Alles kappes ;-) Stimmt, was Deine Argumente angeht ... :-) (Fahrkarten und Angebote)

Hustensaft, Dienstag, 27.09.2016, 19:19 (vor 3530 Tagen) @ ALR997

Es geht niemanden etwas an, ob, wo und wieviel ich fahre - und mit einem Chipkartenfahrschein muss ich diese Daten offenlegen.


Du kannst in den Niederlanden auch anonyme Chipkarten kaufen. Diese kannst du zwar wiederum an ein Smartphone oder einen PC-Account koppeln, das ist aber kein Muss.
Dann allerdings kannst du nicht von bestimmten Angeboten profitieren, aber die Anonymität bleibt gewahrt.

Tja, dumm gelaufen, denn wie bezahlt man die? Anonymität gibt es nur mit Bargeld - und dann wären da noch die Probleme mit Restguthaben etc. pp. Was aber schlimmer ist: Warum werde ich dann von bestimmten Angeboten ausgeschlossen, nur weil ich anonym reisen möchte?

Wer im VRR beim kontrollierten Vordereinstieg ein gültiges Ticket vorweist, welches durch das System nicht gelesen werden kann - aus welchem Grund auch immer - wird pauschal von der Beförderung mit diesem Ticket ausgeschlossen. Selbst wenn man auf dem Weg ins KundenCenter ist, wo der Fehler behoben werden könnte. Selbst wenn die Karte ohne eigenes Verschulden unlesbar wurde, hat man die finanzielle Verantwortung zu tragen. 10 Euro müssten das sein.

Womit Du mein Arbument bestens belegst. Warum muss ich als Kunde für technische Probleme haften? Und das sogar dann, wenn ich die gar nicht zu vertreten habe, sondern vielleicht das Lesegerät defekt ist? Und dann willst Du ernsthaft behaupten, meine Argumente seinen "kappes"?

Dein Argument zieht also nicht zwingend, denn bereits heute trägst du bei vielen VUs selbst die Verantwortung für die Fehler anderer.

Was die Sache nicht besser macht. So ganz nebenbei: Ich halte solche allgemeinen Beförderungsbedingungen für rechtswidrig, da hier in unzulässiger Art und Weise Risiken abgewälzt werden.

Das niederländische System dürfte vorbildlich in Europa sein, das sieht man auch daran, dass Belgien sich anschließen möchte. Trotz der Macken die es gibt, und das schließt die anfänglichen Schwierigkeiten nach Schließung der Poortjes für den ausländischen Onlineticketkunden mit ein, ist ein Check-in-and-out-System wohl die fairste Variante der Beförderung.

Gegen ein Check-in-and-out-Verfahren ist per se nicht unbedingt etwas einzuwenden. Aber sehr wohl dagegen, dass ich das Risiko des technischen Versagens tragen soll und entweder meine Anonymität aufgeben muss oder nur noch ein eingeschränktes Angebot nutzen kann. Nur so nebenbei: Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die OV-Chipkaart wieder verschwindet und durch NFC-basierte Smartphone-Apps oder Girokarten ersetzt wird. Alle, die solche Systeme verteidigen oder gut finden, sollten mal Orwells 1984 lesen und einfach auf heute übertragen - es fehlen nur noch ganz wenige Details, bis wir genau da sind, eine Horrorvision.

Also im Großen und Ganzen denke ich, sind deine Argumente doch recht schwach.

Genau umgekehrt.


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