München statt vs. zusätzlich zu Basel. (Allgemeines Forum)

caboruivo, CH, Freitag, 12.04.2024, 19:16 (vor 882 Tagen) @ Oscar (NL)

Salut Oscar


Inzwischen hat auch nu.nl sich gemeldet.

Laut NS sei "München stärker nachgefragt als Basel", also sei es "logisch, dass die Verbindung verlegt wird".

Der Zug hat für niederländische Reisende eine attraktive Fahrlage, für Schweizer Reisende eher nicht. Da fehlte eine entsprechende Gegenverbindung.
Klar ist da die Münchner Nachfrage grösser, wenn daran die österreichischen und bayrischen Skigebiete hängen, die bei niederländischen Touristen beliebter sind als die Schweizer, was man auch an den Agentur-Skizügen sieht. Aber: Gerade bei Schweizer Reisenden ist der Nightjet Zürich–Amsterdam beliebt, wenn auch sein Image aufgrund des positiv ausgedrückt nostalgischen Rollmaterials mit entsprechender Zuverlässigkeit gerade ein wenig ramponiert ist. Aber just dies sollte auch auf eine genügende Nachfrage im Schienenverkehr hindeuten.

EasyJet fliegt von Schiphol nach Basel und Genf, Swiss nach Zürich und KLM nach Basel, Genf und Zürich. Wenn man den Flugverkehr anschaut, hat Zürich die höhere Nachfrage als München, dafür aber die geringere als Wien und Berlin. Total liegt die Schweiz auf Platz 10 des Amsterdamer Flughafens.


Meine Widerrede dazu: wenn das der Fall ist, wieso hat NS sich nicht mehr um diese Direktverbindung bemüht? Das hat sich doch nicht auf Schlag geändert? Wieso hat NS einfach nur abgewartet, bis SBB eine Entscheidung traf?

DB hat die Entscheidung getroffen. Aber das Ablaufdatum war spätestens seit der Bekanntgabe des neuen ICE-Konzeptes 2022 bekannt.

Ja, die 408 könnten bis Basel SBB, sofern eine Zulassung erfolgt, das "Problem" ist jedoch: Mit der Inbetriebnahme des Rastatt-Tunnels wird ein neues Konzept im Verkehr Deutschland-Schweiz eingeführt. Nahezu alle ICE-Züge aus Berlin und Hamburg–Köln werden in die Schweiz (Chur, Brig, Interlaken) durchgebunden, dazu kommen noch vier EC-Verbindungen pro Richtung mit Giruno auf der Achse Hamburg–Hannover–Frankfurt–Basel–Lugano/Mailand/Zürich. Endende ICE wird es im Knoten Basel ausser in Randstunden nur noch selten geben und gerade im 15:00-Knoten, wo 104/105 bislang wendeten, sind ausschliesslich Durchbindungen vorgesehen. Mit einem CH-Paket für die 408 hätte man einen ICE Chur–Amsterdam lancieren können. Für mehr Züge ist nahezu kein Platz, ausser mit Fahrlagen ausserhalb des Basler Knotens, welcher dann aber vernünftige Anschlüsse verunmöglicht.

Auf der anderen Seite hätte die SBB auch ihre Giruno mit einem NL-Paket versehen können, nur bin ich mir nicht sicher, ob diese auf die KRM dürfen.

Fakt ist, beide Verbindungen haben ihre Berechtigung.


Das sah Fahrgastverbund ROVER auch so. Die waren übrigens der Meinung, drei tägliche ICE-Verbindungen via Emmerich seien genug:

1. Amsterdam-München via Nürnberg v.v.
2. Amsterdam-München via Stuttgart v.v.
3. Amsterdam-Basel v.v.

Hinzu dann stündlich ein NS-IC200 Amsterdam-Köln v.v. In DU/D/K gibt es reichlich Anschlüsse an ICEs kreuz und quer durch ganz Deutschland.

Das wäre eine sinnvolle Lösung, ein Stundentakt mit NS-IC würde bessere Verbindungen ermöglichen. Aber da wäre eben noch das Problem von fehlendem NL-D-CH-Rollmaterial.

Und bei einer Verbindung via Frankreich–Brüssel stellt die SNCF ein nur schwer überwindbares Hindernis dar...


Es sei denn, SNCF betreibt den Zug selber. Dann ist NL eher die Hürde, wegen fehlender Zulassung des Euroduplex. Nichtdestotrotz: TGV statt ICE ist nicht so toll für uns ICE-Fans... ;)

Diese Verbindung hätte den Vorteil, dass die von Schweizer Seite oftmals gewünschte Wiedereinführung von Direktzügen nach Brüssel mit integrieren könnte. Also Amsterdam–Brüssel–Basel via LGV Interconnexion. TGV Lyria kann diese Verbindung mangels genügend und geeignetem Rollmaterial nicht bedienen.

Beste Grüsse

--
Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive


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