Geringere Sitzplatzkosten als beim IC2??? (Allgemeines Forum)

gnampf, Freitag, 04.05.2018, 08:22 (vor 2960 Tagen) @ Twindexx

Der Targetpreis muss bekanntgegeben werden. Beschaffungen sind kein rechtsfreier Raum (mehr). Wenn kein Angebot den Targetpreis einhält, kann die Ausschreibung auch abgebrochen werden.

Das hat ja nichts mit rechtsfreiem Raum zu tun. Fehlender Zielpreis heißt halt ggf. das man sofern mind. ein Anbieter die vorgegebenen Kriterien erfüllt diesen nehmen muß, auch wenn er über den Preisvorstellungen liegt. Kein Problem, solange man sich sicher sein kann das mehrere Anbieter im Spiel sind, und von denen keine illegalen Absprachen gemacht werden.
Andernfalls müßte das Gesetz auch einen realistischen Preis fordern, der z.B. auf einem bereits vorliegenden Angebot basiert, sonst kann man gleich 1 Euro als Gesamtpreis für den Park rein schreiben.

Die Bewertung der Angebote erfolgt nach einem vorher bekanntzumachenden Kriterienkatalog, bei dem jedes zu bewertende Kriterium eine Gewichtung beigemessen wird, mit der es Einfluss auf die Gesamtbewertung hat. Bei komplexen Objekten wie Schienenfahrzeuge ist so ein Katalog entsprechend umfangreich.

Das bestreitet sicher keiner.

Wenn du ein Angebot nicht nimmst, obwohl es das günstigere beim Beschaffungspreis war, ist das ganz einfach mit dem Ergebnis der Gesamtbewertung begründbar (wo Beschaffungspreis ein Kriterium unter mehreren mit einer gewissen Gewichtung ist). Umgekehrt musst du aber sehr gut begründen (bzw. kannst es eigentlich nicht begründen), wenn du ein billigeres Angebot nimmst während ein anderes in der Gesamtbewertung höher lag, auch wenn es teurer war. Der Katalog ist eben entscheidend.

Ist wohl auch klar, es müssen die Anforderungen erfüllt sein, denn das gibt der Katalog im Endeffekt wieder. Du wirst aber eher selten erleben das ein teureres Fahrzeug genommen wird weil es mehr Platz war der aber nicht gefordert wurde.

Fakt ist aber schon, dass die meisten Beschaffungen dem Beschaffungspreis eine recht hohe Gewichtung beimessen. Ausnahmen wie beim SBB FV-Dosto sind selten (da wurden Lebenszykluskosten über die gesamte Einsatzdauer der Fahrzeuge deutlich höher gewichtet als der reine Beschaffunagpreis, was aber für die SBB auch ein deutlich höherer Aufwand war, die Berechnungen der Hersteller nachzurechnen, um deren Plausibilität zu überprüfen; sonst hätten die Hersteller ja einfach irgendwas angeben können).

Auch Lebenszykluskosten sind im Endeffekt Kosten, wenn auch schwerer vorhersehbare... außer es hängen feste Wartungsverträge etc. mit an der Ausschreibung.

Die Berechnung den Herstellern überlassen? Kann man machen, als "Behörde" macht mans bestimmt auch gerne, weil einfach. Sollte aber klar sein das die genauso besch..., wie man es selbst auch bei den Anforderungen probiert.

Du kannst immer davon ausgehen, dass die Mitarbeiter der Hersteller gute Produkte liefern wollen.

Nein, das ist viel zu pauschal. Die Prioritäten sind da in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens durchaus verschieden, die Qualität steht da keineswegs durchgehend vorne. Im Gegenteil, manchmal ist sie sogar unerwünscht, Thema geplante Obsoleszenz.

Du kannst aber noch mehr davon ausgehen, dass die Mitarbeiter der Hersteller ihre Jobs behalten wollen.

Auch das ist unterschiedlich, Der "einfache Arbeiter" ganz unten sicherlich. In der Entwicklungsabteilung ist das schon unwichtiger, denn da dürften die Leute auch zu den gesuchten Berufsgruppen gehören, die leicht was neues finden können. Im oberen Management ist das eh Wurscht, wenn man nicht gerade von den wenigen inhabergeführten Unternehmen redet.

Und ein Hersteller, der keine Aufträge bekommt, weil er immer einen höheren Preis ausruft, kann die Jobs für die Mitarbeiter auf Dauer nicht garantieren.

Sprach der kurzsichtige Manager, der für den Verkauf Bonus einsackt und sich dann verzieht. Wenn du ein Produkt so entwickelst das es die Anforderungen nicht erfüllt oder ständig in der Gewährleistungs- und Garantiezeit verreckt, dann kannst du dir als Hersteller das Produkt ganz schnell nicht mehr leisten, erstrecht wenn schon bei Entwicklung und Fertigung das ganze am untersten Preislimit angeboten war. Was nützt es mir etwas so zu verkaufen das ich am Ende Geld dafür bezahle das es jemand kauft? Das kann sich selbst Tesla nicht ewig leisten.

Deswegen ist dieser Absatz von dir hier leider etwas realitätsfremd. Auf Aufträge verzichten ist also keine Lösung.

Doch, ist es. Und wird auch von diversen Unternehmen so praktiziert wenn die Anforderungen nicht erfüllbar sind. Wer sich trotzdem drauf einläßt muß gerade deswegen mit seinem Ende rechnen und wird versuchen das dann durch Nachträge abzuwenden... was klappen kann, aber nicht muß. Ansonsten bleibt nur die Hoffnung auf staatliche Unterstützung.


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