Umlaufplan mit eingebauter 'Sollbruchstelle' (Aktueller Betrieb)

Blaschke, Dienstag, 12.11.2019, 23:03 (vor 2547 Tagen) @ Eingleisigkeit

Hey.

Wenn man die Umlaufpläne nicht mehr enger stricken kann oder will, muss man ganze Züge ausfallen lassen. Dafür nehmen die Disponenten am liebsten einen kompletten Umlauftag, also alle Züge, die ein Fahrzeug an diesem Tag fahren sollte. Dann können alle anderen Umläufe unverändert weiterfahren.

Die Züge, die ein Fahrzeug an einem Tag fahren soll, nennt man Leistungskette. Damit der restliche Plan möglichst stabil weiterläuft, lässt der Disponent am liebsten solche Leistungsketten ausfallen, die am wenigsten Fahrgäste befördern und abends dort enden, wo sie morgens losgefahren sind. Ansonsten stimmt der Umlauf ja auch am Folgetag nicht mehr.

Durch diese Prämissen trifft es leider immer dieselben Leistungsketten:
711 -> 710
817 -> 814
925 -> 776 -> 928 (Folgetag)

'trifft immer dieselben' --> das klingt so passiv. Nach Schicksal. Nach ärgerlichem Zufall.

Ich gehe aber davon aus, dass der Umlaufplan absichtlich so gestaltet ist, dass es solche 'simplen Leistungsketten' gibt, die man einfach ersetzen oder ausfallen lassen kann.

Also sind die entsprechenden Züge von vornherein als 'wir fahren sie, wenn wir Lust haben' einkalkuliert.

Könnte man ja gleich ehrlicherweise mit Fußnote im Fahrplan kennzeichnen.

97: fährt nur bei ausreichender Verfügbarkeit von Fahrzeugmaterial

94: fährt je nach Verfügbarkeit von Fahrzeugen als IC oder ICE

93: kann bei Fahrzeugmangel jederzeit ausfallen

Wobei man 97 und 93 dann noch kombinieren kann. Dann jubelt der Fahrgast, wenn der Zug doch mal fährt und freut sich über die vermeintlich heroische Leistung der DB.

Statt Genöle also Jubel - Blaschi muss wieder erklären, wie man's richtig macht. Wie immer.

Schöne Grüße von jörg


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