Verdrehte Welt? (Allgemeines Forum)

Lumi25, Dienstag, 10.11.2015, 13:31 (vor 3865 Tagen) @ Giovanni

Das ist eine Folge der erschreckend hohen Kundenignoranz im integrierten Konzern - die aber nicht unbedingt neu ist.
Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich bei einem liegengebliebenen Zug um eine schnellstmögliche Weiterreise der betroffenen Fahrgäste gekümmert wird.
Und mehr als dies wurde durch die Fahrgäste auch nicht eingefordert - diese bissen jedoch beim örtlichen Fahrdienstleiter auf Granit. Dem möchte ich dabei noch nicht einmal Vorwürfe machen, denn wenn er im Sinne der Fahrgäste von den Vorgaben des Managements abweichen würde, brächte er seinen eigenen Job in Gefahr.


Der Zug ist ja nicht liegengeblieben sondern nachdem er die Fahrgäste abgesetzt hat leer weitergefahren laut dem Artikel und ich denke genau das hat dann den Ausschlag gegeben.

Keine Information nichts und man steht in der Pampa kommt wieder mal später nach Hause.

Die DB AG erwartet natürlich immer dafür Verständnis. Ob die DB AG auch dafür Verständnis hätte wenn die Pendler ihre Fahrkarte erst nach erbrachter Leistung bezahlen statt per Vorkasse wage ich zu bezweifeln.

In NRW ist das tagtäglich zu erleben, dass man bei verspäteten oder ausfallenden Regionalzügen den Kunden ernsthaft zumuten will erst noch ein Ticket zu erwerben (was bei der betroffenen Fahrgastzahl im Zweifel an der Zahl der verfügbaren Schalter oder Automaten scheitern dürfte) um diesen Betrag dann irgendwann nach vielen Wochen vom SC Fahrgastrechte zurück zu bekommen - immer mit dem kleinen Risiko, dass der Antrag inkl Originalbeleg verloren gehen kann. Unkomplizierte Freigaben, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, sind seltene Ausnahmen.
(Bei Ausfall oder +60 betrachte ich die Vorkasse-Regelung zudem als Verstoß gegen die Fahrgastrechteverordnung, da sie die Reisenden unangemessen an der Wahrnehmung seiner Rechte hindert)


Für den Pendler ist jede Verspätung ein Freizeitausfall und es gibt noch ganz andere Probleme. Was passiert wenn der Pendler an einem Bahnhof vom Zug in den Bus umsteigt und der Übergang nur 5 Minuten beträgt (wie in Erftstadt). Der Zug kommt mit +4 Minuten an (laut DB AG also pünktlich) und der Bus fährt pünktlich vor der Nase von den Pendlern los.

Was jetzt?

Laut DB AG war der Zug pünktlich für den Pendler ergibt sich aber eine Verspätung von 30-60 Minuten.

Ich hatte das früher Hin und wieder mal erlebt und wenn man 30-60 Minuten in bitterer Kälte auf den nächsten Bus warten muss nur weil der Zug (mal wieder) Verspätung hatte sammelt sich der Frust.


Nicht für alle Pendler endet die Fahrt am Bahnhof und dort steht das Auto. Es gibt Landstriche da fährt nur alle 60 Minuten ein Bus und wenn der Zug auch nur kleinere Verspätungen hat ist der Bus weg und ja auch Busse haben entsprechende Umlaufpläne die wegen knapper Kassen der Kommunen auch sehr eng sind.


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