OT: Journalismus (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 14.04.2022, 14:04 (vor 1459 Tagen) @ Altmann

Hallo.

Auf alle Fälle hat die Chefin der ARD vor Kurzem in einem Interview zugegeben, dass die Berichterstattung der ARD tlw. nicht objektiv ist.

Das hat sie darauf zurückgeführt, dass sich "Kapitalisten" nicht als Journalisten bei der ARD bewerben (und hat dies auf geringe Bezahlung zurückgeführt). Vielmehr sind es eher Menschen, die ihre (politisch eher links angehauchte) Gesinnung vertreten und die Welt verbessern wollen (bzw. halt das, was sie für besser halten, durch ihre journalistische Tätigkeit erreichen wollen).


Einige ARD-Sender sind links (WDR z.B.). Das ZDF wurde damals als CDU-Sender zwecks Ausgleich zum ARD-'Rotfunk' gegründet.

Die ganze Diskussion ist aber müßig. Neutral zu berichten ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Denn allein die Themenauswahl, Formulierungen und Umfang der Berichterstattung sind zumindest teilweise subjektiv. Hat Macron die erste Runde jetzt klar gewonnen oder nur gewonnen oder knapp gewonnen - nichts davon ist falsch; aber so wie die Höhe des Abstands zum Zweitplatzierten jeder einzelne anders interpretieren kann, beinhaltet auch JEDE Form der Formulierung zumindest indirekt eine Wertung. Und ist schon damit nicht neutral.

Das ist aber alles auch nicht schlimm. Wäre der Bürger und Konsument nämlich bereit, sich auch mal breiter zu informieren. Nach der BILD mal in der taz lesen. Und nach der Tagesschau dann RTL aktuell anschauen. Usw. Und dann muss er sich die Mühe machen, sich aus dem Informationsoverkill eine eigene Meinung zu bilden; abzuwägen, bewerten, gewichten usw.


Schöne Grüße von jörg


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