Genau einmal IC-Bus statt EC (Fahrkarten und Angebote)

ThomasK, Sonntag, 16.09.2018, 12:30 (vor 2748 Tagen) @ J-C

Noch einmal von Vorne. Und ich möchte das hervorheben: Es ging um jemanden, der den teureren Fernbus nahm, weil ihm das Preissystem der Bahn angeblich zu kompliziert war.

Ok, nochmal, er hätte die günstigere Bahn nehmen können, aber sich dem aus irgendwelchen Gründen verwehrt.

Mit etwas Vorlauf kriegt man auch mit kleinem Budget es hin, mit der Bahn zu fahren, ich sehe das Problem ganz einfach nicht.

Ja und noch etwas. Wer arm ist, muss halt Prioritäten setzen, dann kann er halt womöglich nicht so viel reisen, ist halt so.

Soll man halt einen besseren Job finden, dann kann man mehr reisen.


Bei mir kam es genau einmal vor, dass ich mit dem IC-Bus anstatt des EC gefahren bin und zwar am 25.08.2018. Als ich zu meinem 14-Tage-Urlaub nach Zermatt aufbrach, bin ich zwischen München Hbf und Zürich HB ausnahmsweise um 6.33 Uhr ab München-Hackerbrücke ZOB mit dem IC-Bus bis Zürich HB gefahren anstatt mit dem EC um 7.14 Uhr.

Da kam aber einiges zusammen. SEV über Memmingen; viel zu späte Abfahrt des EC ab München Hbf, deutlich längere Fahrzeit als der IC-Bus und dann auch noch ein deutlich überhöhter Fahrpreis als im IC-Bus für die deutlich schlechtere Leistung. Da ich zudem noch bei der Ankunft in Zermatt nach den Einkäufen und Einchecken mit den Bergtouren am selben Tag beginnen wollte, habe ich dann ausnahmsweise mal auf den IC-Bus gesetzt.

Der wesentliche Unterschied zum EC ist, dass die gesamte Fahrkartenkontrolle vor Abfahrt vom Zugbegleiter alias Busbegleiter durchgeführt wird. Zu meiner großen Erleichterung wird die Anschnallpflicht nicht kontrolliert. Im Bus sind am Snackautomaten Getränke für einen € erhältlich. Zu meiner großen Überraschung kam der Bus exakt um 10.15 Uhr in Zürich an. Freundliche SBB-Mitarbeiter halfen den Reisenden beim Kofferabladen. Die Entfernung nach Zürich HB beträgt ca. 300 m.

Nun ist die Schweiz deutlich reicher als Deutschland. Aber beim Busbahnhof liegt München mit dem ZOB deutlich vor Zürich. In Zürich hält der Bus an einem einfachen Parkplatz, der nicht überdacht ist. Um Einzukaufen, muss man mehrere hundert Meter laufen. In München ist der ZOB sehr modern, es gibt überall Haltestellenanzeigen mit Zugzielanzeigern und Buspositionen. Trockenen Fußes kommt man in München ZOB zu den Geschäften aller Art (Lebensmittel, Schreibwaren, Reisebüro, Toiletten usw.) im Gebäudekomplex. Na, wenigstens ein Punkt, wo wir mal vor der Schweiz liegen.

Ich hätte sogar noch den IC um 10.32 Uhr Richtung Bern erreicht, aber ich wollte mir zuerst noch die neue Bahnhofspassage angucken, was aber nur zum Teil gelang, da aufgrund eines Häuserbrandes in unmittelbarer Nähe von Zürich HB etliche Teile abgesperrt waren, sodass es erst um 11.02 Uhr weiter nach Visp ging. Um 14.13 Uhr war ich auf die Minute pünktlich in Zermatt. Tadellose Betriebsführung bei der Matterhorn Gotthardbahn.

Die Fahrt mit dem Zug ziehe ich der Fahrt im Bus deutlich vor. Wenn aber im vorliegenden Fall zwischen München Hbf und Zürich HB die Bahn gegen den Bus deutlich schlechter ist, dann weiche ich im absoluten Ausnahmefall schon einmal aus. Bei der Rückfahrt am 08.09.2018 fuhr ich dann aber trotz schlechterer Konditionen doch wieder mit dem Zug; Ankunft in München Hbf war statt 22.47 Uhr um 22.51 Uhr mit +4. Der EC fuhr - warum weiß ich nicht - mit nur einer 218. Auch auf dem deutschen Abschnitt waren wieder sehr viele Schweizer im Zug. Zwischen Zürich HB und St. Gallen fuhr der EC sogar mit 12 Wagen. Der Zug war bis Lindau Hbf in Doppeltraktion mit der SBB 421 bespannt. In Lindau Hbf hieß es dann: Statt Doppeltraktion SBB 421 Einfachtraktion DB 218. Was für ein gigantischer Leistungsabsturz. In München Hbf angekommen, wieder einmal S-Bahn-Chaos. Jetzt wusste ich endgültig, dass der Schweizurlaub vorbei war.

Ade Schweiz, ade Pünktlichkeit, ade professionelle Betriebsführung, du bist wieder zu Hause. Immerhin: 21000 Höhenmeter hoch und 21000 Höhenmeter runter in 14 Tagen und dann an einem Tag innerhalb von weniger als 14 Stunden sogar vollständig von Zermatt (1620 m) rauf und runter ohne jegliche Seilbahnbenutzung auf das vergletscherte Breithorn (4165 m) gegangen. Junge was willst du mehr und das mit 54 Jahren, wo etliche mit ihrem degenerierten mit Chips zugestopften Körper nicht aus ihrem Sessel hochkommen.

Insofern war ich dann trotz S-Bahn-Chaos doch zufrieden bei meiner Ankunft.


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