut sein kann, wenn die Belegschaft ihn stützt.

Wie tief muss man noch sinken?

Weil man Wahrheiten ausspricht? Und was die Konkurrenz zur EVG angeht, habe ich mich im gesperrten Beitragsbaum bereits geäußert.

Von dir erwarte ich aber immer noch Lösungen, wie sich die Arbeitsbedingungen und Entgelte für die Belegschaft denn sonst verbessern sollen. Angeblich hast du nach eigener Aussage nichts dagegen. Das glaube ich dir zwar nicht; offenkundig ist es dir ein gewaltiger Dorn im Auge. Aber nehmen wir an, dir sind Arbeitnehmerrechte auch wichtig: wie, gedenkst du, sollen Arbeitnehmer die durchsetzen. Und komm jetzt nicht mit Sozialpartnerschaft: der Streik hätte ja vermieden werden können, wenn der Arbeitgeber so sehr an seinen Arbeitnehmern interessiert wäre.

Und ja: ich bin aus der Gewerkschaft ausgetreten. Weil es damals eine Gewerkschafterin war, auch mit mir im Betriebsrat, die dann hintenrum gegen mich opportunierte und zusammen mit unserem Chef (übrigens SPD-Politiker) dafür sorgte, mich sturmreif zu schießen. Die Gewerkschaft wollte sich von ihrer Mitarbeiterin nicht distanzieren (der Job bei uns war ein Nebenjob) und so hatten sie dann halt Pech.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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