TU Berlin: ohne Maske im ÖV gibt es 10% mehr Patienten (Sammelthreads)

Barzahlung, Dienstag, 03.01.2023, 22:08 (vor 1136 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Barzahlung, Dienstag, 03.01.2023, 22:12

Es gibt eine Antwort auf diese Frage. Sie lautet: Es würden zehn Prozent mehr Menschen mit Corona im Krankenhaus liegen. Maximal. Das heißt: Im Zweifel wäre der Anstieg geringer, weil viele Vernünftige trotzdem Maske tragen. Die Zahlen stammen aus einer Modellrechnung der Technischen Universität Berlin.

Nagel und Priesemann sind damit ja bekanntlich immer falsch gelegen. Das soll uns aber nicht davon abhalten, jedes mal wieder eine neue Sau durchs Dorf zu treiben.
V.a. schön, dass bei diesen hochwissenschaftlichen Rechnungen immer so glatte Werte herauskommen. Mich wundert außerdem, dass hier nicht wieder von exponentiellem Wachstum die Rede ist. Herr Nagel hat doch bisher für jede Art der Lockerung ein exponentielles Wachstum der Fallzahlen vorausgesagt, weil es schließlich die Reproduktionszahl ist, die sich durch die Maßnahme verändert. Das müsste dann doch auch für die Aufhebung der Maskenpflicht im ÖV gelten oder nicht? Naja egal...

Wir haben doch, wenn man es nur auf Deutschland beschränkt, bereits in drei Bundesländern aufgehobene Maskenpflichten im ÖPNV, in Schleswig-Holstein seit vorgestern, in Bayern und Sachsen-Anhalt seit nunmehr drei Wochen.

Modellrechnungen sind dazu da, eine Vorhersage über den zukünftigen Verlauf des Infektionsgeschehens zu treffen. Was man hier macht ist, die realen Daten, z.B. die Neuinfektionen- oder Hospitalisierungsinzidenz der vergangenen Wochen, die in Bayern und Sachsen-Anhalt stabil ist, auszublenden, und durch ein "Modell" zu ersetzen, das nicht mal in der Lage ist, das gegenwärtige Infektionsgeschehen auch nur annähernd real abzubilden.

Wer im RKI-Pandemieradar die Neuinfektionen-Inzidenzen Bayerns und Baden-Württembergs miteinander vergleicht, der stellt fest, dass diese seit zwei Monaten fast perfekt übereinanderliegen. Die 10% müssten sich im Zeitraum ab 14 Tagen nach der Aufhebung (in Bayern ab dem 10.12.) irgendwie schon bemerkbar machen. In Baden-Württemberg besteht die Maskenpflicht im Gegensatz zu Bayern nämlich fort.
Weder im Vergleich mit den angrenzenden Bundesländern, noch im bundesweiten Vergleich, noch in der Hospitalisierungsinzidenz lässt sich ein solcher Trend in Sachsen-Anhalt oder Bayern erkennen.

Wenn man gescheiterten Modellen dann trotzdem noch mehr Glauben schenkt als den realen Zahlen, wie wäre es denn damit, das ganze Pandemie-Monitoring komplett einzustellen und durch die Modelle der TU Berlin zu ersetzen? Brauchen wir dann ja alles nicht mehr. Spart uns viel Geld.


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