Klassisches Dilemma?! (Allgemeines Forum)

fjk, Dienstag, 17.05.2011, 17:09 (vor 5487 Tagen) @ ICE-T-Fan

Man fährt also den Nordteil der Linien Hamburg-Bremen-Münster-Dortmund-Köln und den Südteil Aachen-Köln-Bonn-Koblenz-Mainz- (Frankfurt-Aschaffenburg-Würzburg-Nürberg-Regensburg-Passau)-Mannheim-Stuttgart.


Applaus! Im vollsten und zweitengsten Umsteigebahnhof (nach Würzburg - da isses der Tunnel, in Köln eher Bahnsteige und Treppen) der Republik noch eine Linie brechen. Bestens. Aber kommen wir mal zum Ernst des Lebens und dem eigentlichen Grund für den Betreff:


Der Ernst des Lebens lautet dann wohl die ICE int. in Aachen halten zu lassen. ;)

Aachen liegt halt verkehrlich ungünstig, genau wie auch Trier. Für zwei früher mal sehr wichtige Städte, auch was den Verkehr angeht (zumindest für die Römer), sind sie heute äußerst schlecht in den Fernverkehr integriert.

Ich finde nichts dabei die Linien 30 und 31 in Köln zu brechen. Diese heutigen Langläufer sind eh extrem verspätungsanfällig.

Tja:

Linienbrüche sind immer schlecht, weil sie Umstiege (und Anschlussverluste...) provozieren. Lieber +30 gesessen als ohne Lounge einen (womöglich 2h-)Takt verpasst. Außerdem ist Umsteigen unbequem.

Linienbrüche sind gut, weil Minilinien weniger verspätungsanfällig sein sollen.

Was allerdings sagen denn die abgehängten Städte (deren verkehrspolitische Meinungsbildung über "hier muss aber ein ICE halten, weil wir über xtausend Einwohner haben" hinausgeht), wenn sie aus der Minilinienüberlegenheit heraus konsequenterweise alle wundervolle Weser- oder Wiesbaden-Citys erhalten*? Da sind sie doch mit hochwertigem Regionalverkehr (öfter, billiger, beeinflussbarer) besser bedient, auch wenn hier viele zu Recht nicht unbedingt von Aachen nach Köln RE fahren wollen.

Andersrum argumentiert: bricht man den Rheintal-IC in Köln, sind Solingen und Düsseldorf fernverkehrlich von Bonn und Mainz abgehängt. Das will aber offenbar keiner und führt sogar wenn es vorübergehend vorkommt zu Recht zu viel Geschrei. Und aus Aachen gilt das gleiche: die Situation wirklich verbessern würde nur eine Einbindung in beide Richtungen, die über den jeweilig nächsten Knoten hinausgeht, also Belgien-IC bis hinter Lüttich (sprich: Oostende) und B-Netz-Anschluss in D bis hinter K (sprich: Dortmund(=Hamburg/Hannover=Berlin)/Frankfurt(=weiter)). Wenn es das beides gäbe, wäre die Diskussion über einen (passagierabwicklungstechnisch komplizierten) London-ICE-Halt in Aachen obsolet. Dass über diesen diskutiert wird, zeigt, dass das B-Netz fehlt.

Wenn das B-Netz aber auch im Minilinien-Knotenverbindungskonzept aufgezogen wird (und der "Fernzug" also nur Aachen-Köln fährt), landet man fast schon wieder beim heutigen RE. Und hat damit alle Bedürfnisse wegdiskutiert. Gute Fahrt;-)

wünscht fjk

*) müsste man konsequent auch ins "Kernnetz" übertragen und nur noch Knotenverbindungen anbieten. Da kommt Fliegerfreude auf;-)


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