Sorry (Fahrkarten und Angebote)

Henrik, Donnerstag, 09.06.2011, 14:21 (vor 5595 Tagen) @ Fabi

Ich könnte es auch schöner haben, wenn mir jeder Bundesbürger einen Euro schenken würde,

Richtig, solche Dinge gibt es ja auch, z.B. in Form von Steuersenkungen (z.B. Hotellerie, wo damit sehr oft Ausbauten finanziert werden.

wichtige notwendige Ausbauten, Sanierungen, damit die Pension auf einem stabilen konkurrenzfähigen Stand gehalten werden kann, vor allem im Vergleich zu anderen europäischen Wettbewerbern, die diese Steuervorteile bereits genießen.
Da hat Steinmeier die Grundlage für geschaffen
und die Umsetzung hierzulande dann ja auch sämtliche Parteien gefordert.

Das kommt dann direkt der gesamten Wirtschaft insgesamt zugute.

Für sein eigenes Privatleben ist in erster Linie jeder Bundesbürger selbst verantwortlich, nicht der Staat oder die Gesellschaft o.ä.

Richtig, aber den grundrahmen gibt der Staat vor, d.h. eigentlich das Volk und da muss man dann überlegen, was man haben will. So bieten z.B. die Länder Ländertickets zum Zugfahren, es gibt Kindergeld, ...

genau.

Nein, man konnte nicht wählen. Es gab (bis vor kurzem) nur den Wehrdienst,

Zitat aus Wikipedia: "Wurde der Antrag angenommen, was seit den 1980er Jahren die Regel war, musste man als Ersatz für den Wehrdienst den Zivildienst leisten."

aber die Sätze drumherum hast Du auch gelesen?
Es gab keine Wahlmöglichkeit.
Entweder besagte das Gewissen, dass der Dienst an der Waffe OK ist, dann gabs keine Wahl, dann gings zum Bund
oder das war mit dem Gewissen nicht vereinbar, dann gab es auch keine Wahl, dann ging es nach entsprechend erläuterten Antrag zum Zivildienst.

Das ist ein recht deutlicher direkter Eingriff des Staates
und insofern absolut überhaupt nicht vergleichbar mit persönlichen individuellen privaten Vorlieben einzelner Bundesbürger.

Natürlich ist es vergleichbar und in den meisten Gesellschaftsfeldern auch anerkannt. Zum Beispiel gibt es bei Veranstaltungen Ermässigungen für Militär, Schüler, Studenten, Arbeitslose, ...

Bzgl. Wehrdienst ist es ein elementarer Eingriff des Staates, den es beim Studenten & Arbeitslosen so nicht gibt - von daher überhaupt nicht vergleichbar.

Aber ansonsten.....der Soldat, der Schüler, der Azubi, der Student & Arbeitslose kann in dem Moment i.d.R. wenig dafür, dass er diesen sozialen Status hat. Von daher gibt es gewisse Ermäßigungen von staatlichen Stellen.
DB Bahn (sprich Fernverkehr) ist aber keine solche, sondern ein Wirtschaftsunternehmen in privat-rechtlicher Form, siehe Grundgesetz.

D.h. es ist nicht abwegig Ermässigungen für Nichtverdiener/Geringverdiener im Eisenbahnverkehr haben zu wollen. Das muss ja nicht gratis sein. Aber als Student könnte man z.B. eine Berechtigung für eine Fernverkehsfahrkarte Uni - Wohnort für eine pauschale bekommen.

Als direkten Eingriff in den FV ist es total abwegig, da nicht gerade GG-konform, s.o.
Das kannst Du gut finden oder auch nicht - diese Änderung wurde mit 2/3-Mehrheit in beiden Kammern durchgeführt.
Im Nah- und Regionalverkehr gibt es Ermäßigungen.
Der Student erhält die BC50 zum halben Preis, auch BC25 deutlich günstiger
und mit dieser kann er wahrlich gnadenlos günstig durch ganz Deutschland fahren,
mehr soll er nun auch wirklich nicht können.

können sie doch auch gerne, wenn sie es denn möchten.
Das sollen sie dann aber bitte auch selbst bezahlen etc.

Und wo nimmt ein Student das Geld her?

mal abgesehen davon, dass die meisten Studenten wahrlich das Geld haben/hätten,
sie haben nunmal diesen Status, nicht ohne Grund. Sie sind von Beruf Student und nicht durch-Deutschland-cruiser.

oder ein Ostdeutscher, der um Arbeit zu haben in Süddeutschland arbeitet?

Wenn er arbeitet, dann bekommt er Geld - ansonsten würde er i.d.R. nicht arbeiten.
Was er dann mit dem Geld anstellt ist allein seine eigene Angelegenheit.

Es wird von den selbsternannten "anti-Neoliberalen" nun nicht gerade als "Neoliberale"-Position angesehen, Semestertickets zu fördern.

Darum geht es nicht, mir ging es um die Bedeutung von Studenten. Ein Student von heute ist der Arzt von morgen.

hm. wie auch immer.
der hier suggerierte vermeintlich deutliche Unterschied zwischen "Neoliberal" vs. anti-"Neoliberal" ist mir nicht deutlich geworden.
Ich sehe hier eher die anti-"Neoliberalen" immer die Bedeutung von Studenten hervorheben, vor allem im Vergleich zu Lehrlingen, Meistern, Arbeitern, Angestellten etc. - sieht man auch gut an den Studiengebühren-Diskussionen.

Der Fernverkehr gehört nunmal nicht gerade zu der sozialstaatlichen Grundversorgung an sich,
lediglich die Infrastruktur dazu.

Da wären wir wieder beim Grundproblem, natürlich gehört jeder Verkehr zur sozialstaatlichen Grundversorgung. Ansonsten müssten ja auch alle Autobahnen privat betrieben werden.

Bedingt gibt es ja ein paar Autobahnabschnitte, die privat gebaut/saniert werden & dann betrieben werden.
Aber generell ist die Infrastruktur bei der Bahn (siehe GG), bei der Straße und beim Luftverkehr Angelegenheit des Staates.
Aber darauf (Fern-)Verkehr anzubieten ist nicht ureigentlichste Aufgabe des Staates, er hat lediglich die Voraussetzungen zu schaffen und zu kontrollieren (hier z.B. durch das EBA).

Wenn dieses auch noch vom Staate hochsubventioniert werden sollte (mal abgesehen davon, dass da die EU & Co rechtzeitig einschreiten würden), dann wären wir wieder bei den Florida-Flügen von Helmut R. und bei erst recht völlig verstopften Straßen.

Und es macht sich ja soagr ein CDU-Minister Gedanken zum Benzinpreis.

na, hoffentlich nicht nur irgendein CDU-Minister, sondern ein jeder Minister und nicht-Minister.

Wenn er persönlich meint, er müsste unbedingt ganz woanders arbeiten, dann kann er das doch gerne für sich so entscheiden.

wieder ein Grundproblem. Wer sich bemüht, muss unterstützt werden. Ansonsten ist es sogar nachvollziehbar, wenn man als Sozzialfall abrutscht. Und es wird ja sogar aktiv gefördert, nur eben nicht im Verkehr. => http://www.ba-auslandsvermittlung.de

Die Arbeitsagentur soll doch froh sein, um jeden der für seine Arbeit weg geht und genau das gehört unterstützt mit Ermässigungen, damit das Sozialleben nicht leidet.

Na, das ist ja was ganz anderes - hab dazu ja einiges geschrieben.

Millionen von Arbeitern aber einfach so über zig Jahre hinweg eine BC100 in Hintern zu schieben, damit sie tagtäglich die 1.000 km nach Böblingen fahren können, um dort in einem Kiosk zu arbeiten, den es auch im 50 km entfernten Güstrow gibt, geht nun mal gar nicht.
Das wäre auch völlig destruktiv, gar asozial und vor allem der Umwelt nicht dienlich.
Der Staat hat eher für vergleichbare Bedingung überall zu sorgen, sprich strukturschwache Regionen zu fördern und das tut er ja auch.
Wenn aber ein Arbeiter unbedingt bei Porsche arbeiten will, obwohl es auch das nahegelegene Opel-Werk in Eisenach täte, dann ist das nunmal sein ganz eigenes Problem.

Ich empfinde keine Einschränkungen und sehe auch niemanden, die für Deine Thesen/Forderungen auf die Straße gehen o.ä.

Eben das ist auch so ein Grundproblem. Viele Menschen sind mit dem dargebotenen zufrieden und vergleichen nicht. Und es wird als normal empfunden, Regionalverkehr zu fahren, obwohl ein Fernverkehrszug schneller ist.

Wenn die Menschen zufrieden sind, ist das zunächst einmal etwas sehr positives.
Dass sie nicht vergleichen, bezweifle ich doch sehr stark,
gerade in der heutigen internet-medialen digitalen Zeit und hervorragenden Werbungen und Angeboten der unterschiedlichen Verkehrsträger.
Selbstverständlich ist es normal, einen Regionalzug zu benutzen, wenn der dort hält, wo man hin will im Gegensatz zum FV-Zug und zudem auch noch deutlich billiger ist, häufiger fährt etc.

Im VBB gibts Fernverkehrszüge zum VBB-Tarif, also auch mit Firmentickets und Semestertickets des VBB.

Beim Thema Studiengebühren sind Menschen auf die Strasse gegangen und da gibts sicher noch viele weitere Dinge, die ein vernünftiger Mensch nicht einfach akzeptiert.

Ist ja auch das gute Recht,
nur vielleicht sollte Dir das mal zu denken geben, dass für sowas auf die Straße gegangen wird,
aber eben nicht für eine BC100 für magere 1.000 Euro oder ähnlichen Schnickschnack.
Die aktuellen 3.600 Euro sind ja nun auch wirklich kein großes Geld (im Vergleich zu Auto & Co).

Ein Student hat in der Regel nicht viel Geld, also muss man schauen, dass er eben nicht zu hohe Studiengebühren, Kosten für Bücher und eben auch Kosten für die Heimfahrt bezahlen muss. Die Bundesrepublik Deutschland profitiert ja am Ende, aber das wird schwer, wenn der Student anstatt zu lernen bzw. sich zu erholen für irgendwelche Kosten Nebenjobs machen muss.

Kein einziger Student ist dazu verpflichtet, jede Woche eine FV-Reise über 300 km & mehr zu unternehmen.
Das gehört nicht grundsätzlich zu seinen ureigentlichsten Aufgaben.
Das kann er gerne machen, wenn er dann fertig ist und hinreichend Geld verdient - sein Ding.

Und so wenig Geld haben die Studenten von heute i.d.R. auch nicht gerade......s.o.

Henrik


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