Pros und Cons von Deutschlandtakt (Sammelantwort). (Allgemeines Forum)

oska, Mittwoch, 07.08.2019, 10:21 (vor 2485 Tagen) @ Oscar (NL)

Was ich in diesem Zusammenhang vermisse, ist ein Mittelstreckenverkehr. So wie der "IC" bei uns in NL. Mehr in der Fläche vertreten als der Fernverkehr, aber schneller als ein RE.

Ein IR oder oft haltender IC in Deutschland - genau das sind die Züge die das Netz betriebssicher machen. Wenn der Anschluß-ICE schon weg ist, fährt man einfach mit dem nächsten IR oder IC.

Oberflächengrösse ist das Problem nicht. Man kann meinetwegen einen ITF von

Da stimme ich Altmann zu. Lange Laufwege sammeln gerne Verspätungsminuten. Lange Laufwege finde ich gut, zum ITF passen sie nicht.

Das mag stimmen für die Oma aus Pinneberg, die dann 1x pro Woche ihren Direktzug nach Reit im Winkl hat.

Pinneberg hat eine direkte S-Bahn-Verbindung nach Hamburg. Ich würde hier von einem Vorort sprechen. Die Oma hat kein Problem damit ihre FV-Reise in Hamburg zu starten.

Hauptsache: sie erreicht ihr Reiseziel auf ihren reservierten Sitzplatz. Was ansonsten alles an Zügen fährt ist egal, was zählt, ist nur der gebuchte Platz im gebuchten Zug.

So ist es.

Reit im Winkl hat keinen Bahnhof. Reit im Winkl liegt hinter München. Bei einer so weiten Strecke ist es für die Oma selbstverständlich in München nochmal umzusteigen. Von dort aus sollte es dan die Direktverbindung (zum nächsten Bahnhof: Prien am Chiemsee) geben.

Von Hamburg aus kann es Direktzüge nach Innsbruck und Salzburg geben. Dann kann die Oma in Kufstein aussteigen und sich mit dem Auto abholen lassen oder in Prien aussteigen und mit dem Bus fahren. Zwischen Kufstein (Österreich) und Reit (Deutschland) gibt es keinen funktionierenden ÖPNV. Das ist selbst in Deutschland oft ein schwieriges Thema, selbst wenn nur eine Landkreisgrenze überschritten wird. Hier besteht große Verbesserungsbedarf.

Problem ist nur, dass es noch 1000 Orte wie Pinneberg gibt und noch 100 Reiseziele

Nein. Der IC/EC Hamburg-Salzburg bringt die Oma (bahn-)umsteigefrei an ihr Ziel. Sie kommt mit dem Nahverkehr sowohl zum Startbahnhof wie auch zum Ziel.

S-Bahn -> Hamburg-Prien -> Bus nach Reit am Winkl

Je dichter der Takt - also je mehr Züge fahren - desto weniger muß man planen. Wie im Nahverkehr einer Großstadt, die nächste U-Bahn kommt nach kurzer Zeit. Man muß nur wissen wohin die fährt, nicht wann sie planmäßig abfahren soll(te). So stelle ich mir den FV der Zukunft vor.


Dann müssten bei uns die Planer von Prorail quasi arbeitslos sein. Die "IC"s von

Meinst Du die Planer, die die Fahrpläne festlegen oder die Menschen im Reisezentrum, die für den Kunden die Reisepläne ausdrucken und erklären wo sie umsteigen müssen?

Eindhoven nach Amsterdam fahren auch am Sonntag in 10-Minutentakt; das ist sogar öfter als die Strassenbahnlinie 3 in Amsterdam (15-Minutentakt).

Perfekt.

Dort wo dichte Takte in weniger dichte übergehen, müssen die Anschlüsse klappen.

Müssten oder sollten. Können aber nicht immer. Ich behaupte einfach mal ins Blaue das die meisten Verspätungen sich nicht Planungsdefiziten ergeben. Sonst wären ja immer die gleichen Züge mit der gleichen Verspätung unterwegs. Einen PU kann man nicht planen. Auch weniger schlimme Ereignisse passieren, ob Takt- oder Nicht-Takt-Fahrplan. Verspätungen wird es immer geben. Im ITF sind sie nur besonders fatal.

Damit Jan in Eindhoven auch noch seinen am Sonntag nur stündlich verkehrenden

Den erreicht er doch auch. Wenn er planmäßig 10 Minuten irgendwo warten muss sogar viel sicherer, als wenn er nur dann umsteigen kann, wenn beide Züge zur selben Minute am selben Ort sind.

Jan hat nur ein Ziel, das ist sein Bus. D.h. egal wie die Züge fahren, er will den nächsten nehmen, der ihn nach Eindhoven bringt. Je dichter der Takt, desto weniger schlimm ist ein Ausfall oder eine große Verspätung. Denn dann nimmt er einfach den nächsten Zug zehn Minuten später.

Wenn Jan viel Erfahrung hat, kann er solange in Amsterdam in seinem Lieblingscafe sitzen und den letztmöglichen Zug nehmen um den Bus zu erreichen. Wenn Jan auf Nummer sicher gehen will nimmt er den erstmöglichen Zug und ist so früh wie möglich in Eindhoven. Alles eine Frage der individuellen Einstellung des Reisenden.


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