Bern Wankdorf vs. A'dam / Den Haag / R'dam / Utrecht. (Allgemeines Forum)

caboruivo, CH, Mittwoch, 11.11.2015, 22:02 (vor 3868 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von caboruivo, Mittwoch, 11.11.2015, 22:05

Hallo Oscar

Ihr habt keinen echten Fernverkehr in den Niederlanden? Da habe ich aber etwas anderes in Erinnerung. Nächsten Januar soll es wieder hingehen, genau 53 Wochen nach dem ersten Besuch... Dafür haben wir keinen echten HGV, würde sich aber auch nicht lohnen.

In dem von Alphorn zitierten NZZ-Artikel wird Amsterdam als Paradebeispiel genannt: Die Aufteilung der IC auf Centraal und Zuid. Das lässt sich auf Zürich nur minim anwenden. Zwischen Oerlikon und Altstetten gibt es die tangentiale Käferberglinie, der einzige taktmässige Verkehr dort verschwindet aber im Dezember, er wird auf die Durchmesserlinie verlegt, um Zürich HB doch anzubinden. Der Nachteil einer solchen Umfahrungslösung ist tatsächlich, dass so die Anschlüsse in Zürich HB zerstört werden. Wenn man jetzt mit dem Flugzug von Basel via Zürich an einen anderen Ort will, steigt man jetzt in Baden auf den IR aus Bern um und erreicht dann in Zürich den 00-Knoten, ab Dezember geschieht dies umsteigefrei. Böse Frage: Wird jetzt die Rentabilität der IR Zürich-Baden-Bern auch in Frage gestellt?
Die andere Lösung ist, dass ein Zug mehrmals in einer Stadt anhält. Bei IC wird das schwierig, ist aber bei IR durchaus zumutbar (Oerlikon, Altstetten). Würde man den Zusatz-IC mit Halt in Altstetten und Wankdorf als IR bezeichnen, wäre das Geschrei wohl halb so laut.

Klar würde diese Verbindung Leute von der S-Bahn Bern-Bern Wankdorf abziehen, aber auch von den Takt-IC. Die SBB können die Reisendenabnahme in den Takt-IC scheinbar verkraften, ja sie ist sogar gewünscht, um die Kapazität zu erweitern. Und diese Taktzüge um diese Zeit sind wirklich voll. Die BLS wiederum sieht den Zug als Konkurrenz. Aber auch hier würden die Züge Bern-Wankdorf nicht menschenleer. Es ist einfach wieder mal eher ein Konflikt SBB-BLS, dabei sind am Ende ohnehin alle gleich gestrickt.

Bern Wankdorf hätte durchaus das Potential, einen zweiten Knoten zu werden, aber dann müsste man auch auf der Linie Löchligut-Wankdorf (nicht die Haltestelle, sondern der Dienstbahnhof an der Abzweigung der Strecken von Thun nach Bern und zum Löchligut) Bahnsteige bauen, um IC mit Umgehung des HB Bern führen zu können. Wird aber nicht funktionieren, da so entweder der Anschluss nach Brig oder nach Interlaken verloren geht. Und die Wege wären dann auch im Hauptbahnhof kürzer. Sollte es zum 15-min IC-Takt Zürich-Bern kommen, könnte man die Züge Zürich ab xx:15 und xx:45 im Wankdorf anhalten lassen, um dann einen Anschluss an die IC nach Brig bzw. Interlaken im Wankdorf herzustellen. Zürich-Brig wäre dann in der Umsteigeverbindung 15 min kürzer als im direkten Zug. Aber da müsste man zu grosse Anpassungen an der Infrasttruktur durchführen, deshalb wird Wankdorf ein S-Bahn-Halt bleiben. Denkbar und vom Kanton Bern auch vorgesehen ist der Halt der RE Olten-Bern, da u.a. aus dem Oberaargau (Langenthal) keine direkte Verbindung zum Wankdorf besteht.

In Oerlikon wird diese Idee eines zweiten Fernverkehrshaltes immer mehr umgesetzt: Aktuell sind es stündlich drei Züge pro Stunde und Richtung, mittelfristig sollen es vier werden.

Übrigens ist Bern Wankdorf nicht die einzige Haltestelle mit IC-Anschluss in der Schweiz: Amriswil wird stündlich von den IC Romanshorn-Brig bedient.

Gruss

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Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive


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