Bisherige Lösung nicht Stand der Technik: Blick nach Westen (Allgemeines Forum)

zettelbox, Mittwoch, 15.04.2026, 09:45 (vor 4 Tagen) @ Hustensaft
bearbeitet von zettelbox, Mittwoch, 15.04.2026, 09:49

Die bisherige Lösung war nicht mehr Stand der Technik. Nichts ist leichter zu fälschen als die aktuelle Ausführung der BC100, was auch mit der Kontrollintensität zu tun hat. Selbst eine auf einfaches Papier gedruckte und einlaminierte Karte mit bisschen Glitzer dürfte fast immer durchgehen, wird die Karte doch in den meisten Fällen durch ein transparentes Mäppchen schludrig vorgezeigt - und so akzeptiert.

Warum man alternativ zur digitalen Variante im DB Navigator nicht zusätzlich eine Chipkarte mit RFID-Chip anbietet, verstehe ich aber nicht.

Mal ein Blick in die Niederlande, wo es jetzt auch ein Update gibt. Dort gab es jetzt seit 15 Jahren (!!) die OVchipkaart. Das ist eine Chipkarte mit Namen und Foto, auf der das gebuchte Abo (keines, Rabatt für Off-Hour-Fahrten, oder Freifahrtmodelle ähnlich BC 100) hinterlegt ist, zudem wird dort ja bekanntermaßen das Ticket einfach per Check-in und Check-out "gebucht". Bequemer geht es kaum, sowohl für Fahrgast als auch für ZuB. Eine Kontrolle eines ganzen Waggons in den NL dauert, sofern die Fahrgäste alle mit OVchipkaart unterwegs sind, eine gute Minute. Aufwändig wird es, sobald andere Fahrkarten ins Spiel kommen.

Nachteil war, dass wichtige Informationen technisch auf der Karte selbst gespeichert waren.

Jetzt gehen die NL in die nächste technische Stufe, schicken die OVchipkaart in Rente und es kommt der OV-pas. Die ist nur noch ein Identifier und der Rest der Infos liegt in der Cloud. Das eröffnet unzählige Möglichkeiten, so wird die Plastikkarte selbst optional (aber nicht abgeschafft - es kann nach Belieben Plastikkarte aber auch Apple Wallet etc. genutzt werden) und die Verwaltung ist ganz ohne Automat online möglich.

Diesen Weg hätte die DB auch gehen können. Weiterhin Plastikkarten für die die wollen, aber eben sicher und leicht zu kontrollieren. Fälschung wird unmöglich, weil auf der Plastikkarte nur ein Identifier gespeichert ist - einziger Missbrauchsweg wäre noch die Nutzung der Chipkarte eines Dritten, deshalb das Foto. Zudem die Verwendung der Apple Wallet / Google Pay, was sehr viel bequemer ist als das doch etwas umständliche Öffnen über den DB Navigator.

Ich verstehe nicht, warum man, sofern man bestehende Lösungen anfasst wie hier die BC100 Plastikkarte, nicht die sehr gut funktionierenden und in der Breite extrem gut akzeptierten Lösungen der Nachbarländer übernimmt, anstatt so eine halbgare Zwischenlösung zu verwenden. Ich würde mich als "Digital Nomad" bezeichnen, finde die Abschaffung der bisherigen Plastikkarte mehr als überfällig, aber die neue Lösung finde ich nicht zufriedenstellend.


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