Ohne Vorurteil: wichtiger Unterschied CH <> DE (Reiseberichte)

Re 8/12, Winterthur, Samstag, 05.10.2013, 17:10 (vor 4565 Tagen) @ Splittergattung

Generell macht es Sinn, die oberen Becken der Pumpspeicherwerke tagsüber zu den Verbrauchsspitzen zu leeren und nachts bei weniger Verbrauch zu füllen.

Die Stauseen wurden ursprünglich dafür konzipiert, im (regenreicheren) Sommerhalbjahr Wasser für das Winterhalbjahr zu sammeln. Das Wechselspiel zwischen Pumpen und Turbinieren findet also nicht nur in tageszeitlichem Rhythmus statt, sondern kann sich durchaus auch über längere Zeiträume erstrecken.

Leider kommt vor allem deutscher Solarstrom nur tagsüber und vor allem im Sommer in die Schweiz und ist dann billiger als der einheimische Strom aus den Pumpspeicherwerken.

Warum "leider"? Das ist doch 'part of the game'. Speicherwerke müssen in Zeiten hoher Stromproduktion gar nicht billigeren Strom als die Konkurrenz liefern können. Vielmehr sollen sie selber von diesem billigen Strom profitieren, indem sie ihn speichern und später zu höheren Preisen wieder verkaufen.

Seltsam finde ich vor allem, dass der Focus offenbar erneuerbare Energie in der Schweiz (Pumpspeicherwerke) gut und in Deutschland (Solarstrom) doof findet :D

Das Blatt zitiert ja die Schweizer Energieministerin. Es ist natürlich schon so, dass allzu stark subvenitonierter deutscher Solarstrom für Schweizer Kraftwerke auch zu einer unerwünschten Konkurrenz werden kann. Betroffen sind dabei aber nicht Speicher-, sondern Laufwerke, also z.B. Flusskraftwerke im Mittelland. Bei diesen gibt's noch Ausbaupotential, aber wenn die Preise zu tief sind, lohnen sich entsprechende Investitionen nicht. Der Frau Leuthard würde ich raten, die Preisentwicklung langfristig zu betrachten und dafür zu sorgen, dass überschüssiger Strom in grösserer Menge in den Pumpspeicherwerken 'gelagert' werden kann. Den Deutschen würde ich allerdings raten, endlich ihre Kohlekraftwerke abzustellen.

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