ZEIT: Die Bahn hat wieder eine Vision (Allgemeines Forum)

Lumi25, Mittwoch, 07.08.2019, 09:44 (vor 2483 Tagen) @ Henrik

Hochgeschwindigkeitszüge lohnen sich eben doch

Rüdiger Grube, von 2009 bis 2017 Bahnchef, hatte noch verkündet, dass die Zeit der Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland vorbei sei. Denn die superschnellen ICE brächten nur eine Zeitersparnis von wenigen Minuten und würden viel zu viel Energie verbrauchen. 250 Stundenkilometer täten es auch. Jetzt zeigte sich: Ein paar Minuten weniger bringen es eben doch.

Wenn der ICE etwa die Strecke zwischen Nürnberg und Würzburg statt in 40 in etwas weniger als 30 Minuten schafft, funktionieren die Nahverkehrsanschlüsse in beiden Städten perfekt. Weite Teile Nordbayerns sind ideal an den Rest der Republik angeschlossen. Und Reisende gewinnen beim Umsteigen nicht nur zehn Minuten, sondern 30 bis 40 Minuten.


Man kann Deutschland nicht mit der Schweiz vergleichen. In der Schweiz ist das komplette Netz elektrifiziert. Das heißt bei Streckensperrungen oder Störungen kann man viel flexibler umleiten.

Wenn hier dagegen die NBS Köln-Rhein/Main gesperrt ist sind die Folgen verheerend. Bei Umleitung über die linksrheinische Strecke wird der komplette Nahverkehr kaputt gemacht. Man kann die NBS nicht mal abschnittsweise weiter benutzen.

Wenn man von Köln nach Leipzig über Frankfurt möchte bedeutet so was gleich mal eine längere Fahrzeit von 2 Stunden, da die Umleitung nicht 60 Minuten sondern mindestens 70 Minuten oder mehr an Zeit kostet.

Eine NBS Würzburg-Nürnberg würde auch daran kranken.

Davon abgesehen was passiert wenn gut Schnee liegt? Die Vmax. auf 200 km/h drosseln bedeutet dann gleich Verspätungen.


1. Für mich gibt es nur zwei Modelle den Verkehr zu beschleunigen. Man baut ein durchgehendes NBS-Netz (mit Umfahrungen) und Anbindungen ans vorhandene Netz (niveaufrei)

2. Man baut Strecken so aus wie die Unterinntalbahn in Österreich.


In Deutschland haben wir weder das eine noch das andere.

Davon abgesehen ist es auch eine teure Angelegenheit 300 km/h auf wenigen Kilometern zu fahren. Wenn dann Flixtrain kommt und das ganze bei 200 km/h mit 10-15 Minuten längerer Fahrzeit anbietet und dabei die Anschlüsse zuverlässiger klappen hat die DB ganz schnell ein Problem. Die höheren Kosten der HGV-Züge sollen schließlich auch wieder reinkommen.


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