Die Europaletten und ihre Nachbarn – Kap 1/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster, München, Donnerstag, 12.05.2022, 20:37 (vor 11 Tagen)

Hallo liebes Forum,

diesmal gibt’s zur Abwechslung mal keine Alliteration in meiner Überschrift, wird ja sonst langweilig.^^ Sondern endlich mal wieder ein schlechtes Wortspiel. ;-)
Und noch etwas kann ich vorwegnehmen: Aus Polen wird es erstmal keinen weiteren Reisebericht aus dem letzten Jahr geben.^^

Wer meine älteren Reiseberichte noch in Erinnerung hat, weiß, dass ich versuche, die letzten Länder Europas noch zu erlegen.
In Litauen war ich überhaupt noch nie gewesen.
In Lettland hatte ich noch nie übernachtet – zählt also auch nicht.
In Estland & Finnland hatte ich zwar schon übernachtet, aber ich kannte nur jeweils einen Ort, und auf dem Weg von dort zur russischen Grenze habe ich auch nicht so viel von Land & Leuten gesehen – zählt also eigentlich auch nicht.
Deshalb hatte ich mir für das erste saublöde Seuchenjahr folgende feine Fahrt zusammengebastelt:
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Die Russen werden mich wohl auf relativ lange Sicht nicht ohne Quarantäne reinlassen (und jetzt wo sie reichlich Russenkloppe verteilen, verliere ich definitiv die Lust!), deshalb versuchte ich nun, wenigstens einen Teil der Route umzusetzen.
Für den besten Punkten zum Splitten hielt ich Tallinn. Der Teil bis Tallinn passte auch gut in eine Woche. Check, so machen wir’s. :D Bzgl. des Teils durch Russland bin ich nicht sehr optimistisch, dass das bald klappt – so schnell werde ich nicht nochmal zum Kremlmonster mutieren…
Ein paar Unterschiede zur Grafik gab es letztlich:
-- Nach der Einreise nach Litauen ging es direkt nach Vilnius, Kaunas wurde als Tagesausflug besucht.
-- Die Verbindung von Vilnius nach Daugavpils gab es nicht mehr, statt Daugavpils besuchten wir in Lettland Sigulda.

Wegen Der Seuche hatte Litauen alle internationalen Bahnverbindungen eingestellt (auch für das laufende Jahr finde ich keine…). Einzig die Züge aus Moskau nach Kaliningrad fahren, allerdings ist der Ein-/Ausstieg auf litauischem Gebiet verboten. Für Busse allerdings gab es keinerlei Einschränkungen. :-s
Dementsprechend blieb uns nichts anderes übrig, als die Anreise nach Litauen im Bus zurückzulegen. Wie oft darf man eigentlich Flixbus fahren, bis man hier rausgeschmissen wird? :-s (Frage für einen Kumpel!) Białystok war der einzige Ort hinter Warschau, an dem Bus & Bahn in der Nähe halten und in dem man einige Stunden verbringen könnte. Damit sollte nun auch klar sein, warum der letzte Teil meines Polen-Berichts ausgerechnet in Białystok endete. ;-)
Ich muss zugeben, ich hätte den Hinweis von Flixbus, mindestens 15 min vor der angegebenen Abfahrtszeit am Bus zu sein, nicht ganz Ernst genommen. Doch die Busse sind ja reservierungspflichtig, und deshalb wird, sobald alle eingeladen sind, abgefahren: in unserem Fall gleich 11 min vor Plan! :-O Später wurden mehrere Zwischenhalte komplett ausgelassen, der Bus blieb einfach auf der Schnellstraße und fuhr an den Städten vorbei.^^ Bereits auf der Ausfallstraße von Białystok sahen wir LKWs von DB Schenker, die dort ihr Unwesen trieben – die sind wie Die Seuche: echt überall! :-O Die Landschaft in Nordostpolen war nicht allzu spannend: waldig, komplett flach, Seen gab es erst später. In Augustów, der einzigen größeren Stadt auf dem Weg zur Grenze, gab es noch ein paar Aussteiger (wahrscheinlich aus Warschau gekommen), aber keine oder kaum Einsteiger. Nach zwei Stunden hielt der Bus in Sejny, dem Nabel der Welt. Das ist ein Örtchen mit gut 5.000 Einwohnern im äußersten Nordwesten Polens 12 km vor der litauischen Grenze. In dem Ort selbst stellen die Litauer nur jeden 12. Einwohner, in der umliegenden Landgemeinde schon jeden 5. (diese hat aber auch nur knapp 4.000 EW^^). Fahrgastwechsel gab’s hier keinen, aber der Busfahrer verkündete 25 min Pause wegen seiner Lenkzeiten.^^ Luxi drückte mir sein Handy in die Hand und rief: „Ich geh Bier kaufen!“ Ich überlegte, mit dem Handy den polnischen zu machen – aber die einzige Möglichkeit, von hier wegzukommen, machte eben 25 min Pause. :-s Während der Pause bemerkte ich, dass in dem Bus doch zwei Leute mit Maultäschle unterwegs waren: recht weit vorn war tatsächlich noch jemand. :-O
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136 Der Polen-Bericht endete damit, dass wir unser Gepäck am Bahnhof von Białystok abgeholt hatten
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137 Wir gehen zum nahen Busbahnhof von Białystok
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138 Aufgrund der sinnvollen litauischen Seuchenregeln blieb uns halt nur dieser Weg. -.- (Das Nummernschild muss nur bei privaten Fahrzeugen geschwärzt werden, Daten von Unternehmen müssen nicht anonymisiert werden.)
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139 Oh oh… Verhaftung incoming… Nein, natürlich wurde außen rum gefahren und nicht durch Weißrussland. =)
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140 Die einladende Überführung, von der aus Bild 136 entstand
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141 Letzter Blick aufs Bahnhofsgebäude von Białystok
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142 – 143 Die Nebenbahn nach Waliły
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144 Eine moderne Kirche im Norden von Białystok
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145 Spannende podlachische Landschaft
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146 „In Podlachien lebt das Wisent, Sponsor des Białowieża-Nationalpark“. So einem Vieh möchte ich lieber nicht in echt gegenüberstehen.^^ Aber die schmecken bestimmt gut. :-s
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147 – 148 Ich weiß nicht, was mich mehr überrascht: Dass es in Polen einen Radweg gibt oder dass er tatsächlich genutzt wird. :-s
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149 Eine internationale Magistrale, die die beiden Hauptstädte zweier benachbarter Länder mit teils gemeinsamer Geschichte verbindet. Sämtliche grenzüberschreitenden Verbindungen sind an Der Seuche gestorben…
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150 Gegenflix
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151 Der Nabel der Welt
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152 Wie macht der Wendler? EGAAAL! Flixbus in Polen wird sicherlich von Der Seuche subventioniert.
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153 – 154 Fahrt in den Sonnenuntergang
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155 Die ehemaligen Zollanlagen auf polnischer Seite
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156 Yäääääy!
An der Grenze waren die Uhren um eine Stunde vorzustellen. Nun hatte ich mehr als die Hälfte der ehem. Sowjetrepubliken besucht (8/15). Von den 20 Autonomen Sozialistischen Sowjetrepubliken (die kein Recht zum Austritt aus der Sowjetunion hatten), habe ich bislang aber nur Karelien und Karakalpakistan besucht.^^ Hinter der Grenze vernichteten wir das kurz zuvor gekaufte Bier.^^ Mich überraschte, dass in Litauen alle Verkehrszeichen nur auf Litauisch waren – selbst das 3 x so große Ungarn, dessen Sprache in etwa genauso verständlich ist, verwendet zumindest auf den wichtigen Transitachsen zweisprachige Schilder (HU & EN). -.- Da niemand mit Ausstieg in den litauischen Halten vor Vilnius gebucht hatte, fuhren wir von der Grenze einfach 2:20 h durch bis Vilnius, wo wir stolze 50 min vor Plan (!) eintrafen.
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157 – 160 Wech!
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161 Gibt’s hier Katzenfutter oder Stinktiere? :-s
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162 Ferdsch
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163 Sowjetischer Gehweg
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164 Ui, El Flixo schläft im selben Hotel wie wir :D
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165 Hier gibt’s Kekse zum Frühstück! <3

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Was Du suchst, ist in Dir. Ansonsten ist es im Kühlschrank. Oder in der Kekspackung. :)


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