Öffnungszeiten Kürzung und Reduzierung der DB Lounges!? (Allgemeines Forum)

Hermes, Sonntag, 27.07.2014, 16:14 (vor 4271 Tagen) @ Thomas

Was der Reisende wirklich braucht, sind keine Lounges mit Freigetränken an einigen wenigen Bahnhöfen sondern klimatisierte Wartsäle, mit Getränkeautomaten zum Selberzahlen, mit gepolsterten Sitzen und Info-/Aufsichtspersonal darin an mindestens den 100 größten Bahnhöfen in Deutschland.

Wenn man die Bahnhöfe auf diese Weise aufwertet, dann muss man gleichzeitig Zugangskontrollen einführen. Die Lounge ist für zugangsberechtigte Fahrgäste auch immer ein Ort, an den man sich zurückziehen kann, wenn der Bahnhof wieder einmal voll von Nicht-Reisenden der unangenehmeren Varianten ist. Ich denke da z.B. an Köln Hbf. Ob das jetzt 'erlebnisorientierte Jugendliche' sind, deren Verhalten sich an der Grenze des Tragbaren bewegt, bettelnde Mütterchen, nicht strafmündige Kinder auf Taschendiebstahltour oder Personen ohne festen Wohnsitz, zumindest jedoch mit erheblichen Alkohol- und Drogenproblemen.

Leider steht eine Zugangskontrolle im Widerspruch zu dem völlig bescheuerten Konzept des 'Einkaufsbahnhofs', das anstrebt, jede Menge Leute in den Bahnhof zu locken, die in jedem städtischen Einkaufszentrum definitiv besser aufgehoben wären, weil sie dort nicht den Reisenden, die ihre verspätungsbedingten Zwei-Minuten-Anschlüsse im Sprint noch zu erwischen versuchen, im Weg stehen. Da denke ich z.B. an Hannover Hbf.

Das Problem der Bahn insbesondere im Bahnhofsmanagement scheint zu sein, dass man im Laufe der Zeit verschiedene Geschäftskonzepte miteinander gemischt hat, die nicht zusammenpassen. Da es nicht möglich sein dürfte, in allen Fernverkehrsbahnhöfen einen Check-In-Bereich einzurichten (und man ohnehin nicht auf die Umsätze der Nicht-Reisenden verzichten wollen wird), werden der Bahn zwangsläufig weitere Kunden abhanden kommen. Seit meine häufigste Pendelstrecke, die durchaus bahntauglich wäre, sich zwischen zwei Fernverkehrsbahnhöfen ohne Lounge, aber mit auffälliger Häufung der o.g. sozialen Probleme befindet, weiche ich immer öfter aufs Auto aus und genieße es, dort bei den häufigen Verspätungen der Fernverkehrszüge einen Rückzugsort zu haben, den mir die Bahn in ihren Bahnhöfen nicht (mehr) bieten kann.


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