HSL-Zuid Seifenoper (68): NS nahm inakzeptabele Risiken (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 21.06.2011, 13:08 (vor 5403 Tagen)

Vorherige Folgen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67.


Hallo ICE-Fans,


es gibt mal wieder etwas Neues aus der HSL-Zuid Seifenoper. Eigentlich sind es zwei Folgen, welche kurz nacheinander kamen; ich betrachte sie aber als eine Folge.

68a: Zwei Redakteure einer NL-Zeitung haben festgestellt, dass NS bei der Ausschreibung der HSL-Zuid Willens und Wissens wirtschaftlich inakzeptabele Risiken genommen hatte.
Obwohl die Regierungen davon wußten, wurde nicht eingegriffen. Jetzt muss der Staat voraussichtlich einen Verlust von 2 Milliarden Euros hinnehmen.

Was war 2001 passiert? Der Betrieb der HSL-Zuid wurde nach EU-Gesetz ausgeschrieben. Da NS als Staatsunternehmen damals nicht gerne sah, dass eine NL-Strecke in den Händen eines Nicht-NL-Unternehmens landen würde, hatte NS sehr hoch eingesetzt: 148 Millionen pro Jahr, wo 130 Millionen das akzeptabele Maximum war, das NS sich leisten konnte. Da konnte z.B. Deutsche Bahn nicht mithalten, und weil die restliche Bids nicht rechtmäßig waren, konnte NS so die "Ausschreibung" "gewinnen".
Dabei vertraute NS auf Vater Staat: "wenn es finanziell eng wird, werden wir vom Staat unterstützt". Also:

Die Haut des Bären wurde verkauft, bevor der Bär erschossen wurde.

Das passierte aber nicht; stattdessen hatten die zuständigen Verkehrsminster die finanziellen Probleme immer wieder aufgeschoben, obwohl sie wußten, dass NS niemals in der Lage war, die Geldsumme zu bezahlen.

68b: Zuständige Verkehrsministerin 2001 war Tineke Netelenbos. Sie hatte die Ausschreibung organisiert und kommt jetzt mit starken Vorwürfen gegen die NS (im verlinkten Artikel wird von "Saftladen" geredet).
Sie schlägt sogar eine neue Ausschreibung vor: wenn der Gewinner der vorherigen Ausschreibung so einen Saftladen hinterläßt, muss das Geschäft neu ausgeschrieben werden, damit andere Unternehmen wieder eine faire Chance haben, sich unter Beweis zu stellen.

Ich verstehe das ganze ehrlich gesagt auch nicht. Bei uns fahren doch auch DB-Züge? Meine Landesleute fahren doch auch in Autos deutscher, französischer, italienischer und japanischer Hersteller?
Hätte Deutsche Bahn die Ausschreibung gewonnen, hätten wir sagen können: die HSL-Zuid ist in Händen von Fachleuten. Deutsche wissen, wie man schnelle Züge fährt und was dafür benötigt ist.
Zugleich könnte NS sich auf ihr Fachgebiet konzentrieren: Beförderung von großen Menschenmassen in dichtem Takt. Und alle wären zufrieden.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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