Irgendwie merkwürdig. (Allgemeines Forum)

Aphex Twin, Samstag, 16.09.2023, 00:19 (vor 283 Tagen) @ sfn17

Bei Dissertationen wird's schon schwieriger bei der Frage, "wie tief" man zitieren soll.

In den Naturwissenschaften zitiert man Quellen von Informationen, es geht darum dass andere Fachleute nachvollziehen können wie man zu einem Ergebnis gekommen ist, dass andere Fachleute verifizieren können ob die Angaben stimmen, und dass sie abschätzen können wie gut die verwendeten Daten sind indem sie ihre eigene Meinung zu der Verlässlichkeit der Originaldaten bilden können.

Wenn es nicht Zahlen sind für die man Quellen angibt, kann es sein dass man z.B. aufführt dass XYZ fand dass keine Abhängigkeit vom pH Wert bestand, oder das ABC eine quadratische Abhängigkeit von zwei Werten aufzeigte. Ich kann mich an keinen Fall erinnern in dem jemand tatsächlich eine Formulierung in Anführungszeichen zitiert hat.

Keine Quellenangabe (etwa Euklids "Elemente"), aber den Namen des Satzes ("Pythagoras") sollte man schon erwähnen.
Dieses Beispiel ist eh' etwas ungünstig gewählt.

Niemand macht dies. Wenn ich z.B. schreibe “Der Tank hatte eine dreieckige Form mit einer Breite und Tiefe von x Zentimeter und einer Höhe von y Zentimeter; damit hatte die der Sonne zugewandte Seite eine Fläche von z cm².” Wenn hier jemand anfügen würde dass er dies mithilfe des Satzes von Pythagoras ausgerechnet hätte, würde jeder denken der Autor wäre 12 Jahre alt.

Sobald ich eine Zahl angebe muss ich eine Quelle angeben es sei denn es ist eine bekannte Konstante (physikalische Konstante, Durchmesser der Erde, Zusammensetzung der Luft, Jahr der französischen Revolution, usw..) oder etwas selber gemessenes oder berechnetes.


Gehört dieses "oder etwas selber gemessenes oder berechnetes" noch zum "es sei denn"? soviel zur sinngebenden Zeichensetzung -.-

Lese den Satz ohne den Teil in Klammern: “Sobald ich eine Zahl angebe […], es sei denn es ist eine […] Konstante oder etwas selber gemessenes […].”

Selbst Gemessenes oder Berechnetes muss latürnich bequellt werden: nämlich mit der klaren Aussage "Ich habe das gemessen oder berechnet, und zwar folgendermaßen..."

Das ganze läuft andersrum, man beschreibt zuerst genau was man gemacht hat und wie man es gemacht hat, und dann im nächsten Teil beschreibt man die Ergebnisse, und dann danach diskutiert man dann was diese Ergebnisse bedeuten, was für Schlüsse man daraus ziehen kann.

Um einen Bahnbezug herzustellen, wenn ich schreibe dass die Zahl der verspäteten Züge in den letzten Jahren zugenommen hat, sollte ich am besten eine Quelle angeben in denen man die Zahlen dazu findet.


Nicht "am besten", sondern nur so oder aus eigenen Auswertungen von Fahrdaten.

Es kommt ein wenig auf den Kontext an, es gibt Situationen in denen man nicht genau sein muss. Wenn ich schreibe dass die von Menschen verursachten CO₂ Emissionen seit Beginn der Industrialisierung massiv zugenommen haben, dann ist dies ein Gemeinplatz den ich nicht mit genauen Zahlen untermauern muss.

Wieder das Problem, wann dieses ominöse "Allgemeinwissen" anfängt.

Sagen wir einmal so, ich habe meine Arbeiten nicht mit dir als Zielpublikum geschrieben. Und das gilt für fast alle Studienarbeiten, sie werden für am Fach interessierte Personen geschrieben. Und bei Doktorarbeiten gilt dies dann noch viel stärker.


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