+1, leider (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Mittwoch, 21.11.2018, 08:23 (vor 2703 Tagen) @ Paladin

Ich esse und trinke auch im Büro, obwohl da nicht Restaurant dran steht. Faux-pas?

Wie oft teilst Du Dein Büro mit wildfremden Leuten? Wenn ich mich bei uns auf der Arbeit umschaue, hat man sich in jedem Büro irgendwie geeinigt. Manche Büros erlauben nur Kaffee, Tee und Getränke, aber kein Essen am Arbeitsplatz, anderen hingegen ist es egal, bei uns gilt "nur in der Frühstücks- und Mittagspause, und nichts, was man riecht". Also zum Frühstück mal ein Müsli oder mittags ein belegtes Brot (wenn's nicht gerade mit miefigem Käse ist), ist okay, die Currywurst vom Imbiss um die Ecke nicht. Hättest Du Publikumsverkehr im Büro sähe es anders aus, dann wäre vermutlich außer nem Glas Wasser oder ner Tasse Kaffee gar nichts erlaubt.

Davon abgesehen ist unsere "Kantine" ohnehin zu klein, um in der halben Stunde Mittagspause alle Kollegen unterzukriegen, und in der Umgebung gibt es nicht wirklich Alternativen, um innerhalb von 30 Minuten hin zu kommen, was zu essen, und wieder pünktlich am Arbeitsplatz zu sein.

An den anderen Wagen steht übrigens auch nirgends draußen Büro dran.

Ja, da steht aber (außer betrieblichen Anschriften und der Wagenklasse) gar nichts, was die Nutzung doch deutlich flexibilisiert. Daß im Ruhebereich nicht wild rumgetippt werden soll, ist doch auch Konsens.

Hab eben mal in den Beförderungsbedingungen gesucht, vergeblich.

Es steht aber in der Speisekarte.

Interessante Restaurantbesitzer. Wären in Berlin wahrscheinlich schon Bankrott.

Berlin ist eh "anders". Ein Grund mehr, warum ich diese Stadt nicht mag.
Ich habe übrigens gestern mal bei meinem Stammkroaten nachgefragt. Antwort war "ich spreche den an und zeige ihm, wo das Büro ist" (mit einem Fingerzeig auf die Ausgangstür). Mag sein, daß in den Berliner (oder in Ecken von Frankfurt, wo es pasende Klientel gibt) Hipster-Treffpunkten das anders ist, aber solche Läden frequentiere ich normalerweise nicht. I'm too old for this sh*t.

Diese Argumentation ist traurig und bin ich von dir, Colaholiker, so gar nicht gewohnt. Sitzt er im Bordrestaurant mit Laptop, nimmt er anderen den Platz weg ohne zu wissen, ob und wieviel er konsumiert. Erzählt er vom Konsum, ist er ein Spesenritter...

Die Argumentation, man ist für die Arbeit unterwegs und konsumiert daher viel, läßt aber genau darauf schließen.

Das ist deine Sichtweise und die einiger anderer hier. Das ist aber kein Grund, das direkt zum Gesetz zu machen.

Und wieder verweise ich auf die Symbolik in der Speisekarte. Daß das Personal mittlerweile keine Lust mehr hat, mit uneinsichtigen Gästen zu diskutieren, kann ich verstehen. Bei manchen muß man ja Angst haben, daß sie einem direkt auf die Fresse hauen.

Übrigens: Ich habe im Zug sowohl für die Uni bereits Sachen bearbeitet, da kann ich nämlich relativ gut schreiben.

Während meines Studiums hatte ich 14 Minuten Fahrzeit. Da hätte sich Laptop auspacken gar nicht rentiert. Im Bordbistro (das waren damals ja noch InterRegio) saß ich ohnehin nicht, und im normalen vollen Bimz-Sitzbereich wäre für mein 17"-Notebook damals absolut kein Platz gewesen.

Als auch geschäftlich E-Mails beantwortet und eine Website gestaltet.

An geschäftlichen Kram komme ich von unterwegs sowieso nicht dran. Wie gesagt, ich habe auch schon mit meinem Netbook im Zug gesessen, im Rahmen meines ehrenamtlichen Engagements Protokolle geschrieben, Mails beantwortet, etc. Jedoch nicht in einem bewirtschafteten Bordrestaurant.

Und das ganz ohne Anzug. Sind nämlich mehrheitlich nicht die VW-Vorstandsvorsitzenden, die gerade die neusten Dieselgate-Papiere durchgehen im Zug ...

Fahr mal am Freitagnachmittag in der 1. Klasse im ICE, der von Frankfurt gen Berlin fährt. Da fällst Du in Jeans und Kurzarmhemd schon auf. Aber okay, ich bin heilfroh, weder Anzug noch Krawatte tragen zu müssen. Und noch froher bin ich, wenn ich hier raus gehe und an der Stechuhr vorbei bin, meine Ruhe von der Arbeit zu haben, und bis zum nächsten Erscheinen hier nichts, aber auch gar nichts davon hören zu müssen. Weder nehme ich mich so wichtig, daß ich noch in meiner Freizeit irgendwas für meinen Arbeitgeber machen müßte, noch bin ich blöd genug, freiwillig außerhalb meiner Arbeitszeit erreichbar zu sein.

Selbst mein Home-Office-Equipment nur bei Bedarf mit nach Hause nehmende Grüße
der Colaholiker

--
[image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum