München - Berlin Sprinter sind daran schuld (Allgemeines Forum)

ICE 1517, Samstag, 11.11.2023, 21:09 (vor 24 Tagen) @ EK-Wagendienst

Mir ist der Sachverhalt auch schon aufgefallen und ich habe die Fahrpläne verglichen. Leider wird deutlich, dass die Schuld bei den zusätzlichen Berlin-Sprintern zu suchen ist. Die Linie 41 fährt in Nord-Richtung stets als erster Zug und kann deshalb auch (mit einzelnen Ausnahmen) nicht mehr in Ingolstadt halten.

Also ist mehr Reserve im Fahrplan vorhanden, das sollte man noch viel öfter machen, dass die Fahrplane auch wieder bequem zu fahren sind, und nicht so Fantasie Zeiten, wo die kleinste Abweichung zu Verspätung führt.

Es übersteigt meine Vorstellungskraft langsam, ob diese Reserven noch etwas bringen oder wir nicht langsam an einen Punkt sind, wo einfach die Präzision kommen muss, den Fahrplan auch so zu fahren, wie er ist.


Nürnberg-München ist speziell im südlichen Abschnitt ab Ingolstadt ja schon eine verkehrsreiche Strecke. Man sieht das ja recht schön im Fahrplan, dass die RB16 in Ingolstadt Nord kurz warten muss, bevor sie Richtung München starten darf, z.B. von 18:25 Uhr bis 18:36 Uhr. Der Zeitraum wird gebraucht, damit die ganzen ICEs 1601/1711, 721 und 1111 erstmal vorausfahren. Diese RB kommt um 19:41 Uhr in München an und dann will 4 Minuten später auch schon der ICE 881 in München sein.
Der selbe ICE 881 muss in Ingolstadt am besten auch schon pünktlich los, damit der RE1 Richtung München nicht verspätet wird. Und der muss auch pünktlich um 19:58 Uhr in München sein, weil dann 4 Minuten später schon ICE 1007 eintrifft.

Also kurz gesagt: Das ist auf Kante genäht ohne Ende. Ich wüsste nicht, wo man da noch eine sinnvolle Reserve einbauen will. Wenn man eine Reserve einbaut, opfert man irgendwas. Bei der RB 16 sieht's schon stark danach aus, dass wegen dem erwähnten Überholaufenthalt dann später in Ingolstadt Hbf der Anschluss Richtung Donauwörth verpasst wird. Wenn noch irgendwo eine Reserve reinsoll, dann gehen weitere Anschlüsse drauf oder der Regionalverkehr wird unterwegs überholt, was aufgrund des hohen Zeitbedarfs dringend vermieden werden sollte.

Wenn man irgendwo noch was holen möchte, dann könnte der Fernverkehr mithelfen:

1. Bei den drei besagten ICEs 1601/1711, 721 und 1111 fährt ein ICE T voraus. Würde helfen, wenn bei diesen drei Fahrten der selbe ICE-Typ mit selber Höchstgeschwindigkeit unterwegs wäre. Der 1601/1711 bremst die anderen mit seiner Höchstgeschwindigkeit von nur 230km/h aus. In den anderen Stunden ist es das gleiche Spiel, nur mit ICE 4 ein wenig schneller.

2. Ich kenn die Auslastung dieser Züge südlich von Nürnberg nicht wirklich, ich stell daher die These einfach in den Raum: Muss denn jeder ICE aus Richtung Berlin/Frankfurt bis München durchgebunden werden, so dass da wirklich 3 ICEs hintereinander auf die Strecke geschickt werden? Kann man nicht einen dieser drei Züge über Augsburg schicken oder einen sogar in Nürnberg enden lassen? Man hat ja speziell für das Verkehrsbedürfnis Frankfurt-München eine Alternative über Stuttgart dazubekommen, so dass vielleicht der Frankfurt-ICE alle zwei Stünden in Nürnberg enden könnte.

Das wären so die kurzfristigen Maßnahmen. Ansonsten reden wir über Infrastruktur, aber das dauert etwas zu lange. Solange wir die nicht haben, muss alles andere stimmen: Reserven können helfen, allerdings wohl zwischen Nürnberg und München nicht realisierbar, vielleicht auf anderen Linienabschnitten nördlich von Nürnberg. Und dann bleibt wirklich nur, dass jeder sich zusammenreißen muss, um den Fahrplan so zu fahren, wie er ist.
Dann müssen natürlich die Fahrzeuge in Topform sein und ihre Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung realisieren können, alle Türen zur Verfügung stehen. Und auch das Zugbegleitpersonal kann seinen Anteil leisten: Ich staune mittlerweile, wie spät manchmal die Ansagen zum nächsten Halt kommen. Und dann stehen natürlich die aussteigewilligen Fahrgäste noch nicht an der Tür, sondern vermengen sich im Zug mit den schon zugestiegenen Fahrgästen.

Es gab vor einigen Jahren das Projekt Planstart mit dem Ziel, beginnende Fernverkehrszüge pünktlich abfahren zu lassen. Und dann hat man ja wirklich die Planstart-Projektmitarbeiter am Bahnsteig gesehen, die sich auch angeschaut haben, was in der Realität los ist. Ist das Signal rechtzeitig auf Grün? Pfeifen die Zugbegleiter rechtzeitig ab?
Heute würde es vermutlich an weitaus simpleren Problemen scheitern: Ist das Zugpersonal von seiner vorherigen Fahrt überhaupt schon da? Aber prinzipiell würde es helfen, wenn man sich mehr mit den Themen wieder befasst, auf die man selber noch Einfluss nehmen kann.


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