US: "high-speed rail" vs. "regular rail". (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 25.06.2020, 15:05 (vor 2110 Tagen) @ Chrispy

Hallo Chrispy,

Solche Grossprojekte lassen sich heutzutage (gerade auch in den USA) nicht schnell genug ausführen um nach einer Wirtschaftskrise den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Selbst wenn man die Pläne irgendwo in einer Schublade liegen hat, dauert es ja mindestens 5 Jahre bis Baubeginn. Bis jetzt waren jegliche Krisen deutlich kürzer als diese Zeitspanne.

Man kann schon damit anfangen, die Denkweise zu ändern. Solange "highschool graduates" vor ihren "college" nach wie vor "discover Europe by rail" praktisieren, habe ich gute Hoffnung, dass sich irgendwann etwas ändert. Wenn ich im Sommer amerikanische Eurailer treffe, sind die alle beeindruckt von den zahlreichen Zügen... "so many trains here, how did you get things done, wish we had them too"...

Ob "high-speed rail" wirklich der "way to go" ist, kann man sich fragen; ist ein anderes Thema.

Dann wäre da noch die Staatsverschuldung. Mit dem Rettungspaket alleine hat man drüben nun die Schulden um 3 Billiarden (3*10^12) Dollar erhöht.

Zumindest bei uns in NL ist eine Billiarde 10^15. Eine Billion ist 10^12.
Bin mir nicht sicher wie das im deutschsprachigen Raum ist.

In den USA wird 10^12 "a trillion" genannt.

Zu guter Letzt fragt sich auch, ob "high speed rail" für die USA wirklich erste Priorität haben sollte. Denn die Amis wohnen im Normalfall nahe ihrer Arbeitsorte und ziehen um, wenn sie eine neue Arbeit in einer anderen Stadt finden. Daher wäre der Bedarf an effizientem Nahverkehr eigentlich grösser.

Bin ich mir nicht sicher.

Als 1981 erstmals der TGV fuhr, hatten die Franzosen schon "Mistral"-Züge, sowie ÖPNV als Zubringer. Selbe Geschichte für den ICE in Deutschland. In vielen Ländern Europas ist der HGV sozusagen auf das Fundament des Nahverkehrs gebaut(, das der Akzeptanz des HGV zugute kam).
Aber in China ist verhältnismässig (gemessen pro Einwohner) weniger Nahverkehr vorhanden. Dennoch sind die Rennzüge dort sehr erfolgreich. Wie im Video erwähnt, ermöglichen die Rennzüge das Wohnen in Ort A und das Arbeiten in Ort B. Aber (und das haben die Amis vielleicht doch wohl verstanden): es ist besser, kürzer zu pendeln als umweltfreundlicher zu pendeln. Sozusagen: lieber 25 km mit einem SUV als 250 km mit einem Ökostrom-Rennzug (noch besser wäre 25 km mit einem Ökostrom-E-Bike).

Gut, die USA haben nicht die Bevölkerungsdichte von China. Und wenn ich mich recht erinnere, sind Grundstücke in CN Staatseigentum. Also haben die Chinesen weniger Probleme mit NIMBYs und so. Das durfte die Sache auch erleichtern (und für die Amis erschweren).


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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