NL-DE: Kaldenkirchen-Dülken. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 15.04.2021, 09:55 (vor 1833 Tagen) @ amtrak

Hallo amtrak,

Gibt es auch eine Möglichkeit das die Niederlande die Engstelle Kaldenkirchen-Dülken finanziert?

Eine Möglichkeit gibt's immer. Aber auch politische Wille?

1. Personenverkehr

1a. Blickpunkt NL

Bei uns steht dieser Grenzübertritt erst auf Rang 3. An erster Stelle kommt Arnhem-Emmerich (Betuweroute, ICE International) und danach Hengelo-Bad Bentheim (Berlin-IC, Cargos NL-Norddeutschland). Heisst also, dass die Strecke nur "südlich der grossen Flüssen" interessant sei; eigentlich sogar nur Nordbrabant und Mitte-Limburg.
Zeeland liegt zu weit weg, ist zu dünn besiedelt und Vlissingen-Bergen op Zoom ist nur für 100 km/h gebaut worden. Zur Zeit dauert eine Reise Vlissingen-Venlo 3:07, gefühlt eine Ewigkeit.
Die Initiative zur Verbesserung muss also vor allem aus Nordbrabant kommen. Provinz Limburg hat zwei Grenzübergänge und es ist nicht zu erwarten, dass man von Nordbrabant via Heerlen-Aachen nach DE reist (trotz Bummelei ist Eindhoven-Venlo-Köln schneller als Eindhoven-Aachen-Köln).

1b. Blickpunkt NRW

Für NRW ist die Strecke eine Nebenbahn. Die westniederrheinischen Hauptachsen verlaufen Duisburg-Krefeld-Viersen-MG-Aachen und Düsseldorf-Neuss-MG-Aachen. Nördlich von Viersen sei ein "RE" mit allen Halten ausreichend. Bis auf Kaldenkirchen sind die Ortschaften wo der Zug hält klein. Es gibt in Kreis Nettetal grössere Orte wo der Zug nicht kommt (z.B. Lobberich).
Streckenverbesserung also nur wegen internationaler Komponent. Verkehre von NRW über Venlo hinaus wurden nicht bestellt und die Strecke ist angeblich für eigenwirtschaftlichen Fernverkehr nicht interessant genug (nur bei Baustellen Emmerich-Oberhausen).

2. Güterverkehr

2a. Blickpunkt EU

Die Magistrale Genova-Rotterdam verläuft via Emmerich. Wenn der Grenzübergang Emmerich wegen Unfall oder Baustelle gesperrt ist, dann müssen die Cargos via Venlo. Dann ist Dülken-Kaldenkirchen ein ernsthafter Engpass.
Zudem hat die Strecke Emmerich-Oberhausen nicht ausreichend Kapazität um die Verkehre von/nach Rotterdam aufzunehmen. Ein Teil muss also via Venlo. Das wird vermutlich auch so sein wenn das 3. Gleis steht. Der Niederschlagsdefizit von 2018 könnte hier ein "game changer" sein = eine Verschiebung von Binnenschifffahrt zur Bahn (der Mittelrhein war einiger Zeit unbeschiffbar).

2b. Blickpunkt NL

Auch wenn der allermeiste Wagenladungtransport auf den LKW übergegangen ist, wurde nichtdestotrotz westlich von Venlo ein Umschlagbahnhof gebaut. S.i.w. wegen Umgehung LKW-Strassengebühr in DE (und/oder LKW-Fahrverbote Abend/Wochenende?).
Zudem befinden sich in der Provinz Limburg einige grosse Unternehmen mit Bahnanschluss (z.B. DSM, Cabooter Gruppe). Man erwartet also auch mit vollständig betriebsfähiger Betuweroute Cargos via Venlo.

Interessant wäre also eine Initiative aus der Cargosparte. Allerdings hat hier Kapazität mehr Wert als Geschwindigkeit. Eine schnellere Verbindung Eindhoven-Düsseldorf ist dann eher nicht zu erwarten.


gruß,

Oscar (NL).

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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