Der Bund kritisiert das Rabattsystem der Deutschen Bahn (Fahrkarten und Angebote)

Henrik, Mittwoch, 19.09.2018, 00:58 (vor 2748 Tagen) @ Aphex Twin

Wenn ich ehrlich bin, k*tzt mich die Fahrerei mit der Bahn immer mehr an, die Preise steigen und steigen, und die Leistung wird schlechter und noch schlechter. Und voller wird's außerdem.

Wenn die Preise steigen, Leistung schlechter werden, wäre es doch eher naheliegend, dass Kundschaft ausbleibt, die Kosten jedoch gestiegen sind (höhere Personalkosten, Inflation, Wetter etc), das Einnahmen-Kostenverhältnis aus Unternehmersicht also deutlich schlechter geworden ist.

nun sind bei der Bahn weder die Preise gestiegen (Sparpreise sind deutlich günstiger geworden),
noch die Leistung schlechter geworden (Inbetriebnahme VDE 8, so viele Fernzüge auf dem Netz wie noch nie zuvor),
und doch gibt's Du mit Stolz zu erkennen, dass Du Dich hinsichtlich der Entwicklung des Geschäftsfeldes DB Fernverkehr im Integrierten Zwischenbericht 2018 nicht eingelesen hast.

Dir ist immer noch nicht klar geworden dass sich mein Kommentar immer nur auf die ganz oben zitierte 'Beobachtung' bezogen hat? Das ich immer nur eine Hypothese aufgestellt habe wie sich diese 'Beobachtung' mit anderen Fakten (konstanter Gewinn im FV) vereinbaren lässt?

..sprich diese polemische unsachliche Ebene war als Replik auf eben jenes Zitat gewollt?
eine sachliche detaillierte Ebene wäre daher eh deplatziert gewesen.

ok.

Ich wollte nur ausdrücken, dass entweder die Aussage, dass Preise steigen und steigen und Leistung schlechter und schlechter wird, sich bei konstanten Gewinn nur durch immer ineffizientere Deutsche Bahn erklären liesse.
Und damit die Frage stellen ob letzteres wirklich der Fall ist oder ob die Aussage womöglich nicht repräsentativ ist.

Die Aussage / "Beobachtung", dass Preise steigen und steigen.
Nun, die Flexpreise sind ja zweifelsohne gestiegen, wenn auch sehr moderat,
die Sparpreise sind in sehr hohem Maße gefallen.
Es geht hier also eher um die Preiswahrnehmung und die Frage wie repräsentativ dieses ist.
und da besteht auch hier genau da der Unterschied zwischen Flexpreis- vs. Sparpreiskunden.
Während 71 Prozent der Nutzer eines Sparpreises die Bahnfahrt als preiswürdig bezeichnen, erreiche das Flexpreis-Segment hier nur 30 Prozent. „Damit beeinflussen die Sparpreise auch das Preis-Image der Bahn im Fernverkehr.“ - Prof. Andreas Krämer von Exeo Consulting
vgl. Studie "Mobilitätstrends", Exeo / Rogator
Hinsichtlich Leistung wird schlechter und noch schlechter stellt sich das natürlich ebenso differenziert dar. Fahrgäste, die von der Angebotserweiterung infolge der neuen Strecke Berlin - München (VDE 8) sowie Gäubahn profitieren sowie subjektiv die zusätzlichen neuen Züge ICE 4 sowie Redesign ICE 3 positiv bewerten, würden eine solche Aussage eher weniger unterschreiben. Der Abfall der Pünktlichkeit, Abfall des Anschlussgrads FV/FV, das eigene Erfahren dieses sowie die öffentliche Wahrnehmung, das deutlich erhöhte Maß an Ausfall sonstiger Leistungen während der Fahrt wie Bordgastronomie, sanitäre Einrichtungen etc. stützt eher die betreffende Aussage. Letzteres ist von Lutz direkt angesprochen worden und hier mehrfach vom User ICE-TD drauf hingewiesen worden.

Die unterstellte Schlussfolgerung, ob sich die nicht vorhandene Gewinnsteigerung nur durch eine immer ineffizientere Deutsche Bahn erklären ließe, ist eine recht eindimensionale Betrachtung. Zwischen den unterstellten höheren Preisen bzw. höheren Einnahmen (durch Steigerung der Kundenzahlen / Fahrgäste) und dem EBITDA bzw. EBIT liegen ja noch so einige gewichtige Punkte. Hinsichtlich des 1. Halbjahrs 2018 wird das im Integrierten Zwischenbericht 2018, dort Entwicklung des Geschäftsfeldes DB (Seite 26 bzw. pdf Seite 30) entsprechend erläutert.


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