Mal was zur Studie: Dubiose Knoten (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Samstag, 22.08.2015, 13:32 (vor 3880 Tagen) @ Henrik

Es wurde jetzt schon ziemlich viel über ITF und Fussballclubs diskutiert... sprechen wir doch mal zur Abwechslung über die vorliegende Studie.

Seite 11: Wenig Ambition. AP 1.2 soll 2025 fertig werden und keinen einzigen neuen ITF-Knoten erstellen. Erst 2030 mit AP 1.3 soll es 5 neue Knoten geben, wobei eigentlich Mannheim und Nürnberg schon heute ziemlich nah an einem ITF-Knoten sind.

Seite 14: Viel zu lange Umsteigezeiten. Es wird hier von 20 Minuten in grossen Kopf- und Turmbahnhöfen gesprochen. Das ist absolutes Gift für jeden vernünftigen ITF! In der Schweiz gibt es einen einzigen Bahnhof mit einer Umsteigezeit von 7 Minuten (Zürich HB, 26 Gleise), alle anderen haben 6 Minuten oder weniger. Die Umsteigezeit bestimmt die minimale Haltezeit für einen kompromissfreien ITF. Wenn nötig müssen halt Unterführungen gebaut werden; eine Unterführung spart locker 2-3 Minuten Reisezeit, andernorts (KRM) hat man für die gleiche Einsparung 300-400 Millionen Euro ausgegeben.

Anhang Seite 100: In der Grafik wird Dortmund als :15/:45-Knoten dargestellt. Sehe ich nicht. 7 von 13 (!) Ankünfte sind ausserhalb der Knotenzeiten (:00 bis :15 und :30 bis :45) - das könnte man kaum schlechter machen, wenn man würfeln würde.

Anhang Seite 105: Was hier dargestellt ist, ist kein richtiger ITF-Knoten. Wenn ich um :13 oder :43 oder :58 in Hannover ankomme, gibt es keinen einzigen möglichen Umstieg innerhalb der Knotenzeit, die Grafik Seite 113 halte ich also für falsch, lediglich um :30 besteht ein Knoten mit Umsteigezeiten unter 15 Minuten. (Ingesamt ist die Strategie nicht unbedingt falsch, solange sich die Pünktlichkeit im deutschen FV nicht verbessert, aber es ist halt kein ITF: Beim ITF treffen sich die Züge gleichzeitig im Bahnhof).

Anhang Seit 113: Das Zielnetz zeigt beeindruckend viele ITF-Knoten. Aber nachdem ich gesehen habe, wie grosszügig mit diesem Begriff umgegangen wurde, weiss ich nicht, was diese Darstellung wert ist. Eine Netzgrafik wäre Gold wert...

Ein ganz wesentliches Element fehlt natürlich: Eine Kostenschätzung. Aber das wurde ja schon angesprochen.


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