Der Bund kritisiert das Rabattsystem der Deutschen Bahn (Fahrkarten und Angebote)

ruvox, Samstag, 15.09.2018, 11:37 (vor 2748 Tagen) @ MichiS

Vielleicht dazu einmal ein paar meiner Erfahrungen von mir und meinem Umfeld als Student:

Ja, für viele ist das Preissystem viel zu kompliziert. So wie es aktuell ist, straft es hauptsächlich diejenigen ab, die zeitlich wenig flexibel sind, nicht nur von FV-Bahnhof A zu FV-Bahnhof B wollen und sich vor allem nicht viel mit den unzähligen Preis- und Rabattmöglichkeiten auseinandersetzen. Ich bin leider schon mehr als einmal daran gescheitert einem Bekannten von einer teureren Fahrt in der hellgrünen Blechbüchse abzuraten, da die günstigere Buchung bei der Bahn "viel zu aufwändig" wäre.

Die Bahn kämpft momentan in "Preisschlachten" mit Flixbus um die Kundschaft, so ein wenig Wettbewerb kann an sich nicht schaden, blöd nur, wenn die Politik seit Jahren auf Straßen anstatt Schienen setzt. Bereits jetzt verliert die Bahn aber gefühlt diese "Preisschlacht", man kann diese Preispolitik anscheinend nicht dauerhaft betreiben, ohne so völlig unwirtschaftlich zu werden. Natürlich kann man die Preise wieder anziehen, so ist es ja bereits mit den Supersparpreisen geschehen (ich persönlich zahle momentan immer ca. 20% mehr als zuvor auf meiner Stammstrecke Rostock-Hamburg, da ich auf das City-Ticket angewiesen bin), noch ein weiterer Grund dann am Ende doch den Flixbus zu wählen. Aber mit noch weniger Rabatten und höheren Preisen würde die Bahn garantiert wieder zum Luxusfortbewegungsmittel werden (damit meine ich, dass ärmere und vermutlich insbesondere Rentner und junge Leute sich komplett den Flixbussen zuwenden), sicher hätte das auch seine Vorzüge die Bahn wieder mehr auf Qualität als auf Quantität setzen zu sehen, jedoch wünsche ich mir die Bahn eigentlich immer als das Fortbewegungsmittel für Jedermann.

Sicher ist nicht jeder meiner Meinung, ich würde mir allerdings ein einfacheres Preissystem und dennoch weiterhin die Möglichkeit der sehr günstigen Tickets wünschen. Dies würde vermutlich auf lange Sicht eine (größere) finanzielle Beteiligung des Bunder erfordern aber sei es drum. Sollte es nicht auch irgendwo Ziel des Staates sein seine Bürger weg vom Individualverkehr und insbesondere der Umwelt zu Liebe von der Straße und den Flugzeugen auf die Schiene zu lenken?

Ich für meinen Teil Zahle aktuell mit Bahncard 17,90 für eine Fahrt mi der Bahn+City und würde für die selbe Strecke mit dem Flixbus+HVV 11,30 zahlen, für meinen Aufpreis von knapp 50% gegenüber der hellgrünen Blechbüchse verzichte ich auf einen sicheren Sitzplatz und Wlan, bekomme dafür aber ein wenig mehr Komfort, spare 20 Minuten, muss einmal weniger Umsteigen und habe mehr Fahrgastrechte bzw Möglichkeiten (außerdem finde ich die Bahnfahrt einfach generell viel schöner). Für mich persönlich rechnet sich das noch, wenn es aber noch teurer wird, müsste ich schweren Herzens auf die hellgrüne Blechbüchse umsteigen oder weniger Pendeln.


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