Was können ausländische Bahnen von der DB lernen? (Allgemeines Forum)

JanZ, HB, Montag, 19.11.2018, 12:16 (vor 2713 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von JanZ, Montag, 19.11.2018, 12:19

Hallo Oscar,

1. Eine typische Durchsage in Deutschland:

Leider kann IC NNNN von hh:mm nach XXXX nicht warten.

Bei uns sagt man in so einem Fall (übersetzt):

Sie haben Anschluss an den IC nach XXXX von hh:(mm+30) von Gleis N.

Also nur implizit ein Hinweis, dass der geplante Anschluss weg ist.

Das gibt's aber in D auch oft genug, gefühlt sogar öfter als den expliziten Hinweis, dass der Zug nicht warten kann.

2. In Düsseldorf kann ich problemlos den Hauptbahnhof durchqueren und/oder dort shoppen. Bei uns brauche ich dafür sozusagen eine Fahrkarte von null Euro.

Das mit den Sperren, die auch noch die Geschäfte und/oder den bloßen Durchgang mit umfassen, halte ich auch für eine ziemliche Fehlentscheidung. Das kenne ich so auch aus keinem anderen Land. In GB etwa haben Bahnhöfe, die man auch als Durchgang nutzen kann, ausdrücklich keine Sperren (z.B. York).

3. In Deutschland kann ich bei befürchtetem Anschlussverlust dem Schaffner/Zugbegleiter darauf hinweisen. In Einzelfällen kann er den Anschlusszug warten lassen damit ich meinen Anschluss noch erreiche. Hier in NL muss ich in so einem Fall warten. Gut, spätestens 30 Minuten später habe ich den Zug dann wieder, ausgenommen Oberleitungs-/Signal-/Weichenstörungen.

Erstens das, und zweitens funktioniert es ja in D auch längst nicht immer.

4. BordBistro! Am Freitag, am Ende einer Arbeits- oder Studienwoche, als Reisende zusammen mal richtig abklingen lassen. Meinetwegen mit fremden Leuten untereinander. Mal richtig Kontakt statt App-Nachrichten texten. Ein Prosit der Gemütlichkeit!

OK, das scheint dann wirklich ein Vorteil in D zu sein, natürlich mit der Einschränkung, dass das Bistro manchmal planmäßig, manchmal außerplanmäßig nicht vorhanden oder in Betrieb ist.

5. Gütertransport. Hier in NL wird trotz Betuweroute pro Streckenkilometer nur ein Bruchteil der Güter transportiert, die in Deutschland transportiert werden.
Klar, wir haben dafür Binnenschifffahrt, aber die hat Deutschland auch (OK, zur Zeit nicht, wegen Niedrigwasser).

Ja, aber ihr habt auch eine wesentlich größere Dichte von Binnenwasserstraßen. Bei uns gibt es beispielsweise ein Bundesland (Thüringen), das überhaupt keine hat. Aber auch in den anderen Bundesländern ist es aus topografischen Gründen etwas schwierig. Aber dass der Anteil der Schiene am Modal split für den Güterverkehr bei euch vernachlässigbar ist (https://www.wegenwiki.nl/Modal_split), überrascht mich. Das mag aber auch am dichten Takt im PV liegen, der dafür keinen Platz lässt.


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