Änderung der Abläufe bei Eurostar (Allgemeines Forum)

A-W, Hannover, Samstag, 09.01.2021, 23:01 (vor 13 Tagen)

Hallo,

da ich zu Weihnachten und Neujahr auf der Insel war, kann ich über die Änderungen berichten.

Die Hinfahrt von Brüssel nach London war noch vor Weihnachten, also es kann sein, dass sich etwas seit dem 1. Januar in dieser Richtung geändert hat. Bei mir war es so gelaufen:

Die Abfertigung war bereist 75 Minuten (wenn schon nicht früher) vor Abfahrt eröffnet und man wird wegen am Empfang darauf hingewiesen, dass aufgrund aktueller Lage alle Geschäfte hinter der Ausweiskontrollen geschlossen haben, also man kann dort auch nichts zum essen oder trinken kaufen. Danach folgt die übliche Sicherheitskontrolle, Ausreisekontrolle durch die belgische Polizei. Danach wird man vor Ausweiskontrolle durch den britischen Grenzbeamten nach dem Corona-bedingten Einreiseformular gefragt und dieser wird auch gelesen. Auch ein Ausweis wird an dieser Stelle kontrolliert, ob die Daten auf dem Formular mit den Daten des Ausweises übereinstimmen. Dann erhält man einen Papierschnipsel, den man bei den Grenzbeamten in London abgeben muss. Dann gibt es die tatsächliche Ausweiskontrolle entweder am automatischen Sperren oder am Schalter.

Der Wartebereich nach den ganzen Kontrollen wurde deutlich vergrößert und es ist auch ein Duty-Free Geschäft dazugekommen, aber war, wie erwartet, geschlossen. Da ich keine Lust auf die Besichtigung des Wartebereiches hatte, kann ich nicht sagen, was noch sonst sich dort geändert hat.

Bei der Ankunft in London geht man genauso, wie vorher. Die Neuerung ist, dass es nun im Ankunftsbereich Schalter der britischen Grenzpolizei gibt, die aber zum Zeitpunkt meiner Fahrt nicht besetzt waren. Stattdessen haben die Beamten die Papierschnipsel aus Brüssel kurz vor diesen Schaltern eingesammelt. Wer diese nicht abgeben konnte, wurde angehalten und musste sich erklären, wieso man es nicht hat, usw. Ich habe nicht zugehört, weil man will ja einfach raus. Danach folgt die übliche Anschauung der Reisenden durch teilweise nicht uniformierte Beamte, die nach auffälligen Reisenden schauen. Nichts besonders angenehmes, aber geht so. Dann folgt der Zollbereich, wo es weiterhin keine Unterteilung in einen grünen und roten Kanal gab. Hinter der milchigen Glaswände in diesem Bereich, die man passiert, können jedoch Zollbeamte zu jeder Zeit jemanden zur Seite rufen und vollständige Gepäckkontrolle mit Durchleuchtung durchführen. Das gab es aber bereits früher. Danach ist man frei.

Die Rückreise (Anfang Januar) verlief so:
Zuerst wird man am Anfang der Warteschlange durch die Eurostar-Mitarbeiter nach dem Zug, den man besteigen möchte, und dem Coronatest Ergebnis gefragt, danach darf man die Warteschlange betreten und die Fahrkarte kann dann an der Sperre gescannt werden. Danach folgt die übliche Sicherheitskontrolle. Als nächstes wird man in der Warteschlange zur britischer Ausreisekontrolle* von französischer Grenzpolizei nach dem Ausweis und dem Testergebnis gefragt, dieser wird auch aufmerksam gelesen. Erst dann darf man zu britischer Ausweiskontrolle weiter. (* - Falls jemand noch nicht aus London mit Eurostar abgefahren ist, wird es nicht wissen und ggf. staunen, aber die britische Ausreisekontrolle ist einfach das Auslesen der Ausweisdaten durch einen Eurostar-Mitarbeiter. Die ausgelesene Daten werden dann an die britische Grenzpolizei übermittelt.) Die britische Ausreisekontrolle hat sich nicht geändert. Danach folgt die tatsächliche Ausweiskontrolle durch die französische Grenzpolizei. Diesmal waren die automatischen Sperren geschlossen und alle mussten zum Schalter. Das Verfahren könnte künftig länger dauern, weil die britische Pässe ab sofort ggf. noch gestempelt werden. Vermutlich werden die automatischen Sperren nur noch für EU/EWR/CH Bürger bleiben. Im Wartebereich hat sich nicht geändert. Der einzige Unterschied ist, dass auch dort ein Duty-free Geschäft vorhanden ist, aber auch der war dann zu.

Nun zur Ankunft in Brüssel: Wenn man künftig wieder selbst die Sitze beim Eurostar auswählen kann, dann empfehle ich die Sitze in der Zugmitte zu nehmen, denn der Ausgang an der Spitze des Zuges wird nicht verwendet. Stattdessen müssen alle über den Ausgang neben der Zugmitte (also dieses Verbindungen-Ausgang) herunter. Sowohl die Rolltreppen als auch die Band von anderer Seite wurden eingeschaltet. Unten wird man von belgischer Polizei begrüßt und man will den Ausweis sowie das Testergebnis sehen. Wichtig zu wissen: Für die Durchreise durch Belgien (Aufenthalt unterhalb 48 Stunden) erfordert keinen Test. Es ist aber besser diesen vorzuzeigen, weil man diesen sowieso wegen Einreise nach Frankreich und später nach Deutschland braucht und man spart sich viel Zeit. Danach gibt es zwei Zollkanäle: Grün und rot. Zwischen diesen ist ein Tisch, wo sich Beamte befinden. Man kann den Umstieg zum ICE binnen 10 Minuten schaffen. Man sollte jedoch bedenken, dass aktuell wenige Leute reisen. Im Eurostar nach Brüssel waren ca. 10 Personen in meinem Wagen. Sollte sich die Zahl erhöhen oder zusätzliche Kontrollen im grünen Kanal stattfinden, könnte es enger werden.

Wenn man den sterilen Bereich verlässt, befindet man sich dann zwischen den Gleisen 6 und 7, also man kann sehr einfach die Gleise 3-6 erreichen. Mein Tipp: Für die Gleisinformationen in Brüssel-Midi (selbst beim ICE) sollte man sich NICHT auf die Angaben der DB verlassen. In meinem Fall hat der DB Navigator angezeigt, dass die Abfahrt von Gleis 7 stattfinden würde. In der Realität war das aber von Gleis 3. Der Zugchef im Eurostar und die Anzeigen/Ansagen im Bahnhof waren richtig. Noch etwas wichtiges für diesen Umstieg: Eine Verspätung des ICE aus Frankfurt muss nicht zwingend bedeuten, dass er auch verspätet von Brüssel abfährt. In meinem Fall kam der ICE aus Frankfurt um 16:05 Uhr (statt um 15:35 Uhr) und fuhr er planmäßig um 16:25 Uhr ab.

Da die Verzögerungen durch Zollkontrollen kein abgedeckter Grund für HOTNAT sind, sollte man das beim Fahrkartenkauf berücksichtigen. Eine weitere wichtige Information ist auch, dass DB Fahrkarten (auch Flexpreise!) mit ursprünglich gebuchten ICE zwischen Belgien und Aachen keine Nutzung der belgischen Züge von/nach Aachen ermöglichen. Bei aktuellen Fahrgastzahlen kann man den Umstieg ohne weiteres schaffen, wenn der Eurostar keine Verspätung hat. Ist er verspätet, dann greift HOTNAT, wenn der Umstieg auf einen Hochgeschwindigkeitszug vorgesehen war. Bei normaleren Fahrgastzahlen würde ich jedoch einen längeren als 20 Minuten Aufenthalt in Brüssel einplanen. Eine Option könnte eine DB Fahrkarte mit Nutzung der belgischen Zügen bis Aachen sein (das geht nun auch als Sparpreis) oder man fährt auf belgischer Fahrkarte bis Aachen (23,30 € pro Person) oder man versucht eine Konstellation von Eurostar und ICE hinzukriegen, wo der Aufenthalt in Brüssel nicht zu lang wird...

Viele Grüße,
A-W


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