Alles kappes ;-) (Fahrkarten und Angebote)

ALR997, Dienstag, 27.09.2016, 19:05 (vor 3524 Tagen) @ Hustensaft

Ein ganz entschiedenes: Nein!

Und von mir ein ganz entschiedenes: da kann ich die Zweifel ausräumen.

Es geht niemanden etwas an, ob, wo und wieviel ich fahre - und mit einem Chipkartenfahrschein muss ich diese Daten offenlegen.

Du kannst in den Niederlanden auch anonyme Chipkarten kaufen. Diese kannst du zwar wiederum an ein Smartphone oder einen PC-Account koppeln, das ist aber kein Muss.
Dann allerdings kannst du nicht von bestimmten Angeboten profitieren, aber die Anonymität bleibt gewahrt.

Ich trage das Risiko - sowohl für eigenes Versagen als auch für fremde Fehler - auch das lehne ich ab. Für eigenes Versagen in der Form, dass ich vergessen kann mich "einzustechen" (und damit ungewollt schwarzfahre, was mir zumindest mit einer Zeitkarte nicht passieren kann) oder "auszustechen" (und dann bezahle ich für Dinge, die ich gar nicht genutzt habe, was mir mit einem Papierfahrschein nie passieren kann). Für fremdes Versagen, dass interessanterweise viele (oder alle?) Verkehrsunternehmen erst einmal davon ausgehen, dass ihre Technik funktioniert und mir der Beweis des Gegenteils obliegt - und da hatten wir schon ein Beispiel in der Familie, bei dem sich dieser Beweis schnell erbringen ließ, dennoch muss man aufpassen wie ein Schießhund, dass die Daten - das passiert teilweise schon automatisiert - nicht bereits bei einer Auskunftei (meist Infoscore) gelandet sind und meinen "Wert" verschlechtern, obwohl ich mich nicht falsch verhalten habe. Und warum muss ich nachweisen, dass ich eine Zeitkarte habe, nur weil das Verkehrsunternehmen die von ihm ausgegebene Karte nicht lesen kann? Ich habe den Aufwand dort anzurufen, das aufzuklären etc., umgekehrt wäre das wohl richtig.

Wer im VRR beim kontrollierten Vordereinstieg ein gültiges Ticket vorweist, welches durch das System nicht gelesen werden kann - aus welchem Grund auch immer - wird pauschal von der Beförderung mit diesem Ticket ausgeschlossen. Selbst wenn man auf dem Weg ins KundenCenter ist, wo der Fehler behoben werden könnte. Selbst wenn die Karte ohne eigenes Verschulden unlesbar wurde, hat man die finanzielle Verantwortung zu tragen. 10 Euro müssten das sein.

Dein Argument zieht also nicht zwingend, denn bereits heute trägst du bei vielen VUs selbst die Verantwortung für die Fehler anderer.

Das niederländische System dürfte vorbildlich in Europa sein, das sieht man auch daran, dass Belgien sich anschließen möchte. Trotz der Macken die es gibt, und das schließt die anfänglichen Schwierigkeiten nach Schließung der Poortjes für den ausländischen Onlineticketkunden mit ein, ist ein Check-in-and-out-System wohl die fairste Variante der Beförderung.

Ich behaupte allerdings auch, dass wir mittlerweile angenehmere Lösungen haben, als alle Bahnhöfe abzuriegeln. So könnte man die Säulen auch am Bahnsteig installieren bzw. generell im Bahnhof verteilen ohne dass auch ausländische Fahrgäste oder jene mit besonderen Fahrkarten ausgeschlossen werden.

Wie man in den Niederlanden sieht war das Resultat der OVC auch keineswegs ein massiver Personalabbau.

Also im Großen und Ganzen denke ich, sind deine Argumente doch recht schwach.


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