Meine Meinung zum Bus ist... (Allgemeines Forum)

Graukärtchenfahrer, Symbaden, Montag, 24.03.2014, 21:22 (vor 4402 Tagen) @ Sese

Heißt also, niemand stellt sich unbedingt mehr Busse auf den Hof, als er für den täglichen Betrieb + Reserven braucht.

Es stehen sicherlich immer einige fahrbereite Busse herum. Ich hatte schon hier und da Tramausfälle erlebt, ein Busersatzverkehr war mit Sicherheit immer innerhalb einer Stunde eingerichtet.

Wenn jetzt dann gerade in der HVZ, wie hier, ein PU ist, kann ich mir persönlich nicht vorstellen, dass der ÖPNV-Betreiber massenweise Busse samt Dispofahrer im Depot hat. Wikipedia gibt an, dass die VAG Freiburg rund 60 Busse im Bestand hat. Woher soll dann eine nennenswerte Anzahl Busse samt heißer Reserve an Fahrern kommen? Und noch dazu, in kürzester Zeit?

Von nennenswert kann keine Rede sein. Wieviele Fahrgäste können in nur einen großen Gelenkbus gequetscht werden? Dann hätte man vielleicht noch irgendwo einen anderen Bus herbekommen und schon wären es zwei gewesen.

OK, private Busbuden und Regionalbusunternehmen gibt's vielleicht auch noch. Aber auch hier frage ich mich, wie man in weniger als einer Stunde einen Ersatzverkehr aufsetzen soll, der in der Lage ist, die Personenströme der Bahn in der HVZ wegzufahren?

Besser zwei Busse, als alle Fahrgäste aus dem Fernverkehr 2 Stunden stehen zu lassen.

In manchen Situationen hat man halt einfach mal Pech. Ärgerlich, aber muss man dann eben hinnehmen.

Sicherlich, aber nicht der Umgang der Bahn AG mit ihren Kunden. Es klang hier und da schon aus verschiedenen Beiträgen heraus: Der Bahn AG ist das alles einfach zu teuer, sie will und kann nur noch billig, beim Komfort, in der Informationspolitik und im Fahrbetrieb. Es gibt keine Reserven mehr, selbst bei banalen Zugausfällen nicht, Weichen wurden ausgebaut, Ausweichabschnitte stillgelegt, Züge fahren auf Verschleiss und unreparierte Defekte sind Alltag: Weichenstörungen, Signalstörungen, Triebfahrzeugstörungen, Stellwerkstörungen, Türstörungen, Klimaanlagestörunge, etc. Die Fahrgäste werden dann stehen gelassen, abserviert und ggf. noch angepflaumt, wie im Beitrag zu lesen war.

Ich war im letzten Jahr mit dem D-Pass unterwegs, so schlimm war es noch nie und habe alleine in einem Monat um die 65 Euro erstattet bekommen, da jeden zweiten Tag etwas kaputt war und > +60 daraus wurden.

Erst kürzlich wieder: Ein ICE aus Berlin nach Basel blieb liegen, kein Ersatz-ICE war verfügbar. Es fuhr ein um fast +60 verspäteter Gammel-IC mit alten IR-Wagen, ohne Bistro, ohne Minibar, defekten Toiletten. Das Servicecenter verweigerte mir eine Rückerstattung/Erstattung Differenzbetrag, redete sich mit Festpreisen raus. Die bahn.comfort-Hotline verweigerte mir jegliche Trostpunkte und schickte mir nur Textbausteine.

Vor 20 Jahren hatte ich derartiges in meiner Fernverkehrspendelei (5/7 Tage, bei knapp 6000 km/Monat) nicht erlebt. Ich will das deshalb nicht als Polemik rüberkommen lassen, ich sehe das nur noch nüchtern und resigniert. Meine Freunde und der Bekanntenkreis schütteln über mich nur noch den Kopf, weil ich noch immer mit der Bahn fahre, die haben längst die Konsquenzen gezogen und nehmen jetzt grundsätzlich gleich das Auto, egal ob das Private oder einen Leihwagen. Wenn es etwas weiter weg geht, dann wird gleich geflogen. Einige probierten bereits meinfernbus und Co. aus.

Es ist einfach nur traurig, was aus der Bahn geworden ist und daher ist dieser Fall mit dem PU nur ein Mosaikstein.


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