Finde ich bescheuert (Fahrkarten, Angebote und Tarife)

Hustensaft @, Mittwoch, 02.01.2019, 16:42 (vor 346 Tagen) @ Twindexx

Ich weiss zwar nicht, wie die Gesetzeslage da ausserhalb der Schweiz ist. Aber in der Schweiz gibt es eine gewisse Pflicht, Bargeld zu akzeptieren. Denn Bargeld ist das gesetzliche Zahlungsmittel.

In Deutschland ist Bargeld noch immer das einzige gesetzliche Zahlungsmittel, jede andere Form der Zahlung ist nur zahlungshalber und damit eine Hilfskrücke. Leider hat der Staat mit der Schließung der Finanzkassen ein schlechtes Vorbild abgegeben (keine Ahnung, ob da jemals jemand dagegen geklagt hat), aber gerade bei geringen Beträgen wie einem Busfahrschein bewegen wir uns in Bereichen, die schon der Geringfügigkeit nahekommen (die Grenze liegt bei 2 bzw. 5 Euro), bei der eigentlich gar nicht mehr gezahlt werden muss. Hier auf einer Pflichtzahlung mit Karte zu bestehen wäre mit ziemlicher Sicherheit rechtswidrig, von der Diskriminierung einmal ganz abgesehen (und nein, die Prepaid-Variante ist keine Alternative, weder für Kinder noch für Ausländer, ist doch die Beschaffung und ggf. auch die Auszahlung von Restguthaben mit erheblichem Aufwand verbunden).

Übrigens: Nur weil es in anderen Ländern funktioniert, muss das weder (in Deutschland) rechtmäßig noch vorbildlich sein; jedes Modell hat nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Wirklich "sicher" wäre nur eine Chipkarte, welche jeden Ein- und Aussteigevorgang erfasst, wobei auch hier Grenzbereiche bestehen (z.B. kurzes Verlassen eines vollen Fahrzeugs, um anderen Fahrgästen des Ausstieg zu ermöglich, um bei Rollstühlen, Kinderwagen oder schwerem Gepäck zu helfen etc.), von der Datenschutzfrage ganz abgesehen.

Nebenbei: Solange das Risiko einer technischen Fehlfunktion bei mir als Kunden liegt, lehne ich elektronische Modelle ohnehin ab (lest einfach mal die Beförderungsbedingungen von Verkehrsunternehmen mit eTicket).

Zum Schluss: Wer schon ein paar Tage älter ist wird sich erinnern, dass vor ca. 10 bis 15 Jahren ein großer Hersteller von Chips für ec-Karten (heute Girocard) große technische Probleme hatte, so dass die Karten häufig den Geist aufgaben; ganz persönlich habe ich damals in nicht einmal sechs Monaten drei Karten verschlissen, obgleich ich sie selten und nur an Geldautomaten genutzt hatte (ist vorher und nachher nie wieder passiert). Oder stellt Euch einen Bug vor, wie aktuell bei der Buchung von Sparpreisen als Online-Ticket, der trotz gegenteiliger Beteuerung der DB mit Kreditkarte derzeit gar nicht funktioniert.

Ob ein Fahrkartenverkauf mit Karte und PIN-Eingabe wirklich schneller ist als ein Verkauf gegen abgezähltes Bares - nun, der Beweis wäre erst einmal zu erbringen.


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