Ich habe eine blöde Marotte: (Allgemeines Forum)

guru61, Arolfingen, Mittwoch, 08.07.2015, 08:29 (vor 3932 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von guru61, Mittwoch, 08.07.2015, 08:32

Auf jeden Fall. Frequenz also 15-60Hz, das wohl entspricht etwa dem, was heute auch nutzbar ist. Der Unterschied dürfte in der Polzahl der Asynchronmotoren liegen.
Der FU ist hier dann wohl recht zügig in die Eisenbahntechnik übergegangen, wie gesagt, erste Produkte waren wohl 1968 auf dem Markt. Die DB-Wagen sind aber soweit ich weiss älter, deswegen bezweifel ich weiter, daß sich hier ein FU drin versteckt, außer es wurde im Zuge vom ICmod entsprechene Änderungen an der Klima mit vorgenommen.

Darauf kannst du Gift nehmen: In den alten Wagen, mindestens in der Schweiz, war noch R22 als Kühlmittel eingesetzt. Das ist heute nicht mehr zulässig. Mit dem Ersatz der Kühlmittel muss auch die Steuerung angepasst werden, nur schon wegen der geänderten Drücke und Temperaturen im Kältekreis.


Ist heute auch weiterhin möglich, aber eben nicht ohne Grenzen, genauso wie laut dem Dokument ja damals auch schon. Steht leider nicht dabei, in welchem Rahmen er damit die Leistung variieren kann.
Mit der Lautstärke am Bahnsteig hats aber somit nichts zu tun, denn im Zweifel läuft die Kiste am Bahnsteig auch volle Pulle, wenn es für die Kühlung nötig ist ;-)

Natürlich: Wenn eine Klimaanlage unter Vollast läuft, das wirds laut. Aber: Wie oft kommt das vor. Meinen Beobachtungen nach sehr selten, sogar jetzt bei 35 Grad am Schatten, läuft nicht jede Anlage immer auf Vollast.

Bei der DB wohl entsprechend die 120 ab 1979. Erste Tests laut Wiki wohl ab 1971. Aber gescheitert sind wir wohl vor allem an der Interpretation von "40 Jahre", was bei mir 1975 und früher wäre ;-)

Weit weg ists nicht: Ein Wagen hat rund 2 Jahre Entwicklungszeit. Daher wären wir auf dem Stand von 1979. Aber ich gebe Dir Recht: 35 Jahre sinds trotzdem. Ausserdem waren die EW IV Klimaanlagen vereinfachte (1 System) Anlagen der internationalen Wagen, die einigie Jahre vorher in Betrieb kamen.

Die Frage die sich mir noch stellt: wie liefs davor ab? Das waren ja nicht die ersten klimatisierten Wagen, oder?

Die EWIII der SBB davor hatten eine elektromechanisch gesteuerte Anlage. Aber auch dort war der Kompressor mehrstufig.

Die DB-Wagen dürften eher dem Stand davor entsprechen, sofern nicht eben beim ICmod da entsprechende Änderungen eingeflossen sind, oder sie deutlich jünger sind als ich im Kopf hab.

Die Dome Cars der DB, hatten Klimaanlagen auf Wasserbasis. Deren Regelung war übrigens nicht ganz einfach: Das Aussichtsabteil verlangte sehr viel mehr Kühlleistung als die Abteile in den Wagenenden.
Allerdings waren bis Ende der 70 er Jahre Klimaanlagen nur für Züge des gehobenen Standsrds vorgesehen. TEE oder Rheingold Züge.

Aber Grundsätzlich: wie schon einmal gesagt, kann man eine Klimaanlage der Bahn nicht unbedingt mit einer Anlage für die Gebäudekühlung vergleichen: Das fängt an mit dem Platz.
Geht weiter über die Belastung: vergleichseise schlecht isolierte Stahl oder Aluröhre, die sich mit bis zu 100 m/s (bei 350 km/h), bei maximaler Sonneneinstrahlung, durch das heisse Medium pflügt, Probleme mit der Aerodynamischen Ausbildung der Ein- und Austrittsöffnungen, Vergleichsweise hohe Belastungsänderung: Besetzungsgrad zwischen 0 und 100%. Zeit: Ein Wagen der auf dem Abstellgleis in der prallen Sonne stand muss innert nützlicher Frist gekühlt werden können.

Um dies zu beherrschen ist zwingend ein geschlossener Regelkreis nötig. Und dazu braucht es doch einige Messpunkte: Kaltluft, Abluft zur Wiederverwendung, Mischluft, Aussentemperatur, Feuchtigkeit, Innentemperatur etc. wollen gemessen, verglichen und geregelt werden, wenn am Schluss das richtige Klima herrschen soll.

Ich hatte mich ja bewusst nicht auf ICE&Co bezogen, sondern auf die im Ursprungsbeitrag genannten IC-Wagen. Im ICE ist glaube auch eine richtige Temperaturregelung enthalten, in den ICs die mir so untergekommen sind nur der Regler Warm/Kalt. Wie ist das bei den EW IV gelöst? Find da in den Scans nichts konkretes zu.

Die erste Serie EW IV hatte PID Regler und eine BBC Steuerung. Später ist man, soviel ich weiss, auf SPS übergegengen.
Die Regelung war so, dass die Innentemperatur der Mittelwert zwischen der Aussenteperatur und, in meiner Ereinnerung 22 Grad war.

Ich denke, dass man in Deutschland mindestens auch so weit war. Die DB war zu dieser Zeit sicher die innovativste Bahngesellschaft in Europa.

Gruss Guru


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