[CH]: Eine Soap rund um Bern Wankdorf (Allgemeines Forum)

Breisgau-S-Bahn, Freiburg/Gera, Mittwoch, 11.11.2015, 18:46 (vor 3867 Tagen) @ caboruivo

Das Ziel:

[...]
Die SBB wollen mindestens einen dieser Verstärkungs-IC in Bern Wankdorf und Zürich Altstetten anhalten lassen, um die Takt-IC zu entlasten, die weiterhin ohne Halt zwischen Bern und Zürich verkehren werden. Rund um beide Stationen sind in den vergangenen Jahren grosse Arbeitsplatzschwerpunkte entstanden. So wird einerseits die Reisezeit für Pendler reduziert, da der Umweg über die Hauptbahnhöfe entfällt, aber auch Taktzüge und S-Bahnen werden entlastet.

Das Ziel klingt doch schonmal löblich. Da werden ja mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die größten Städte in Deutschland haben auch mehrere Fernbahnhöfe, um den Reisendenstrom besser zu verteilen und die "Hotspots" direkt anzubinden. Schweizer Großstädte sind ja meist nur durch einen Hauptbahnhof ans IC-/IR-Netz angebunden. UNd eine Entlastung für die sowieso schon überfüllten Takt-IC wäre der Zusatzzug zudem noch.

Kritik:
Da sich bei der Haltestelle Bern Wankdorf der Konzernsitz der SBB befindet, schlugen einschlägige Medien gleich wie hungrige Hunde zu. "Extrawurst für SBB-Mitarbeiter" oder so ähnlich lautete die Devise. Man muss aber beachten, dass nicht nur die SBB dort ihren Sitz haben, sondern auch die Post und andere Unternehmen.

Die SBB werden als gewinnorientiertes Unternehmen sicherlich nicht einen Zug finanzieren, der dann nur von den eigenen Leuten benutzt wird. Das wäre ja ein Verlustgeschäft, oder nicht?

Kantone befürchten eine Abnahme der Fahrplanstabilität und eine Konkurrenz zur S-Bahn, die von ihnen finanziell bestellt wird. Auch die BLS als Betreiberin der S-Bahn Bern sei gemäss der Berner Zeitung skeptisch: Klick

Ich verstehe das so, dass der S-Bahn-Verkehr von den Kantonen ausgeschrieben wird, während die IC-/IR-Züge ein eigenwirtschaftliches Angebot der SBB sind (analog zu Deutschland)? Dann stellt sich mir aber immer noch die Frage, wie ein einzelner Zug am Tag, der innerhalb Berns gar nicht genutzt werden kann eine derart große Konkurrenz zur S-Bahn darstellen kann. Weiterhin liest sich das im Artikel so, als könnte der Kanton Bern oder die BLS den SBB verbieten, den Bahnhof anzufahren. Ist die Infrastruktur in der Schweiz nicht allen EVU zugänglich oder wurde der Bahnhof Wankdorf extra für die S-Bahn errichtet (mit exklusivem Nutzungsrecht)? Kanton und BLS sollten sich doch eher für die Pendler freuen bzw darüber, dass die S-Bahn etwas entlastet wird und somit Kapazitäten für andere Reisende schafft.

Zudem sorgen die SBB für Unmut, weil die Halte nicht im Kursbuch eingepflegt wurden, sondern nur im Online-Fahrplan zu finden sind. Richtung Bern darf man im Wankdorf nicht einsteigen, dieselben Regeln gelten für Altstetten in beide Richtungen.
[...]

Erst meckern und dann darüber beschweren, dass dasworüber man meckert nicht zu einer Dauerinstitution wird. Wobei ich mich an der Stelle frage, wie häufig die Onlineauskunft in der Schweiz wohl genutzt wird. Ich dachte immer, dass man bei einem derart dichten Takt einfach zum Bahnhof geht und in den nächstbesten Zug hüpft. So habe ich das letzten Monat bei meinem Urlaub in den Niederlanden auch gemacht (10-Minuten-Takt, yeah)

Gruß in die Schweiz

Breisgau-S-Bahn


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