Kohlekraftwerke sind Spitzenlastkraftwerke (Allgemeines Forum)

numi, Sonntag, 16.02.2020, 13:31 (vor 253 Tagen) @ Aphex Twin

In der Praxis ist es jedoch so, dass Kohlekraftwerke in Deutschland als Spitzenlastkraftwerke betrieben werden.

Die Reihenfolge ist dabei folgendermaßen:
Atomkraft - Läuft fast immer mit der vollen Nennleistung
Braunkohle - Soll so viel laufen wie möglich, muss jedoch manchmal schon wegen zu vieler erneuerbaren Energien runtergefahren werden.
Steinkohle - Deckt Lastspitzen im Netz zu Zeiten geringer erneuerbarer Energien ab
Erdgas - Läuft nur, wenn durch angeschlossene Kraft-Wärme-Kopplung notwendig, da sonst die angeschlossenen Wohnungen kalt bleiben würden. Im Winter daher eine nennenswerte Produktion, im Sommer laufen Gaskraftwerke kaum.

Wenn man sich das in Zeiten erhöhtem CO2 Ausstoßes ansieht, ist es natürlich totaler Quatsch. Gaskraftwerke sollten möglichst viel laufen, da sie die effizientesten sind. Eigentlich sollten die Steinkohlekraftwerke das tun was die Braunkohle macht und die Gaskraftwerke das, was die Steinkohle macht.

Ursprünglich war das auch alles einmal so gedacht, dass es CO2 optimal funktioniert. Der Emissionshandel ist jedoch gescheitert, da es zu viele Zertifikate gibt und diese daher zu günstig sind. Es kostet daher kaum Geld, mehr CO2 auszustoßen und dementsprechend ist das den Kraftwerksbetreibern ziemlich egal. Daher wird das Netz jetzt so betrieben wie oben dargestellt. Dadurch sparen die Kraftwerksbetreiber ein klein wenig Geld und stoßen dafür massiv mehr CO2 aus. Das obwohl die Kraftwerke eigentlich da sind, man müsste nur die einen ein- und die anderen ausschalten.


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