der die das ... // mit dem 628 im SOB-Netz (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Donnerstag, 16.06.2022, 21:47 (vor 14 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 16.06.2022, 21:48

Hallo.

dann kurz nach Grafing Stadt und zurück (die 628 sagte mir dann aber doch nicht zu),


Der 628! Oder das Blechspielzeug.

Aber nicht: die! Außer mit 'Baureihe' davor. Dann geht's.

Danke für diesen Hinweis


Du mußt aber mal mit dem 628 im SOB-Netz rumscheppern.

Dem werde ich einen eigenen Tag widmen.

Pittoreske Dörfer, wo kein Grashalm falsch wächst, wo die Kirche im Ort noch strahlt,

also wie das, was ich in Westösterreich so sehe.

wo nirgends ein Fitzelchen Farbe abblättert.

Meine bisherigen kurzen Eindrücke aus Oberbayern und insbesondere dem Chiemgau sind in der Tat sehr positiv.

Der 628 so sauber, dass man vom Boden essen kann.

Deckt sich mit meinen bisherigen Erfahrungen zwischen Salzburg und Freilassing.

Urbayrischer Schaffner in voller Montur ohne Staubkorn. Bayrische Landbevölkerung fährt mit. Alles ist wie im Bilderbuchland. Die böse Welt ist weit weg; hier ist noch alles, wie es im Paradies sein soll und wie es früher mal so war.

Die hohe Qualität sieht man auch bei den Bussen der RVO. Die Organisationsform als "RegioNetz" ist in der Tat spannend. Vermutlich ist die SOB genau die Erfüllung des Traums derer, die sich die Bundesbahn zurückwünschen ;-)

Und dann steigt unterwegs eine Flüchtlingsfamilie zu. Mit ner Handvoll Kinder. Die sitzen auch alle friedlich da.

Ich habe übrigens eine schöne Zeit mit paar Teenagern im RE5 erlebt. Also ich bin jetzt überzeugt, dass man sich eine ganze Menge entgehen lässt, wenn man keinen Bock auf Menschen hat und deswegen grundsätzlich das Auto nimmt. Und wer mich kennt weiß, dass ich nicht der extravertierte Partygänger bin, ganz im Gegenteil!

Es ist nicht nur möglich, im Zug in eine Konversation zu kommen, das passiert teils sogar schneller als man zuerst vermutet. Und so hat man auf der Reise vielleicht mal wieder was nettes erlebt, kann einen Einblick in die Lebenswelt anderer werfen, das ist definitiv ein Gewinn.

Aber du spürst: da stoßen Kulturen aufeinander - und es erfordert Wohlwollen auf allen Seiten, dass man MITEINANDER lebt und nicht nebeneinander. Und du spürst auch: es wird dauern. Da hält jetzt nämlich die nicht so schöne Welt Einzug in die heile Welt.

Ganz ehrlich, das ist doch ganz normal. Wenn man aus einer ganz anderen Gegend kommt, braucht's Zeit, bis man sich einfindet. Aber das war schon immer so und die Geschichte lebte vom kulturellen Austausch. Ich sag es mal ganz offen, in so einigen Stadtteilen von Wien zum Beispiel (einfach mal am Reumannplatz oder der Quellenstraße spazieren) sieht man, was passiert, wenn man so etwas nicht aktiv angeht. Kombiniert mit einer schauderhaften Wohnungspolitik, die die alten Blockrandbebauungen nicht in einen hochwertigen Zustand, der tatsächlich lebenswert für die Menschen, erhält (was erstaunlicherweise besonders stark auf Gemeindebauten zutrifft, die der Stadt gehören und wo ich die Selbstzufriedenheit nicht nachvollziehen kann), manifestiert sich ein Gesamtbild, welches meiner Meinung nach viel zu leise kritisiert wird. Parallelgesellschaften entstehen ja besonders gut, wenn entsprechende Menschen auf Ablehnung treffen und man ihnen nicht ernsthaft daran hilft, an die völlig anderen Lebenszustände sich anzupassen.

Mich ärgert es, dass die, die die Probleme am lautesten ansprechen, genau die schlechtesten Lösungen im Angebot haben.

Schöne Grüße von jörg

Liebe Grüße
J-C

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Reisehäppchen für zwischendurch gefällig?
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(Bildquelle: ČD)


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