Gibt's eigentlich auch Orwell's Law ... (Fahrkarten und Angebote)

Hustensaft, Mittwoch, 28.09.2016, 06:38 (vor 3523 Tagen) @ JanZ

Vielleicht ist es eine Frage des Alters, vielleicht eine des Berufes, vielleicht gibt es auch noch andere Gründe ...

Wir sind heute schon ziemlich transparent, alleine dadurch, dass wir das Internet benutzen. Gäbe es heute noch die Stasi, die käme mit viel weniger Personal aus, geben wir doch durch unsere Handy-Bewegungsprofile, Facebook-Einträge etc. pp. fast alles von alleine preis. Das Dumme daran ist nur, dass wir die Geister, die wir so rufen, nicht mehr los werden, im Gegenteil, die "Bedürfnisse" werden weiter steigen - und einen Grund, warum man Daten auswerten muss - soweit dies nicht ohnehin schon geschieht - findet sich immer, mal ist es Terrorismusbekämpfung, mal der Kampf gegen Kinderpornographie, ... (lässt sich beliebig erweitern und niemand wird den Zweck an sich anzweifeln, während Zweifel an der Geeignetheit des Mittels nicht akzeptiert werden).

Prävention geht nur durch Datensparsamkeit - und wenn ich Daten offenbare, muss ich einen Vorteil davon haben. Genau dieser Vorteil stellt sich aber nicht ein, wenn ich statt eines Papierfahrscheins eine Chipkarte benutzen muss, im Gegenteil, ich muss ggf. ein Pfand hinterlegen, dem Gegenpart womöglich einen Kredit einräumen, meine Fahrtgewohnheiten offenlegen, das Risiko technischer Defekte tragen - und was habe ich davon? Nichts!

Leider ist die mangelnde Sensibilität und die Ich-habe-nichts-zu-verbergen-Mentalität heute sehr weit verbreitet. Ich habe auch nichts zu verbergen, dennoch will ich Herr meiner Daten bleiben - und daher ist die Erinnerung an Orwell mehr als bitter notwendig, aber leider wohl auch vergebliche Mühe. Um einen Spruch aus der Umweltbewegung der 1980er und 1990er zu adaptieren: Erst wenn alle Eure Daten bekannt sind und diese gegen Euch verwendet werden, werdet Ihr merken, dass Ihr diese besser nicht offenbart hättet.


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