Sicherheit ist in Deutschland nicht erwünscht (Allgemeines Forum)

worfie, Dienstag, 23.07.2019, 15:34 (vor 2452 Tagen) @ arno50

Sicherheit geht nur durch Präsenz und Kontrolle. ich erinnere mich an einen Aufenthalte am Kölner Hauptbhf. Alle Naselang wurde ich angesprochen "haste mal... ", teilweise sogar 2mal von derselben Person, der ich gegen meine Überzeugung was gegeben hatte. Ich hatte dann auf dem Platz vor dem Bahnhof einen Einsatzwagen d er Polizei entdeckt, in/vor dem ca 1/2 Dutzend Uniformierte gelangweilt herumsassen und gesagt, dass ich in 1/2 Stunde hier von mehr Bettlern angesproche wurde als in 1 Woche in Palermo. Die interessierte das nicht, das ist in Köln so, wurde geantwortet. Wenn man das hochrechnet auf Nachtzeit und nicht-männliche Reisende - nein danke.

Das Hauptproblem ist ja nicht die Frage, ob und wie Bahnsteigsperren existieren, sondern einfach die Mentalität und dass in Deutschland Sicherheit einfach nicht erwünscht ist (oder zumindest bis 2016, solange ich es beurteilen kann, nicht erwünscht war).

Als fahrendes Personal kriegt man viel mit und vor allem auch, wie sich die Gesellschaft über die Jahre hinweg verändert.
Wenn ich mal überlege, was passiert, wenn in meiner Wahlheimat irgendjemand mit vermutlich ungeklärtem Aufenthaltsstatus in einer Bahn handgreiflich gegenüber Fahrgästen und Personal wird, sie anschreit und anspuckt, und als einzigen "Ausweis" einen Stapel von Fahrpreisnacherhebungen im vierstelligen Eurobereich (darunter ICE-Fahrten in Bayern) vorzeigt und dann die Polizei gerufen wird, dann kommt die Polizei, nimmt die Person erst einmal in Haft.

Was passiert in Deutschland? Man ruft die Polizei und wartet über 15 Minuten am Bahnsteig, genauso wie die 300-400 Passagiere im Zug, die ja vermutlich eigentlich lieber zur Arbeit, in den Feierabend oder sonstwohin fahren möchte, wofür sie ja auch bezahlt haben. Irgendwann kommt die Polizei mit dem Ergebnis, dass die Person dann eine halbe Stunde wieder im Gegenzug sitzt und dort die Fahrgäste und das Personal belästigt.

Was passiert bei Diebstahl?
In Japan geht man zur Polizei und erstattet Anzeige.

In Deutschland?
Da geht man zur Bundespolizei und bekommt gesagt "Wir sind hier gerade beschäftigt, gehen Sie 300 Meter weiter in die andere Wache." In der anderen Wache: "Warum kommen Sie hier her? Für Anzeigen müssen Sie in die andere Wache gehen." "Die haben mich gerade zu Ihnen geschickt, weil die keine Zeit haben." "Oh, wirklich?" Daraufhin überprüft der Beamte erst einmal akribisch, was denn die anderen Beamten gerade machen um dann mit einem "Ich möchte Sie ja nicht wegschicken, aber es kann etwas dauern, bis wir einen Beamten haben, der Ihre Anzeige aufnehmen kann." "Wie lange denn?" "Das kann ich Ihnen nicht genau sagen, es kann aber auch drei bis vier Stunden dauern."

Und wie oft liesst man in Zeitungen von Übergriffen auf Zugpersonal oder von anderen Straftaten an Bahnhöfen. Wie oft steht das Wort "polizeibekannt" im Artikel? Da fragt man sich, schon was die Polizei so treibt, wenn sie ihre ganzen Pappenheimer sowieso schon "kennen".

Solche Erlebnisse waren für mich auch einer der Hauptgründe, den Beruf und dieses Land hinter mir zu lassen. Ich möchte hier auch nicht zu politisch werden, aber was mich an Deutschland wirklich fasziniert, ist die Überraschung, mit der man in Deutschland auf die Wahlerfolge der AfD reagiert, wo doch die allergrößten Unterstützer der AfD die Abgeordneten der CDU/CSU und SPD sind, die durch ihre jahrelange Vernachlässigung von grundlegenden Bedürfnissen wie öffentliche Sicherheit, Feuerwehr, Rettungs- und Pflegewesen permanent Öl in die Propagandamühlen dieser braunen Pest gegossen haben.


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