Ohne Bypass keine nennenswerte Zeitersparnis... (Allgemeines Forum)

bendo, Dienstag, 10.12.2019, 10:48 (vor 2377 Tagen) @ Re 8/12

Was man da zusammengemurkst hat, ist eine echte Scheiss-Lösung. Da haben sich die Vertreter des Bundes wieder von Lokalinteressen über den Tisch ziehen lassen. Bei dieser Trassenfindung fiel die grossräumige Bedeutung der neuzubauenden Strecken komplett hinter runter. Statt schneller Verbindungen quer durchs Land wird es einen absurden Tunnel durchs Flachland geben. Damit werden die Kosten der Strecke auf nicht rechtfertigbares Niveau steigen, während der Nutzen stark eingeschränkt bleibt.


Versteh ich jetzt nicht ganz. Die Mehrkosten für den Tunnel mögen ärgerlich sein, aber langsamer wird die Strecke dadurch ja nicht.

Doch, wenn aufgrund des Tunnels die Bypassvariante vom Tisch ist, wird die Gesamtstrecke langsamer.


Fahrzeiten von unter einer Stunde zwischen Frankfurt/M und Stuttgart sind damit genauso Essig, wie 3 h zwischen Köln und München sowie Hannover und Stuttgart.


Das wäre, wenn denn diesbezüglich schon das letzte Wort gesprochen wäre, in der Tat schade. Aber nochmals: Ist daran der Tunnel schuld?

Ja, wenn durch den Tunnel ein Bypass nicht umgesetzt werden kann oder wird.


Bei solchen Entscheidungen muss man ernsthaft über den Sinn des Schienen-HGV in Deutschland nachdenken. Wenn man schon nicht mal das üppig angebundene Mannheim umgehen kann, wie will man dann an anderen Städten schnell vorbei- bzw. durchfahren?


Was würde eine Umfahrung Mannheims mit Halt irgendwo in der Pampa gegenüber Halt in Mannheim City denn konkret bringen? (Den Korrespondenzhalt würde man hier ja wohl sehr ungern aufgeben.)

1) Es gebe die Möglichkeit, dass bestimmte/einzelne ICE-Züge oder Verbindungen den Halt auslassen und mit Höchstgeschwindigkeit an Mannheim vorbei fahren könnten. Zusammen mit einem wesentlich verkürzten Fahrweg behaupte ich, das würde eine Zeiteinsparung im deutlichen, zweistelligen Minutenbereich bringen (ich weiß, allein der Gedanke, dass trotz eines dichten Takthalts in Mannheim einzelne ICE dort nicht halten, bei Lokalpolitikern, der Stadt bzw. der Region Schnappatmung bis Herzinfarkt auslöst...).
2) Ein Halt, "irgendwo in der Pampa" würde wesentliche Zeitersparnis bringen, weil a) die Gesamtstrecke kürzer wird (Stadtein- und ausfädelungsfahrten fallen weg) und so ein Halt viel schärfer angebremst bzw. wieder hochbeschleunigt werden kann (Stadtein- und Ausfahrten erlauben keine hohen Geschwindigkeiten)

Genau das aber ist zwingend notwendig, wenn man aus den hohen Fahrgeschwindigkeiten auch hohe Reisegeschwindigkeiten werden lassen will.


Klar kann man die Haltepolitik überdenken, aber Mannheim dürfte ähnlich unverzichtbar sein wie etwa Basel.

Für JEDEN ICE?! Für JEDE Linie?!...

Gerade mal 50 km lang wird der Streckenabschnitt zwischen Frankfurt/M und Mannheim sein, auf dem man wirklich 300 km/h fahren können wird. Das erinnert an eine Rummelbahn, bei der man einmal auf Höchstgeschw hochbeschleunigt und gleich danach wieder auf Null herabgebremst wird. Eine richtige SFS ist das aber nicht.


Völlig einverstanden. Von den übrigen 28 km sollte möglichst viel ebenfalls mit 300 und der Rest auch noch möglichst schnell befahrbar sein, von Bahnsteig zu Bahnsteig. Das müsste jetzt einfach offensiv gefordert werden - möglich sollte es ja nach wie vor sein.

Das wird aber nicht möglich sein: Kurvenradien, Bebauung, Mischverkehr lassen im Stadtbereich kilometerweit keine hohen Geschwindigkeiten zu.

Gruß, bendo


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