Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Donnerstag, 12.05.2022, 20:38 (vor 206 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Tag beschauten wir die litauische Hauptstadt Vilnius. Die Stadt hat mir sehr gut gefallen, im Gegensatz zu Białystok gab’s hier auch reichlich was zu sehen.^^
Für relevant zu erwähnen halte ich, dass Vilnius eigentlich gar „original litauisch“ ist: Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges lebten fast keine Litauer in der Stadt, sondern hauptsächlich Polen, Juden und ein paar Russen. Erst durch die Westverschiebung Polens fiel Vilnius an die Sowjetunion und wurde von litauischer Bevölkerung besiedelt.
Vorab noch einige Worte zur litauischen Sprache: Ich halte sie für die wahrscheinlich hässlichste Sprache in der Nordhälfte Europas (Isländisch fand ich auch echt nicht schön, das weiß ich noch, ist aber schon über 10 Jahre her^^). Litauisch ist wirklich in Gänze unverständlich (egal ob gesprochen oder geschrieben)! Dabei handelt es sich tatsächlich um eine indo-europäische Sprache. Vom grundsätzlichen Aufbau her ist Litauisch wohl recht nah an Lettisch dran, eine Verständigung ist ohne Kenntnisse der jeweils anderen Sprache aber nicht möglich (zumal Lettisch einen Haufen Fremdworte aus anderen Sprachen übernommen hat, was bei Litauisch überhaupt nicht der Fall ist). Die beiden baltischen Sprachen (Litauisch & Lettisch) sollen wohl halbwegs mit den slawischen Sprachen verwandt sein. Aber selbst wenn man in den slawischen Sprachen ein bisschen was versteht, dann erkennt man auf Lettisch nur einige Worte, wenn man weiß, was das sein soll, und Litauisch bleibt einfach ein Rätsel.^^ Russisch hörten wir nur selten in Litauen, als Fremdsprache scheint es aber recht gängig zu sein. Generell schien der russische Einfluss in Litauen gering zu sein, denn Litauen grenzt ja auch nicht ans russische Kernland, nur an die Exklave Kaliningrad.
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166 ¯\_(ツ)_/¯
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167 Hübsche Fassade in der Nähe unseres Hotels in Vilnius
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168 Zugang in die Altstadt durch das Tor der Morgenröte
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169 Hier die Innenseite
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170 Die Straße vom Stadttor hinab ins Zentrum
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171 Müsste die Theresienkirche sein, gleich neben besagtem Stadttor
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172 Hier hingegen wird es orthodox
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173 Nämlich in der Heilig-Geist-Kirche
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174 Ich habe Fragen!
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175 Ein kunstvoller Durchgang
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176 Die Philharmonie
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177 Die barocke St. Kasimir-Kirche
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178 Das neoklassizistische (in meinen Augen fast schon öde^^) Rathaus
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179 Auch die St.-Nikolas-Kirche ist orthodox
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180 – 181 Im Großen Hof der Universität
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182 Wie komisch kann man „Doktor Jakob Fischer“ schreiben? – Litauer: „Ja.“
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183 Der Präsidentenpalast
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184 Um diesen Gag zu verstehen, muss der lesende Litauer sowohl Englisch als auch Deutsch beherrschen. ;-)
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185 Das jüdische Museum von Vilnius
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186 – 187 In der orthodoxen Kathedrale der Himmelfahrt der Gottesmutter
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188 Die Kirche St. Franziskus & Bernhard (rechts) und die Kirche St. Anna (links)
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189 Im Inneren der Kirche St. Anna
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190 Eine Neben-Kapelle
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191 Das Ensemble von vorn aus besehen
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192 Für den Weg nach oben nahmen wir die Standseilbahn^^
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193 Weißte Bescheid
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194 Rauf geht’s!
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195 Links hinter dem Fluss die Neustadt, rechts der wunderhübsche Sportpalast, links unten unsere Standseilbahn
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196 Der faszinierend hässliche Sportpalast im Detail
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197 Hier oben findet man den Gediminas-Turm, eines der Wahrzeichen von Vilnius
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198 Auf der anderen Seite überblickt man die Altstadt: Am linken Bildrand erkennt man die Kirchen St. Franziskus & Bernhard sowie St. Anna, das hohe gelbe Gebäude rechts der Bildmitte umrahmt den Großen Hof der Universität
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199 Das ganze etwas größer und ohne die beiden Kirchen links
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200 Nun ist die Universität nach links gerückt
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201 Und hier nun der Blick gen Nordwesten
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202 Runterzu gehen wir aber zu Fuß
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203 Bald erreichen wir die Kathedrale
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204 Ihr Glockenturm ist ein separates Gebäude
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205 Kathedrale mit Turm, links oben lugt noch der Gediminas-Turm hervor
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206 Der Portikus im Detail
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207 Kathedrale von innen
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208 Eine Statue vom König Ladislaus des I. von Ungarn, dem sie gewidmet ist
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209 Der Altar
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210 Hübsche Fassaden gegenüber der Kathedrale

Ich hatte im Vorfeld den Fahrplan von einem Russenzug von Kaliningrad nach Tscheljabinsk gesehen. Der Zug sollte Montagvormittag in Kaliningrad losfahren und Donnerstag früh sein Ziel hinter dem Ural erreichen. Am Montagnachmittag würde er Vilnius passieren. Auch wenn wir wahrscheinlich nicht an den Zug rankommen würde, wollte ich ihn wenigstens angucken. Also begaben wir uns etwas vor der angegebenen Zeit zum Bahnhof. Dort war er nicht angeschrieben, wir gingen kurz zu einem Bahnsteig – doch der örtliche Sicherheitsschrank beäugte uns direkt nach unserer Ankunft mehr als kritisch. :D Wir wechselten also auf die Fußgängerüberführung (ist ja öffentlicher Raum), der Sicherheitsschrank unten auf den Bahnsteigen beobachtete uns nicht weniger skeptisch. Einmal kamen uns drei Männer mit Bierflaschen (und zwar nicht den ersten) entgegen, die nur deshalb laufen konnten, weil sie zu dritt waren und die Überführung zwei Geländer hatte.^^ Spannend wurde es, als sie um uns herum navigieren mussten und sich nicht mehr zwei von ihnen gleichzeitig am Geländer festhalten konnten. Willkommen in Osteuropa! :D Selbst von den klar & deutlich gesprochenen Lautsprecheransagen auf den Bahnsteigen konnte ich absolut kein Wort verstehen – nicht einmal die Zahlen, die ich in allen slawischen Sprachen verstehe. Zwischen meinen erfolglosen Versuchen, wenigstens ein Wort der Ansagen zu verstehen, entstanden zwar Aufnahmen aller möglicher litauischer Züge, bloß den ersehnten Russenzug sahen wir nicht. Fahren die Züge nach Kaliningrad eigentlich immer noch trotz der Sanktionen?
Am Abend warteten fotografierten wir nochmal Züge am Bahnhof, auch wenn diesmal kein Russenzug erwartet wurde.^^
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211 Neben dem Bahnhof befindet sich das litauische Eisenbahnmuseum. Da wir beide uns aber weniger für die Züge an sich interessieren, sondern eher für die Orte, die man mit Zügen erreicht, waren wir nicht drinnen.
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212 Ein Elefant aus Kaunas
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213 Minidiesel nach Kena an der weißrussischen Grenze
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214 Großes Diesel-Teil aus Klaipėda an der Küste
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215 Blick über den Bahnhof mit Diesel-Zügen nach Klaipėda & Kena. Elektrisch sind in diesem Land einzig die Verbindungen nach Kaunas & Trakai, obwohl die Strecke sogar bis Minsk durchgehend elektrifiziert ist ohne Wechsel des Stromsystems (und von dort theoretisch bis Wladiwostok oder Faro ;-) ).
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216 Der Zug nach Klaipėda verkriecht sich
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217 Dafür kommt ein neuer Elefant aus Kaunas …
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218 …und spuckt seine Leute auf den Bahnsteig
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219 Ruhe
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220 Später noch ein Zug aus Klaipėda
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221 Zwei Kaunasser Elefanten
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222 Einer von ihnen verkriecht sich
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223 Kurz-Diesel unbekannter Herkunft
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224 Urviech ebenfalls unbekannter Herkunft
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225 Das Bahnhofsgebäude von der Stadtseite

Eine gute halbe Stunde, nachdem der Russenzug hätte kommen sollen, gaben wir auf. :D Wir gingen zurück in die Stadt, weiter Kirchen gucken.
Am Ende gönnten wir uns Abendessen beim Georgier. Georgisch essen kann man ja kaum außerhalb der ehem. Sowjetunion. Also tue ich das immer, wenn ich die Gelegenheit habe.^^
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226 Die krasse Allerheiligen-Kirche. Oder wie die Litauer sagen: Visų Šventųjų bažnyčia (diese Worte kann man tatsächlich erkennen, wenn man’s weiß). :D
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227 Wo wir schon bei sakralen Gebäuden sind, soll die Choral-Synagoge nicht ungezeigt bleiben
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228 Das vergleichsweise schlichte Innere der St.-Nikolaus-Kirche, der ältesten Kirche der Stadt
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229 In der Heilig-Geist-Kirche wird es wieder heftig
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230 – 231 Hübsche Gebäude in der Altstadt
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232 Die Fassade der St.-Katharinen-Kirche
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233 Orthodox gibt's auch nochmal, hier in Form der Kirche St. Michael und Konstantin
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234 გაუმარჯოს!
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235 Schweinebauch für den Schweinebauch
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236 Om nom nom
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237 Unser Hotel^^

Nachdem ich reichlich Bilder aus der Stadt mit ihren Kirchen gezeigt habe, sollen die öffentlichen Verkehrsmittel nicht unerwähnt bleiben. In Vilnius beschränken sie sich auf Busse mit oder Strom, etwas Anderes gibt es nicht.
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238 Ein süßer Würfelbus zum Bahnhof
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239 Seuchenabstand!
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240 Alter O-Bus
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241 Nochmal
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242 Neuer O-Bus & altes Haus
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243 Alter O-Bus & altes Haus
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244 Mit dem hier sind wir mitgefahren

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)


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