Das wird eine Rummelbahn, aber keine 350 km/h SFS (Allgemeines Forum)

Re 8/12, Winterthur, Samstag, 14.12.2019, 21:45 (vor 2374 Tagen) @ Henrik

Hier beim beim 2. Bauabschnitt (wo eh das letzte Wort gesprochen ist) eine Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h anzuvisieren, ist in jedweder Hinsicht völlig illusorisch. Das wäre alleinfalls beim Transrapid möglich (vgl. entsprechende Planungen von damals), nicht aber beim ICE-Verkehr (in technischer wie auch umweltrechtlicher Hinsicht).

Würden die zwei zusätzlichen Gleise als Fortsetzung der NBS konzipiert, so spräche nichts gegen eine Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h. Vielleicht denkt man sich, die Erweiterung der bestehenden Strecke um zwei zusätzliche Gleise käme billiger zu stehen. Ob diese Rechnung wirklich aufgeht, wage ich zu bezweifeln. Wenn die Milliardeninvestition in die NBS ihren vollen Nutzen erbringen soll, wird man die NBS früher oder später doch noch bis Gutleutviertel verlängern müssen. Ob man den Sechsspurausbau der bestehenden Brücke vielleicht zusätzlich dazu ohnehin noch braucht, kann ich nicht beurteilen. Aus finanzieller Sicht würde ich empfehlen, sich das jetzt doch nochmals gründlich zu überlegen.

Bei diesen 4 km, wobei ein Teil der Verkehre auch noch nach links abbiegt zum Flughafen mit max 160 km/h und am Ende eine scharfe Rechtskurve zum Stadion zu planen ist, stellt sich die Frage, wieviele Sekunden Du da mit einer Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h rausholen willst - Minuten sehe ich da nicht.

Letzlich geht es eben um den ganzen Abschnitt Zeppelinheim-Franfurt Hbf., also ca. 12 Kilometer. Bei der aktuellen Planung dürfte hier im Schnitt etwa 120 kmn/h gefahren werden (bis Stadion überwiegend 100, dann kurz 120 und die letzten 4 km bis Zeppelinheim 160). Wenn mit einer NBS vielleicht noch eine (geringfügige) Streckenverkürzung möglich ist, resultiert eine Fahrzeitdifferenz von gegen 4 Minuten. Wie du auf bloss Sekunden kommst, bleibt mir schleierhaft.

Eine direkte NBS von Zeppelinheim direkt zum Gutleutviertel, vor der Kurve zum Stadion unterirdisch und dann direkt, unter dem Main durch zum Gutleutviertel, dort unterirdisch Anschluss zum Fernbahntunnel?
Theoretisch gewiss nicht undenkbar. Aber allein durch den 2. Bauabschnitt und der Machbarkeitsstudie zum Fernbahntunnel ist hier doch eher das letzte Wort bereits gefallen.
Auch für die Zeit nach dem Jahre 2050 sehe ich dort kaum Chancen für.

Ob der Main dann unter- oder oberirdisch gequert werden sollte, würde ich erst mal offenlassen. Auf den ersten Blick scheint beides denkbar.

Wenn die Bahn wirklich ihre Fahrgastzahlen verdoppeln will, sollte man sich schon gut überlegen, ob man wirklich Milliarden in eine NBS buttern und nur die Hälfte des eigentlich möglichen Zeitgewinns realisieren will.

Ich hielte die Anhebung der Entwurfsgeschwindigkeit für die NBS Rhein/Main–Rhein/Neckar von 300 auf 350 km/h für interessant.

Kann man sich überlegen, wobei sich schon die Frage stellt, ob das für blosse 55 km wirlich Sinn macht - sicher eher, wenn es 12 km mehr wären. Grundsätzlich ist in Erinnerung zu rufen - es wurde hier schon mehrfach erwähnt -, dass es effizienter ist, die langsamsten Abschnitte zu beschleunigen als die schnellsten.

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