Bahnsteige halten länger als Züge (Allgemeines Forum)

oska, Montag, 23.09.2019, 18:38 (vor 2390 Tagen) @ Murrtalbahner

Ganz richtig. Aber was machst du mit den Bahnsteigen, die erst kürzlich im nicht neuen Maß gebaut wurden? So zum Beispiel in BW. Wenn man hier mit 76cm Bahnsteigen anfängt, hat man die Nicht-Barrierefreiheit für 50, 60 Jahre zementiert.

Als erstes muß man festlegen, ob man bei 76cm bleibt, oder auf 55cm für die Dosto gehen will/muss. Ob ein Bahnsteig erst kürzlich oder vor 100 Jahren auf ein zukünftig falsches Maß gebaut wurde, spielt ja keine Rolle. Wenn die Bahnsteighöhe (europaweit) feststeht, dann kann man mit den Planungen beginnen.

In vielen kleinen Städten wurden Bahnsteige stillgelegt und/oder Gleise zurückgebaut. Wenn der Platz noch vorhanden ist, kann man hier einfach neue Bahnsteige in der richtigen Höhe bauen und die alten Bahnsteige parallel weiternutzen. Je nach Zugtyp wird dann der passende Bahnsteig mit der richtigen Höhe angefahren. Wenn man alle Bahnsteighöhen auf einer Linie angeglichen hat, dann kann man neue Züge bestellen.

Städte wie Fulda, wo einige behaupten das dort keine ICE halten müssten, könnten wieder mehr Bedeutung erlangen und Umsteigemöglichkeiten zwischen den verschiedenen Bahnsteigshöhen bieten. Wobei das jetzt rein fiktiv gewählt ist. Ich habe keine Ahnung wie hoch die Bahnsteige in FFU sind und ob noch Gleise ungenutzt sind.

Da ist guter Rat teuer, wie man aus dem Dilemma rauskommt, zumal ja Fernverkehr jetzt erstmal auf 76cm gegangen ist.

Das Dilemma ist da. Genau wie die Sache mit dem Klima. Ist doof. Aber es gibt nur zwei Möglichkeiten. Nichts machen und warten oder anfangen.

Wie teuer ist eigentlich ein Meter Bahnsteig?


Kommt darauf an, wer baut. In Hoßkirch hat man 50 Meter Bahnsteig für 60.000 Euro gebaut. In Villingen rechnet man mit 10 Mio für die Modernisierung der drei Bahnsteige.

Ich würde generell alle Bahnsteige mindestens 400 Meter lang bauen, wenn der Platz vorhanden ist. Auch in kleinen Städten schaffen es lokale Busunternehmen 50 Menschen für eine Reise nach Barcelona, Prag, Paris oder Hamburg/München/Berlin zu finden. Mit der passenden Bahninfrastruktur bieten sich hier Möglichkeiten für Charteranbieter, langlaufende IR oder RE oder private Anbieter als alternative zum Fernbushalt.

Durch die Digitalisierung muß der Reisende heute keine Streckenkenntnis haben. Wenn die App sagt in Hintertupfingen umsteigen, dann macht man das. Warum nicht Köln Hbf und Frankfurt Hbf umfahren? Es gibt viele Möglichkeiten Reisende in große Städte zu bringen aber knappe Trassen im Hbf zu sparen: Köln West, Frankfurt Süd, Laatzen, Spandau. Die beiden mittleren gibt es schon, das letzte ist keine Umfahrung.

Es gibt viele graue Flecken auf der Landkarte. Hannover-Magdeburg-Berlin oder Halle-Magdeburg-Hamburg. Da ist doch nichts los. In Ruhe die Bahnsteige umabauen und neue IR einsetzen. Wenn dann mal Bauarbeiten oder Probleme auf den wichtigen Strecken sind, hat man gleich ne Alternative.

Es muss nichts überstütrzt werden. Lokale Unternehmen können die Aufträge umsetzen. Ein paar Meter Beton. Ein Dach. Licht. Nichts, was man nicht auch schon vor 100 Jahren bauen konnte.


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