Grundsätzlich gesagt (viel Text) (Allgemeines Forum)

Henrik, Sonntag, 18.07.2010, 22:47 (vor 5744 Tagen) @ Jogi

Auf was Du anspielst sind Quellenangaben, ein wichtiges Kriterium um die Angaben nachprüfen zu können. Ob die in Meldungen genannten Quellenangaben wahr sind, ist ein anderes Blatt

genau das ist es. und wenn es eben nicht nachprüfbar ist, recht schwammig ist, stellt sich die Frage der Seriösität.

Beispiele [für Bild-Journalismus] in Hülle und Fülle gibt's natürlich bei bildblog.de.

[...]
Wobei aber auch bildblog.de wahrlich nicht viel seriöser ist.^^

Stefan Niggermeier ist auf jeden Fall ein Journalist vom "alten Schlag", der in der Lage ist kritisch zu berichten.
Es ist ein Watchblog, der eben die Fehler in Print- und Onlinemedien protokolliert. Die Fehler werden aufgezeigt und dokumentiert

[...]

das ist aber bei einem privaten Blog auch nicht die Aufgabe. Die Texte sind aus der Persepktive einer Person geschrieben.

genau das will er - mehr nicht.
Die Fehler in BILD aufdecken und widerlegen.
Dazu benutzt er einen doch recht argen polemischen Stil, womöglich um sich der BILD anzupassen und ihr ans Bein zu pinkeln, aus seiner eigenen Perspektive.
Ich glaube nicht, dass er wirklich einen seriösen Eindruck an Tag legen will dabei.
Macht er in seinem eigenen Blog ja auch nicht, begibt sich auch dort oft auf dünnes Eis und bricht ein.
Soll er doch auch.

Was aber wichtiger ist: Fehler werden eingestanden und offen korregiert, die Macher reflektieren also ihre Arbeit. Das ist bei den Medien nicht so; vor allem bei Onlineartikeln wird bei Fehlern stillschweigend korrigiert oder die Artikel offline gestellt.

Ich lese oft NP & HAZ online, die Zeitungen hier.
Kommen auch oft Fehler vor, werden in den Meinungen drunter angesprochen und von der Redaktion kommt ein "Dankeschön" und der Fehler wird behoben. Auch schon bei Spiegel gesehen.

Wer es etwas historischer mag, kann sich ja mal Heinrich Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" durchlesen. [...]

.... is ja schon bisschen her.

Ja, und? Ist die Bild besser geworden?

Beantwortest Du unten drunter doch schon selbst.
Und die Medienwelt hat sich verändert.

Damals... in den 60ern war die BILD ja nochmal was anderes.

Frag mal bei Gretchen Dutschke nach...
wikipedia-Artikel über Rudi Dutschke, Abschnitt "Attentat", dort heißt es (mit Quellenangabe!): Die Boulevardzeitung Bild schrieb z. B. am 7. Februar 1968: „Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“ Sie rief Tage vor dem Attentat zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ auf.

siehste. und sowas wirste heute nicht mehr lesen.

Und einstige Kritiker von damals haben heute diese Praktiken übernommen. ^^

Beispiele

An Medien?
Spiegel, FR, SZ, Zeit, stern etc.
Haben alle ihren entsprechenden schlechten Ruf dahingehend.

Gelegenheit macht Diebe. Soll heißen, vielleicht hat die Weisung offen rumliegen sehen und die Gelegenheit beim Schopf gepackt.

Genau mein Reden die ganze Zeit.^^

Ich weiß nicht, ob diese Meinung schon gesagt aber wurde, aber ich glaube, [dass ein Bahnangestellter die Weisung an Bild gesandt hat.]

Ja. Ob nun Bahnangestellter oder nicht.... Und das einzige was sie aus der Anweisung rausgeholt haben, "enthüllt" haben, nicht nur ICE 2 seien betroffen, sondern alle Baureihen (wobei das so ja nicht stimmt), ab 32 Grad gäbe es Probleme und das war ja vorher schon bekannt, glaub ich.

Glaubst du oder wißt du?

Hätte ich sonst "glaube ich" geschrieben? -.-
Sind doch eh nur ein paar Mausklicks das nachzulesen, wann war der HAZ-Artikel? etc.

Und dann dass es sich nicht mehr um Einzelfälle handelt, aber auch dafür braucht man die Anweisung nicht.

Dann wären wir bei der Frage, warum Bild die Weisung dann überhaupt abgedruckt hat.

Der Artikel bestand ja nicht nur aus der Anweisung.
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Redakteur das mit den Baureihen auch so angenommen hat, dann dass es nicht nur Einzelfälle sind, ja und so als BILD, wenn man was geschickt bekommt, was internes, dann gehört es sich nunmal auch, daraus etwas zu machen, es irgendwie in ein Artikel einzubauen, wenn es denn geht.

Und was sollte daran jetzt so schlimm, ja gar asozial sein? Nur weil es von BILD ist und die DB betrifft?

Es kommt ja darauf an, was Bild mit der Quelle angestellt hat. Wenn der Grundtenor sinngemäß war, die Bahn [sei] ein Abzockladen, der jetzt noch mieseren Service ohne Ausgleich anbiete; wenn der Eindruck erweckt wird, jeder Zug kippe aus den Schienen sobald es über 32,5 Grad hat und die Fahrgäste kollabieren reihenweise - dann ist es verwerflich, denn mit Journalismus hat es dann nichts mehr zu tun. Und ja, für mich ist das Zementieren von Vorurteilen asozial, [...].

Ja. Aber das war mit dem Wort wohl nicht gemeint.

Was denn dann?

Hat dennis k. in seinem Posting von 16:37 Uhr geschrieben.

Diese Zeitung ist in meinen Augen asozial, ein Drecksblatt, bei dem ich um jeden Baum trauere. Da liegt der Verdacht nahe, dass man beim Abdruck der Weisung nicht gerade asoziale Ziele verfolgt, aber bei ihr Objektivität in etwa so viel zu tun hat wie GEZ mit Seriosität - da "schubladisiert" man halt und kommt zum Urteil, sie verhält sich asozial.
Mag sein, dass es beim vorliegenden Beispiel nicht der Fall ist, aber das macht die Zeitung, ihre Machenschaften und die Ziele, die sie damit verfolgt nicht besser.

oh ha. Da hast Du ja ausgeholt.... ;-)

Und doch wird sie täglich von Millionen Menschen gelesen... ^^

im entfernten Urlaub ist sie durchaus praktisch, Fußballergebnisse bis zur 3.Liga runter etc.

Wenn es nun Günter Wallraff gewesen wäre, bei einem unliebsameren Unternehmen, Lidl zum Beispiel und der dann zum Spiegel gerannt wäre, dann wäre es OK, oder wie?

Es besteht aber ein Unterschied darin, ob eine Firma systematisch (!) die Privatsspähre der eigenen Mitarbeiter ausleuchtet [...] oder wie sie auf aktuelle Probleme reagiert. Mal abgesehen davon, dass der Spiegel eine solche "Lidl-Affäre" definitiv anders aufbauen würde wie die Bild-Zeitung.


Das mit Lidl war ja nur ein Beispiel.

Aber ein schlechtes ;)

ja, stimmt.

Spiegel, stern & Co würden in der Regel wohl schon anders aufbauen, aber so fern ab sind sie auch nicht.

Soll heißen?

Hitler-Tagebücher....

Ja, ein legendärer Fehler der Stern-Redaktion. Andererseits Müssen sie vor dem Kauf die Authentizität vielfach überprüft haben (graphologisch, Alter des Papiers, ...), was für die Meisterhaftigkeit Kujaus spricht.
Aber der Stern ist mit dem Fehlkauf offensiv umgegangen (blieb ja auch nicht viel anderes übrig ;), So etwas kann ich mir bei der Bild nicht vorstellen. Da wird eine Zeit lang nicht über die Sache berichtet bis Gras über die Sache gewachsen ist...

Auch in der BILD sind hin und wieder Gegendarstellungen, wie auch in anderen Zeitungen auch.

joa. aber im Falle des Falles müsste es schon griffbereit sein.

Ich wüsste nicht, warum man das Blatt immer griffbereit haben sollte. Der Inhalt ist leicht merkbar und jeder Zub, der mit mehr als 2 Nanogramm Motivation zur Arbeit geht, wird wohl nach Lektüre der Weisung wissen, wie er sich verhalten soll.

wird er das? weiß nich ..... glaub eher nicht.
Ich würd die Anweisung auch eher gefaltet in der linken Hosentasche aufbewahren.

Steht doch noch extra ganz große und fett drauf, dass man es festpinnen soll, verteilen soll etc.

Im Zug?

Denke ich mal. Woanders macht es ja kein Sinn.

Wie wär's mit "auf der Dienststelle"?

Hielte ich für den falschen Ort, s.o.

Und was hat eine topaktuelle dringend benötigte Anweisung unter zig Akten versteckt oder in einer Schublade zu suchen?

Es gibt Akten im Zub-Abteil?

das oben genannte Ringbuch? ^^
Oder das Kursbuch? ich weiß auch nich...

Warum schreibst du es dann?

Das schrieb ich ja eben nicht, ich stellte es ja grade in Frage, wieso es nicht auf dem Tisch liegen sollte.

[Im Zub-Abteil] hat ein Fahrgast resp. ein Bild-Reporter nichts drin zu suchen. Wenn sich die Polizei so ihre Beweise sichern würde, wäre sofort der Aufschrei von wegen Polizeistaat, Willkür und sonst so was da.

Na, da gucken wir uns nachher mal den Tatort an, oder auf rtl "der krieg des charlie wilson" (ok, kann ich nich sehen), oder auch ..... hab ich letztens gesehen: "State of Play – Stand der Dinge" mit Russell Crowe schöner Film. Er spielt einen Journalisten, der so einiges aufdeckt.^^ Natürlich werden immer wieder mal Mittel benutzt, die etwas abseits des normal vorgeschriebenen Weges liegen.

Dir ist schon klar, dass das alles Fiktion ist, die mit der Realität allenfalls partielle Schnittpunkte hat? Frei nach "Was nicht passt wird passend gemacht" kann das Drehbuch alles in sich logisch erscheinen lassen was in der Realität vielleicht möglich, aber trotz allem illegal ist. Und eine illegale Methode ist nun mal in den allermeisten Fällen zu verurteilen, nicht immer heiligt der Zweck die Mittel.

Nicht immer. Aber die Autoren kommen ja nicht umsonst auf sowas.
Natürlich ist das Fiktion, aber genauso in der Realität auch möglich
und es gibt auch etliche Verfilmungen von wahren Begebenheiten, auch in dem Bereich.

Dieser Zweck hier ist ja auch nicht grade der hochtrabenste, aber die Mittel ja eben auch nicht.

Probleme gabs da doch nur letztens bei der Käßmann und ihrem haargefäbten Beifahrer.^^ Aber das Verfahren ist mittlerweile ja eingestellt.

Hat mit der Weisung was zu tun?

Mit dem "Polizeistaat, Willkür und sonst so was"

PS. Du musst nicht immer die Eingabetaste nutzen - oder bekommst du Geld für Drücken drauf? ;-))

Mag ich halt gern. ;-))

Gruß,
Henrik


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